Schwerlastverkehr in Ihlpohl Schwerlastverkehr nervt die Anwohner in Ihlpohl

Seit Jahren versuchen die Gemeinde Ritterhude und ihre Politiker etwas an der Verkehrssituation in Ihlpohl zu ändern. Ohne Erfolg. Nun versucht die SPD es erneut.
27.04.2021, 05:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Rund 75 Prozent der Lastwagen, die in Richtung Bremerhaven unterwegs sind, verlassen die Autobahn 27 beim Verteilerkreis Bremen-Nord und fahren auf der Landesstraße 135 weiter. Mit erheblichen Belastungen für die Anwohner vor allem in Ihlpohl. Deshalb will die Ritterhuder Ratsfraktion einen erneuten Anlauf unternehmen, um diesen Schwerlastverkehr möglichst weitgehend aus dem Wohngebiet zu verbannen, wie Bürgermeisterkandidat Jürgen Kuck und Uwe Helmers sowie der Landtagsabgeordnete Oliver Lottke nach einer Ortsbesichtigung bekräftigten.

Die Landesstraße 135 ist seit Langem ein großes Sorgenkind für Anwohner und Kommunalpolitiker. Schon vor 14 Jahren war nach einem parlamentarischen Vorstoß der Ritterhuder SPD gutachterlich festgestellt worden, dass die Kreuzung L 135/Von-Liebig-Straße und Lesumstoteler Straße nicht mehr leistungsfähig und die Unfallgefahr hoch sei. Vorgeschlagen wurde, noch einmal den Bau eines Verkehrskreisels zu prüfen. Auch deshalb, weil die Überquerung der Landesstraße an dieser Stelle in Hauptverkehrszeiten einem Lotteriespiel vor allem für Fußgänger gleichkomme. Damals, so Jürgen Kuck, hieß es seitens der Landesregierung, man habe zwar jetzt kein Geld, aber die Gemeinde könne ja schon mal planen.

Daraus ist bis heute ebenso wenig geworden wie aus der Forderung, die vierspurige Landesstraße 135 in Ihlpohl auf zwei Spuren zurückzubauen. Die damalige Begründung ist indes aus Sicht der Ritterhuder SPD nach wie vor aktuell: Ihlpohl sei durch die Bundesstraße 74 sowie die auf Betonstelzen errichtete A 27 „weit über die Maßen“ lärmbelastet. Daran habe sich trotz zusätzlicher Schallschutzmaßnahmen an der Autobahn-Hochstraße nichts geändert.

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Jetzt müssten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, fordern Kuck und Helmers. Sie haben ein offenes Ohr beim Landtagsabgeordneten Oliver Lottke aus Loxstedt gefunden. Er will das Anliegen seiner Parteifreunde auf Landesebene unterstützen. Vorgeschlagen werden fünf Maßnahmen zwischen der Doppelkreuzung an der Bremer Landesgrenze und der Einmündung zur Lesumstoteler Straße, um den Verkehrsstress insbesondere für Anrainer, Fußgänger und Radfahrer zu reduzieren.

Damit die vierspurige Ortsdurchfahrt für Lastwagenfahrer unattraktiv wird, die lediglich Mautgebühren sparen wollen, soll das Halteverbot ab der Straße An der Ihle aufgehoben werden. Was zur Folge hätte, dass den Brummis auf einer Fahrspur weniger Platz bleibt. Darüber hinaus schlagen die SPD-Kommunalpolitiker vor, die Mittelleitplanke der L 135 in Höhe Hemm-Tankstelle zu beseitigen und einen Linksabbieger zu bauen. Fahrzeuge, die dort wegen des Gegenverkehrs warten müssten, würden ebenfalls die Brummis behindern, sagt Jürgen Kuck. Und schließlich plädieren er und Helmers dafür, die Fahrstreifen an der Kreuzung Heidkamp/Am Denkmal in Richtung Stendorf von drei auf zwei zu reduzieren.

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Auch die Idee, den Kreuzungsbereich L 135/Lesumstoteler Straße/Von-Liebig-Straße durch einen Verkehrskreisel zu ersetzen und so einerseits die Unfallgefahr zu minimieren, andererseits aber zudem das Lkw-Aufkommen zu verringern, sollte nach Ansicht des Ritterhuder Bürgermeisterkandidaten erneut geprüft werden. Und schließlich wird von ihm und Uwe Helmers vorgeschlagen, an der L 135 eine komplett neue Zu- und Abfahrt zum und vom Real-Markt zu bauen. Vor allem, um den unübersichtlichen Kreuzungsbereich An der Ihle/Großenhalm/Rosenhügel für Kunden überflüssig zu machen. Eine neue An- und Abfahrt von Kunden und Lieferanten wird angeblich auch vom Lebensmittelvollsortimenter Kaufland erwogen, der Interesse an der Übernahme des Real-Marktes hat.

Sanierungsbedarf sehen Kuck und Helmers schließlich auch für den Radweg, der zwischen Heilshorn und Ihlpohl parallel zur Landesstraße 135 verläuft. Deren Fahrbahndecke sei zwar vor einigen Jahren erneuert worden, der Radweg aber nicht. Und er präsentiere sich inzwischen auf weiten Strecken in einem katastrophalen Zustand. Eine Erneuerung sei also dringend erforderlich.

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