Fußball-Bezirksliga Lüneburg Trotz Abgänge einiger Leistungsträger: TuSG Ritterhude bewahrt die Ruhe

Mit Marcel Meyer, Tobias Böttcher und Julian Deppe verlor die TuSG Ritterhude echte Leistungsträger. Trainer Haskamp ist trotzdem nach wie vor überzeugt, in der kommenden Saison eine gute Rolle zu spielen.
20.07.2020, 09:19
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Trotz Abgänge einiger Leistungsträger: TuSG Ritterhude bewahrt die Ruhe
Von Dennis Schott

Ritterhude. Marcel Meyer weg, Tobias Böttcher auch, und zuletzt verkündete Julian Deppe seinen Weggang von der TuSG Ritterhude. Damit verliert der Fußball-Bezirksligist zur neuen Saison drei absolute Leistungsträger. „Natürlich tut das weh“, sagt TuSG-Coach Bastian Haskamp, der in der Riege der Abgänge Maik Tiganj nicht unerwähnt lassen will. Der 22-Jährige ist beruflich so stark eingespannt, dass auch er als Spieler nicht mehr zur Verfügung steht, dafür aber als Betreuer weitermachen möchte und bei den Punktspielen dabei sein wird. Zudem schließt sich Keeper Hendrik Schulz dem Bremer Landesligisten SV Türkspor an.

Aber, findet Trainer Haskamp, hinsichtlich der Kaderbreite musste etwas passieren. „Wir hätten uns sowieso verkleinert“, sagt er. Als der 37-Jährige kurz der vor der vergangenen Saison vom Co-Trainer zum Chefcoach aufgestiegen war, zählte der Kader 27 Mann. Zur Halbserie verringerte sich die Zahl nur geringfügig auf 25 Spieler. Das waren in den Augen von Bastian Haskamp immer noch zu viele. „Ich musste sieben Leuten sagen: Du bist beim Spiel nicht dabei“, sagt er. In diese Verlegenheit wollte er zu dieser Spielzeit nicht mehr in dieser Häufigkeit kommen.

Bastian Haskamp wird diesen ungeliebten Satz allerdings auch künftig aussprechen müssen. Daran führt angesichts des 21-Mann-Kaders kein Weg dran vorbei. Zumindest wird er nicht jedem Spieler die Einsatzzeiten zubilligen können, die ihm vorschwebt. „Jeder will ja spielen, das ist doch ganz klar. Aber ich kann auch nur drei Mal wechseln“, verdeutlicht Bastian Haskamp. Man merkt: Der Trainer will es seinen Spielern so recht wie möglich machen. Keiner soll sich zu wenig wertgeschätzt fühlen. Der TuSG-Coach ist überzeugt von jedem einzelnen. Und: Ihm ist Harmonie, die gerade während des Landesliga-Abstiegs und auch zu Beginn der vergangenen Saison gelitten habe, ein wichtiges Gut. Im Gegenzug fordert er aber auch bedingungslose Einsatzbereitschaft. Von jedem einzelnen.

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Die Zügel sollen allerdings nicht sofort angezogen werden. Nach dieser tristen Corona-Zeit steht für den Ritterhuder Coach vor allem erst einmal ein langsames Eingewöhnen an erster Stelle. Und der Spaß am Fußball. Nachdem in den ersten Wochen der Corona-Pandemie gar nicht trainiert werden durfte und danach die ersten Lockerungen kamen, überließ Bastian Haskamp seinen Spielern, ob sie unter den Hygiene- und Abstandsbedingungen trainieren wollen. An ein normales Training war sowieso nicht zu denken. Also beschränkten sich die TuSG-Spieler in den vergangenen drei Wochen vornehmlich auf Fußballtennis. Allerdings nicht ohne den gebührenden Ehrgeiz. Die Verlierer mussten nämlich die nächste Grillrunde organisieren.

Ab diesem Montag „werden wir aber einiges mehr machen, aber auch nicht zu viel“, kündigt Haskamp an. Sein Plan sieht in den ersten zwei Wochen vor, über das Spiel wieder in den Rhythmus zu kommen, die Abläufe sollen sich darüber einstellen. Die Betonung liegt hierbei auf „Spiel“. „Jedes kleine Trainingsspielchen wird uns weiterbringen. Die Jungs sollen sich nach dieser langen Zeit wieder ans Fußballspielen gewöhnen“, meint Haskamp. Und da auch Testspiele nun wieder erlaubt sind, ist der Ritterhuder Coach darum bemüht, für die Wochenenden Gegner zu finden. So wird die TuSG am 25. Juli gegen den TSV Bevern antreten. Weitere Testspiele sollen in jedem Fall folgen. Danach wird die Kondition in den Vordergrund gestellt. Bastian Haskamp plant hierzu auch eine Art Trainingslager auf der eigenen Anlage mit zwei Trainingseinheiten am Tag.

Mit dabei wird auch Oguzhan Dalan sein, der sich vom Landesligisten TSV Ottersberg den Ritterhudern angeschlossen hat. Als „halben Neuzugang“ bezeichnet der TuSG-Coach Kevin Müller, der bereits zur Winterpause nach Ritterhude wechselte. Und ein wirklich Neuer ist Keeper Meik Jeschin (kommt vom Bremer A-Ligisten SV Grambke-Oslebshausen) auch nicht, streifte er doch bereits vorher das TuSG-Trikot über. Gerne hätte Haskamp noch einen Stürmer geholt, sah er hier doch eine Vakanz in seinem Team. Doch obwohl er mit 40 (!) Spielern gesprochen habe, so Haskamp, kam kein Wechsel zustande.

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Und das nicht nur, weil tweilweise die Frage nach finanziellen Aufwendungen kam, sondern auch, weil ihn in den Gesprächen oft das Gefühl beschlich, „dass es irgendwie nicht passen“ würde. Die Spieler sollen eben – Stichwort Harmonie – zur Mannschaft passen, das ist ihm wichtig. Eine Mannschaft, von deren Qualität er überzeugt ist – trotz der schwerwiegenden Abgänge. Das beweise allein die Tatsache, dass mehrere seiner Spieler von anderen Vereinen angesprochen wurden, ob sie nicht wechseln wollten. Und: „Bei uns kann jeder zwei Positionen bekleiden“, sagt er. Früher sei Mittelfeldspieler Niklas Kutz im Sturm aufgelaufen, nennt Haskamp nur ein Beispiel. Außerdem hätten die A-Jugendlichen Dennis Gachov, Christian Barth oder Cem Yildirim, die in der vergangenen Saison „reingeschmissen wurden“, sich prima entwickelt. Das Ende der Fahnenstange sei da noch lange nicht erreicht.

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Und Spieler wie Merten Hellmann, Noah Hilse, Paul Pinkawa, Janluca Grove, Patrick Brouwer oder Calvin Vrampe hätten ihre Qualität längst unter Beweis gestellt und seien über jeden Zweifel erhaben. „Ich könnte da eigentlich jeden Spieler nennen“, meint Coach Haskamp. Er sieht der kommenden Saison jedenfalls zuversichtlich entgegen. Ein Ziel will er trotzdem (noch) nicht ausgeben, zumal nicht sicher sei, wie sich die kommende Spielzeit darstellen wird. Gibt es eine Zwei- oder sogar Dreiteilung? Was er sagen kann, ist: „Wir wollen an die letzte Saison anknüpfen.“ Und er fügt an: „Das Zeug dazu haben wir.“ In der vergangenen Saison wurde die TuSG Ritterhude Dritter.

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