Tischtennis

Laurin Struß: Von der TuSG Ritterhude in die Regionalliga

Dass die Zeit von Laurin Struß bei den Tischtennis-Herren der TuSG Ritterhude begrenzt sein würde, war von vornherein klar.Jetzt steht fest: Das 14-jährige Ausnahmetalent wechselt zu Regionalligist TuS Celle.
24.04.2020, 10:53
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Laurin Struß: Von der TuSG Ritterhude in die Regionalliga
Von Dennis Schott
Laurin Struß: Von der TuSG Ritterhude in die Regionalliga

Eineinhalb Jahre stand Laurin Struß für die TuSG Ritterhude an der Platte. Zur neuen Saison schließt sich das Ausnahmetalent dem TuS Celle an.

Sandra Brockmann

Ritterhude. Dass die Zeit von Laurin Struß bei den Tischtennis-Herren der TuSG Ritterhude begrenzt sein würde, war von vornherein klar. „Bis die Verbandsliga langweilig für ihn wird, dauert es aber hoffentlich noch anderthalb Jahre“, sagte TuSG-Sportwart Frank Mühlmann erst vor etwas mehr als einem halben Jahr – und muss sich nun eingestehen, dass die Verweildauer des 14-jährigen Ausnahmetalents kürzer ausgefallen ist als erhofft. Laurin Struß wechselt nämlich zur kommenden Saison zum Regionalligisten TuS Celle.

Lediglich eineinhalb Jahre streifte sich der aus Worpswede stammende Laurin Struß damit das Trikot der TuSG Ritterhude über. Eine sicherlich kurze Zeit, aber auch eine, die sich für das Nachwuchstalent gelohnt hat, findet Mühlmann. „Ich denke, dass Ritterhude ein gutes Pflaster für ihn war. Auch wenn klar war, dass er nicht lange bleiben würde, weil er auf lange Sicht einfach zu gut für die Verbandsliga gewesen wäre, war es gut, dass er diesen Schritt in seiner Entwicklung bei uns gegangen ist“, erklärt der TuSG-Sportwart weiter.

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Der Verein habe ihm mit seiner Verbandsliga-Zugehörigkeit ein neues Niveau verschafft, und außerdem habe das Nachwuchstalent von erfahrenen Spielern wie Lars Hausmann oder André Binder lernen können, so Mühlmann. Was sich mitunter auch an der Tatsache festmachen lässt, dass Laurin Struß vor allem die umkämpften Sätze zum Ende hin mehrheitlich für sich entscheiden konnte.

Der Einfluss der Ritterhuder auf die Entwicklung von Laurin Struß war allerdings begrenzt. Zwangsläufig. Denn der 14-Jährige besucht das Sportinternat in Hannover und trainiert dort sechsmal die Woche. Das Talent selbst schätzt, dass er „nicht mehr als zweimal“ mit den Ritterhudern unter der Woche trainieren konnte.

Zudem gestaltete sich seine Teilnahme an den Punktspielen nicht immer einfach. Laurin Struß, der in den deutschen U15-Kader berufen wurde und der beste Tischtennisspieler seines Jahrgangs in Niedersachsen ist, stand parallel oft bei Lehrgängen oder Turnieren an der Platte.

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Zur kommenden Saison also, wann auch immer sie beginnen mag, spielt Laurin Struß für den TuS Celle. Der 14-Jährige spricht von einer „einmaligen Chance“, wohl wissend, dass beim Zweitliga-Absteiger ein Umbruch geplant ist (siehe nebenstehenden Text). Der freiwillige Gang in die Regionalliga ermögliche ihm aber auch größere Chancen, da sich die Sollstärke innerhalb der Mannschaft von vier auf sechs Spieler vergrößert. Gleichwohl bleibt es ein Sprung um gleich zwei Ligen. „Ich wäre daher schon mit einer ausgeglichenen Bilanz zufrieden“, sagt der 14-Jährige.

Bei allem Verständnis für den Wechsel fragt sich Ritterhudes Sportwart, ob der Schritt nicht doch etwas zu früh kommt. „Wir wünschen ihm natürlich alles Gute und werden seinen weiteren Weg mit Spannung verfolgen“, sagt Frank Mühlmann zwar. Er bemerkt aber auch: „Laurin hat nicht alles in Grund und Boden gespielt.“ Vielleicht hätte ihm eine weitere Saison in der Verbandsliga auch gutgetan, so Mühlmann.

Die Freude für Laurin Struß, sich nun auf Regionalliga-Niveau zu beweisen, überwiegt dennoch deutlich. „Es ist schon toll, mit anzusehen, mit welcher Euphorie Laurin bei der Sache ist“, sagt Frank Mühlmann über das Talent, das vor etwas mehr als vor vier Jahren zum Tischtennis kam. Bei einem Schulturnier räumte Laurin Struß alles ab. Über den Schulentscheid ging es zum Kreisentscheid, von dort weiter zum Bezirksentscheid. Und Laurin Struß war einfach nicht zu stoppen. Zu dieser Zeit hatte er sich längst einem Tischtennis-Verein angeschlossen. Ein halbes Jahr spielte er in Hüttenbusch, dann beim TSV Worpswede, ehe er zur TuSG Ritterhude wechselte. Nach dem ersten halben Jahr im Reserveteam stiegt er in seinem zweiten Jahr in die erste Mannschaft auf. Zu dieser Zeit trainierte Laurin Struß bereits in der Eliteschule des Sports in Hannover. Dort ist er sportartenübergreifend eines von zwölf Kindern, das intensiv betreut wird.

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Laurin Struß ist ehrgeizig und arbeitet hart für seinen Traum. „Mein Ziel ist die Bundesliga und die Nationalmannschaft“, erklärt der 14-Jährige selbstbewusst. Das seien die langfristigen Ziele. Mittelfristig will er in jedem Fall an der Jugend-Europameisterschaft teilnehmen, die im kommenden Jahr stattfindet. Und natürlich will er sich beim TuS Celle empfehlen und versuchen, die anvisierte ausgeglichene Bilanz zu erreichen.

Auch wenn seine Zeit in Ritterhude nur von kurzer Dauer war, so schwingt beim Wechsel doch ein wenig Wehmut mit. „Das ist ein sehr sympathischer Verein, besonders zum Ende hin hat es Spaß gemacht. Ich werde auch die Zuschauer vermissen“, sagt Laurin Struß, der von sich sagt, „am Anfang in Ritterhude nicht so nervenstark“ gewesen zu sein, der dann aber doch gemerkt hat: „Es bringt nichts, sich aufzuregen.“

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Zur Sache

Ein Team voller Youngster

Obwohl der TuS Celle sportlich den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft hat, entschied sich der Verein, einen Neubeginn in der Regionalliga zu starten. Verbunden ist dieser Schritt auch mit einem deutlich reduziertem Budget. Der neu eingeschlagene Weg soll vor allem mit jungen Spielern bestritten werden. „Ich glaube, das Durchschnittsalter liegt bei 21 Jahren“, erzählt Frank Mühlmann. Neben Laurin Struß von der TuSG Ritterhude verpflichteten die Niedersachsen den erst 16-jährigen Vincent Senkbeil, der zuvor beim SV Bolzum gespielt hat. Ebenfalls erst 19 Jahre alt ist Jannik Xu, der bereits für die Celler antritt. Ganz ohne Erfahrung geht es aber auch nicht. Neben Celles Nummer vier, Arne Höller, ist der 30-jährige Lukas Brinkop zum Team der Youngster geholt worden. Der Verein hat die Suche nach weiteren Talenten noch nicht beendet.

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