Tischtennis

Einspruch abgelehnt, Spieler weg: Es kommt knüppeldick für die TuSG

Mit dem Urteil des Sportgerichts steht fest: Sowohl die erste als auch die zweite Tischtennis-Herrenmannschaft muss absteigen. Und das ist nicht alles, was die TuSG zuletzt an schlechten Nachrichten bekam.
16.07.2020, 07:17
Lesedauer: 3 Min
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Einspruch abgelehnt, Spieler weg: Es kommt knüppeldick für die TuSG
Von Tobias Dohr

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Ritterhude. Jetzt ist auch der letzte Strohhalm für die TuSG Ritterhude weggeknickt. Mit dem Urteil des zuständigen Sportgerichts steht fest: Sowohl die erste als auch die zweite Tischtennis-Herrenmannschaft des Vereins muss absteigen. Zur Erinnerung: Nach dem Abbruch der Saison hatte der Verband entschieden, die Spielzeit mit einer Quotientenwertung abzuschließen und über diese auch Absteiger zu ermitteln. Für die ersten und zweiten Herren der Hammestädter war das gleichbedeutend mit dem schlimmsten aller Fälle – dem Abstieg.

Obwohl beide Teams der TuSG Ritterhude im Vergleich zur Konkurrenz ein zum Teil deutlich leichteres Restprogramm vor der Brust und sich im umkämpften Tabellenkeller berechtigte Hoffnung auf eine Rettung gemacht hatten, stand der Abstieg somit fest. Dagegen legte die TuSG um Sportwart Frank Mühlmann zwar Protest ein – doch dieser wurde nun zurückgewiesen. „Das ist natürlich ein herber Schlag für uns“, sagt Mühlmann. Gleichwohl weist der langjährige Ritterhuder aber auch daraufhin, dass man sich zuletzt „nicht mehr allzu große Hoffnungen gemacht“ hatte.

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Für die TuSG Ritterhude kommt der nun endgültig besiegelte Doppelabstieg ohne Frage einer Zäsur gleich. Die erste Herrenmannschaft war seit vielen Jahren das am höchsten spielende Team im Landkreis Osterholz, gehörte sage und schreibe seit den 1990er-Jahren durchgängig der Verbandsliga an – mindestens. Nun, in der Landesliga, muss sich die Mannschaft den Titel als „Osterholzer Speerspitze“ teilen, nämlich mit dem FC Hambergen. Die zweiten Herren tritt künftig in der Bezirksoberliga an.

Das alleine hat den Verantwortlichen bereits schwer zugesetzt. Doch es kam in den vergangenen Wochen alles noch viel schlimmer für die TuSG. Denn gleich mehrere Akteure haben den Verein mittlerweile verlassen. Der Wechsel von Nachwuchstalent Laurin Struß zum Regionalligisten TuS Celle (wir berichteten) war gleichfalls erwartbar und nachvollziehbar. Doch dabei blieb es nicht. Mit Maxime Meger (TuS Wremen) und Sebastian Heimbrock (TuS Huchting) sind zwei weitere Spieler der ersten Mannschaft gegangen. Beide werden künftig – genau wie die Ritterhuder – mit ihren neuen Vereinen in der Landesliga an den Start gehen.

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Sogar eine Liga höher wird Jens Schlake spielen. Der Routinier, der zuletzt hauptsächlich für die zweiten Herren der TuSG gespielt hatte, wechselt zum Post SV Stade. Und als wären diese Personalien nicht schon genug, hat der frischgebackene Vater Daniel Wrieden auch noch eine Baby-Auszeit angekündigt. „Uns hat es jetzt wirklich knüppelhart getroffen“, sagt Frank Mühlmann mit Blick auf die Abgänge – und meint damit nicht nur die Quantität. Denn, und daraus macht der Ritterhuder Tischtennis-Sportwart keinen Hehl, die Entscheidung des Verbands und die damit einhergehende und bis zuletzt ungeklärte Frage der Ligenzugehörigkeit habe durchaus auch Auswirkungen auf die Entscheidungen der Spieler gehabt.

„Da die Wechselfrist ablief, mussten sich die Spieler ja entscheiden. Und bei dem einen oder anderen war das vermutlich auch ein Grund, die TuSG zu verlassen“, so Mühlmann, der deshalb immer noch großen Frust verspürt ob der Entscheidung des Verbands: „Ich kann diesen Alleingang nach wie vor nicht nachvollziehen. Selbst der Fußball mit deutlich größeren Ligen hat es ja jetzt noch einmal bewiesen, dass es auch anders, nämlich ohne Absteiger geht. Wieso es ausgerechnet beim Tischtennis in solch einer Extremsituation Absteiger geben musste, begreife ich nicht.“

Für die allgemeine und persönliche Motivation jedenfalls, so umschreibt es Mühlmann, seien die vergangenen Wochen nicht wirklich förderlich gewesen. Immerhin hat sich Lars Hausmann bereiterklärt, seine eigentlich angedachte Tischtennis-Pause zu verschieben, um seiner in Schieflage geratenen TuSG zu helfen, wieder in die Spur zu finden. In der Formation André Binder, Stefan Pankow, René Reißig, Andreas Kauert, Lars Hausmann und Frank Mühlmann will die Erstformation in der Landesliga an den Start gehen. „Es gab wirklich schon einfachere Zeiten für uns, aber wir wollen jetzt versuchen, in dieser Krise auch eine Chance zu sehen“, sagt Mühlmann, der momentan schon fleißig die Spieltermine für die kommende Saison mit den anderen Vereinen koordiniert.

Wenngleich ja noch lange nicht klar ist, wie die nächste Spielzeit überhaupt aussehen wird. Stand jetzt soll die Saison 2020/2021 am ersten September-Wochenende ganz regulär starten. Jedoch steht auch eine Übergangssaison ähnlich wie beim Tennis (ohne Auf- und Absteiger) im Raum oder ein verspäteter Saisonstart im Januar. Diesbezüglich bleibt die Unsicherheit also weiter ein ständiger Begleiter der Tischtennis-Spieler. In Bezug auf die Lizenzzugehörigkeit hat die TuSG Ritterhude aber Gewissheit. Traurige Gewissheit.

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