Busschule in der Grundschule Sicher von hier nach dort

Mit der Busschule war der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen in der Iholpohler Grundschule. Ein Mobilitätstrainer zeigte den Kindern, wie sie sich im Bus richtig verhalten.
01.11.2018, 15:46
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann

Ritterhude. Fein säuberlich an der Außenwand der Turnhalle aufgereiht standen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1 a der Grundschule Ihlpohl. Vor ihnen hatte sich Hartmut Köhler, seines Zeichens Mobilitätstrainer des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen, in Position gebracht. Gemeinsam mit Köhler und seinem bunten Bus sollten die Grundschüler lernen, wie sie sicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können.

Das kostenlose Angebot „BusSchule im VBN“ besteht seit April 2018. "Seither haben es schon 36 Grund- und acht Oberschulen in sechs Landkreisen in Anspruch genommen“, berichtete Veronika Schlierf aus dem Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im VBN. Das Konzept umfasst einen theoretischen Teil in der Klasse, bei dem die Mädchen und Jungen mit einem kurzen Lehrfilm an das Thema Busfahren herangeführt werden. Im Info-Bus können die Kinder dann verschiedene Situationen wie Ein- oder Ausstieg, das Abstellen der Schultaschen und das Verhalten während der Fahrt üben.

Während die Kinder etwas hibbelig an der Bushaltestelle warteten, zeigte Hartmut Köhler ihnen den Sicherheitsabstand zum Bordstein. „Zwei große Kinderschritte Abstand vom Bordstein brauche ich von euch, damit ich euch nicht versehentlich mit der Ecke des Busses anstoße“, riet er den jungen Beobachtern.

Dann öffneten sich die Bustüren, und die ganze 14-köpfige Kinderschar ergoss sich in den Bus. „Halt, nicht drängeln, schön langsam einsteigen!“, ermahnte Köhler. Er fläzte sich in einen der Sitze und fragte, ob es richtig ist, sich so hinzusetzen. „Nein!“, kam es einstimmig von den Kindern zurück. Köhler probierte noch weitere ungeeignete Sitzpositionen aus bis die Kinder begriffen, dass die sicherste Sitzhaltung im Bus diejenige ist, wenn sich Po und Schultern richtig in die Sitzschale schmiegen.

Mit Hilfe einer Schultasche machte Köhler den Kindern auch deutlich, dass die Tasche in die Hand und nicht auf den Rücken gehört. „Wenn ihr mit der Schultasche jemanden anrempelt, kann der sich wehtun, und das wollen wir doch nicht!“

Und auch das Aussteigen will geübt sein. „Bevor ihr aus der Tür steigt, schaut ihr erst nach links, dann nach rechts und dann noch einmal nach links. Wenn der Weg frei ist, könnt ihr aussteigen“, erklärte Köhler den Kindern. Doch einige von ihnen hoppsten einfach so auf die Straße. „Du hast gar nicht geguckt!“, wurden die Missetäter von ihren Klassenkameraden zurechtgewiesen.

Der Höhepunkt der praktischen Übungen war allerdings die kontrollierte Notbremsung. Dafür durften die Kinder noch einmal in den Bus steigen und mussten sich hier „richtig“ hinsetzen. Dann nahm Köhler den Bus ein wenig zurück, fuhr an und drückte ordentlich auf die Bremse. Hui, da kippten die Kinder auf einmal nach vorn – wie gut, dass sie richtig saßen.

Im theoretischen Unterricht im Computerraum zeigte André Gieschen die Geschichte von Anna und dem Bus. Eigentlich hatte sich Anna rechtzeitig auf den Weg zur Haltestelle gemacht, aber Felix, der Nachbarsjunge, kasperte mit ihr auf der Straße noch ein wenig herum, sodass die beiden eine Abkürzung zur Bushaltestelle nehmen mussten. Während der Fahrt geschieht auch noch so einiges, doch dank der vorbereitenden Praxisstunde konnten die Kinder leicht die Fehler finden, die Anna und Felix begangen haben, etwa, dass Felix erst seine Busfahrkarte umständlich aus der Tasche kramen musste, Anna ihren Schulranzen auf dem Rücken, und nicht in der Hand trug und dass Felix seine Hausaufgaben erst im Bus erledigte. Bei einer Bremsung sind ihm dann auch alle Schulutensilien aus der Tasche gefallen.

Schulen, die auch an einem Besuch des „SchulBusses“ interessiert sind, können auf der Homepage des VBN unter www.vbn.de die nächsten Termine abfragen.

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