Treffpunkt für Familien

Alte Spielplätze in neuem Glanz

Die Gemeinde Ritterhude wollte ihren alten Spielplätzen neues Leben einhauchen und startete das Projekt „Spielleitplanung“. Auch „Stubbener Feld“ und „Beckers Weiden“ wurden dabei neu gestaltet.
07.07.2020, 22:15
Lesedauer: 3 Min
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Alte Spielplätze in neuem Glanz
Von Brigitte Lange
Alte Spielplätze in neuem Glanz

Es darf gespielt werden: Über Monate war "Beckers Weiden" wegen Umbauarbeiten geschlossen. Paulin, Jobbe, Carlota und Henni haben den neuen Platz getestet.

Christian Kosak

Ritterhude. Gut zwei Monate durften die Kinder in Niedersachsen die Spielgeräte auf den Spielplätzen nur sehnsüchtig aus der Ferne anstarren. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, waren die Anlagen für sie und alle anderen bis zum 6. Mai geschlossen. „Stubbener Feld“ und „Beckers Weide“ in Platjenwerbe blieben auch darüber hinaus geschlossen. Nicht wegen des Virus': Nach jahrelanger Vorplanung wurden die beiden Plätze umgestaltet und umgebaut. Stichwort: Spielleitplanung. Nun hat das Warten endlich ein Ende: Seit 1. Juli ist das Spielen auf beiden Plätzen ebenfalls ausdrücklich erwünscht.

Alles fing damit an, dass die Gemeinde Ritterhude aufgrund einer neuen Spielplatz-Richtlinie des Landes ab 1995 eine Reihe von Spielgeräten aus Sicherheitsgründen ausmustern musste. Auch hatte sich die Altersstruktur in den Wohngebieten verändert. Einige Spielplätze wurden nicht mehr genutzt, weil es in dem Gebiet kaum noch kleine Kinder gab. Die Plätze deshalb in Bauland umwandeln? Für die damals zuständige Sachgebietsleiterin Ute Marquardt und ihre Mitarbeiterin Lydia Rußmeier war das keine Option. Die beiden Fachkräfte wollten Räume schaffen, in denen sich Alt und Jung, Eltern und Kinder sowie Senioren treffen können. Das Ergebnis war die sogenannte Spielleitplanung. Innerhalb dieses Projekts wurden ab September 2013 alle 23 Spielplätze der Gemeinde angesehen. Gemeinsam mit Anwohnern und Interessierten wurden Ideen zusammengetragen. Im letzten Schritt wurden die Flächen umgestaltet - entweder mit Unterstützung der Anwohner oder aber allein durch Fachfirmen. Auch Stubbener Feld und Beckers Weiden wurden auf diese Weise neu gestaltet.

„Die konkreten Arbeiten an beiden Plätzen begannen Ende August 2019 und dauerten bis Ende Juni 2020“, berichtet Lydia Rußmeier auf Nachfrage der Redaktion. In dieser Zeit waren die Spielplätze für alle Nutzer gesperrt. Anders als bei so manchem Bauvorhaben in jüngerer Vergangenheit hatte die Gemeinde Ritterhude allerdings Glück und konnte direkt mit der ersten Ausschreibung die Aufträge an eine Fachfirma vergeben. Dass die Spielplätze, anders als geplant, dennoch nicht bis zu den Osterferien 2020 fertig waren, habe mit den Wetterbedingungen und der anschließende Corona-Pandemie zu tun, erklärt Rußmeier.

In den Gesprächen mit den Anwohnern und Interessierten habe sich herauskristallisiert, dass der Spielplatz „Stubbener Feld“ nicht nur für Kinder, sondern für alle Generationen zum Treffpunkt werden solle. „Schön gestaltete Sitzmöglichkeiten und ein Tipi zum Verstecken geben diesem gemütlichen Spielplatz ein besonderes Flair“, berichtet die Mitarbeiterin der Ritterhuder Verwaltung. Was den Spielplatz „Beckers Weiden“ betrifft, so sei dort der Schwerpunkt auf die Themen „Bewegung“ und „Gleichgewicht“ gelegt worden. Zur neuen Ausstattung der Anlage an Beckers Weiden gehören daher ein großes Balancierelement, ein Kletterturm mit Rutsche und ein Erdwall mit Klettermöglichkeiten.

Die beiden Plätze sind kaum noch wiederzuerkennen. „Beide Spielplätze waren extrem in die Jahre gekommen und wurden kaum oder gar nicht mehr genutzt“, teilt Lydia Rußmeier mit. Ein Grund dafür war sicherlich, dass einige Spielgeräte aus Sicherheitsgründen abgebaut worden waren und es wegen der vorgesehenen Neugestaltung lange keinen Ersatz dafür gab.

„Wir freuen uns, die Spielplätze noch vor den Sommerferien frei geben zu können“, sagt Lydia Rußmeier, die das Projekt über Jahre begleitet hat. In Zeiten des Coronavirus', da viele Familien ihren Urlaub daheim verbringen, hätten diese nun weitere Möglichkeiten, ihre Freizeit im Freien zu gestalten.

Eine offizielle Einweihung der beiden Plätze könne es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht geben, bedauert sie. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen sehe die Verwaltung davon zurzeit ab. Die Eröffnung „soll aber im Herbst dieses Jahres nachgeholt werden, wenn es das Infektionsgeschehen vor Ort zulässt“, erklärt Lydia Rußmeier.

Mit „Stubbener Feld“ und „Beckers Weiden“ sind alle Spielplätze der Spielleitplanung in Platjenwerbe umgestaltet. Der dritte Platjenwerber Spielplatz - der Pausenhof der örtlichen Grundschule - wurde bereits im November 2018 fertiggestellt und offiziell eingeweiht.

Die Kosten für die Umgestaltung der beiden Spielplätze wurden größtenteils von der EU finanziert. So gab es für den Platz „Stubbener Feld“ 30 000 Euro aus dem Leader-Topf. 8000 Euro musste Ritterhude selbst aufbringen. Für „Beckers Weiden“ flossen 50 000 Euro aus dem Leader-Projekt und 12 000 Euro aus der Gemeindekasse in die Realisierung.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Für diese Spielplätze gelten dieselben Corona-Schutzbestimmungen wie für alle Spielplätze in Niedersachsen.

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