In acht Minuten zum Einsatz Ritterhude setzt Ziele für Feuerwehreinsätze

Ritterhude hat in einer Ratssitzung Schutzziele für seine Feuerwehr definiert. Sie sind Grundlage für einen Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde.
13.09.2019, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen

Ritterhude. Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ritterhude waren Thema in der vergangenen Ratssitzung. Einstimmig ernannten die Ratsmitglieder einige Funktionsträger. Andreas Albrecht ist neuer Gemeindebrandmeister. Die Amtszeit des bisherigen Gemeindebrandmeisters, Jochem Pieper, endet am 23. September. Andreas Albrecht war bisher sein Stellvertreter. Dieses Amt übernimmt zukünftig Kai Sasse. Die Amtszeit endet in beiden Fällen Ende 2025.

Andreas Albrecht muss wegen der Ernennung seinen Posten als Ortsbrandmeister bei der Ortsfeuerwehr Ritterhude räumen. Die Statuten schließen eine gleichzeitige Ausübung der Ämter aus. Klaus Wywianka übernimmt die Führung der Ortswehr. Sein Stellvertreter ist Oliver Korte. Arne Polenz wurde zum Ortsbrandmeister der Wehr in Lesumstotel-Werschenrege ernannt. Er hatte das Amt bisher kommissarisch wahrgenommen, weil ihm ein Lehrgang fehlte. Den hat Polenz inzwischen absolviert.

Die Ratsmitglieder stimmten geschlossen für die Festsetzung eines Schutzzieles für die Feuerwehren. Die Gemeinde will einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen und hat dafür eine Fachfirma beauftragt. Er soll gewährleisten, dass die Feuerwehren ausreichend ausgerüstet wird, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Der Bedarfsplan kann aber nur sinnvoll erarbeitet werden, wenn feststeht, welche Ziele erreicht werden sollen. Das nun beschlossene Ziel beinhaltet, dass bei zeitkritischen Einsätzen mindestens neun Einsatzkräfte innerhalb von 8 bis 10 Minuten am Einsatzort sind. Dabei reicht die Zahl der Personen allein nicht aus. Es müssen auch unterschiedlich ausgebildete Funktionsträger am Einsatzort sein, damit ein sinnvoller Einsatz möglich ist.

Diese sogenannte Hilfsfrist beruht auf Studien zur Entwicklung des Kohlenstoffmonoxidgehaltes bei einem Wohnungsbrand. Eine Person kann demnach Brandrauch 13 Minuten ertragen. Die Zeit, in der eine Reanimation spätestens erfolgen sollte, liegt laut Beschlussvorlage bei 17 Minuten. Und nach etwa 18 bis 20 Minuten ist mit einer Durchzündung in einer Wohnung zu rechnen. Das heißt: Die Feuerwehr sollte einen Brandort innerhalb von 13 Minuten erreichen. Bis zur Alarmierung vergeht aber vorab schon Zeit. Das niedersächsische Innenministerium geht davon aus, dass zwischen der Branderkennung und einer Meldung etwa 3,5 Minuten liegen. Die Rettungsleitstelle braucht anschließend 1,5 Minuten Dispositionszeit. Der Feuerwehr verbleiben in dieser theoretischen Betrachtung acht Minuten, um rechtzeitig tätig werden zu können.

Nach 13 bis 15 weiteren Minuten sollen mindestens sieben weitere Funktionsträger eintreffen. Dieses Schutzziel soll in Ritterhude mindestens in 90 Prozent der Fälle erreicht werden.

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