Fußball-Landesliga Lüneburg Rot für Geils ist der Anfang vom Ende

Wieder nichts für die TuSG Ritterhude: Trainer Julian Geils will der Abwehr Stabilität geben, spielt erstmals selbst mit, kassiert aber nach 35 Minuten die Rote Karte, sein Team später ein 2:5.
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Von Christian Thiemann

Ritterhude. Beim 2:5 (2:2) der TuSG Ritterhude in der Fußball-Landesliga Lüneburg gegen die SV Teutonia Uelzen hat sich wieder mal gezeigt: Wenn du unten drinstehst, fehlt dir oft das Glück. TuSG-Trainer Julian Geils hatte lange offen gelassen, wie er die Planstelle neben Merten Hellmann in der Innenverteidigung besetzen würde – und überraschte damit, dass er sich selbst aufstellte. Das Landesliga-Comeback des Coaches war nach 35 Minuten allerdings auch schon wieder beendet.

Geils hatte seinem Gegenspieler Philipp Hatt von hinten in die Beine getreten, dabei aber wohl zuerst den Ball gespielt. Trotzdem zückte Schiedsrichter Nikolas Wilckens sofort die Rote Karte, sehr zur Verärgerung der Ritterhuder Bank. Diese Hinausstellung war der Knackpunkt in der Begegnung, denn die TuSG führte zu dem Zeitpunkt mit 2:1 und war gut im Spiel. Schon in den ersten fünf Minuten zeichnete sich ab, dass diese Partie vermutlich nicht mit elf gegen elf beendet werden würde. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und gingen extrem aggressiv zu Werke. So auch Geils, der aber genau das vor dem Spiel gefordert hatte: „Wir wollten das, was uns gegen Celle gefehlt hat, besser machen. Und haben es auch sehr gut gemacht.“

Die Folge war das frühe 1:0 durch Pascal Kranz, der die Kugel eigentlich schon zweimal vertändelt hatte, sich aber irgendwie durchwurschtelte und dann aus rund 16 Metern einfach draufhielt. Dieses 1:0 wirkte wie eine Befreiung auf die Hammestädter, die fortan sogar mit einigen Passstaffetten nach vorne kamen. Julian Geils im Abwehrzentrum gab dem Team Stabilität, wenngleich auch er den Ausgleich durch Hatt nicht verhindern konnte (25.). Schon kurz davor war Malte Bertram an TuSG-Keeper Hendrik Schulz gescheitert. Doch auch das 1:1 konnte der wiedererstarkten TuSG nichts anhaben. Marcel Meyer steckte wunderbar durch auf Tobias Böttcher, der sich den Ball einmal auf rechts legte und zum 2:1 einschob (30.).

Dann kam jedoch die verhängnisvolle Szene, die zum Platzverweis von Geils führte. Fynn Kathage kam für Kranz und nahm neben Hellmann in der Innenverteidigung den Platz von Geils ein. Trotz der Unterzahl blieb es zunächst bei der Führung der Gastgeber, ehe Jan-Luca Gehrmann ein folgenschwerer Fehler unterlief. Der Außenverteidiger versuchte, eine Hereingabe mit links zu klären und traf dabei unglücklich in den eigenen Kasten (41.). Der Unglücksrabe musste anschließend von seinen Teamkameraden aufgebaut werden. Zudem traf Hatt noch die Latte für Teutonia.

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich dann ein Spiel auf ein Tor. Ritterhude ging mit zunehmender Spieldauer die Kraft aus, und Uelzen eröffneten sich immer größere Räume. Zweimal Hatt und einmal Bertram schraubten das Ergebnis auf 5:2. Meyer hätte zwischenzeitlich noch beinahe für das 3:3 gesorgt, scheiterte mit einer Direktabnahme jedoch am gut reagierenden Gästekeeper. Ansonsten reichte es lediglich zu guten Ansätzen in der Vorwärtsbewegung bei den Hausherren. Entsprechend bedient war Geils hinterher, der vor allem mit dem eigenen Platzverweis nicht einverstanden war: „Ich spiele ganz klar den Ball und treffe danach den Gegenspieler. Das ist niemals Rot.“ Ansonsten stellte er seiner Mannschaft bis zur 35. Minute ein gutes Zeugnis aus: „Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt als letzte Woche. Und trotzdem kriegen wir am Ende wieder fünf Dinger. Das hilft uns dann auch nicht.“

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