Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 Auch Böttcher wechselt von Ritterhude nach Harsefeld

War ja klar, werden jetzt einige denken. War ja klar, dass nun auch Tobias Böttcher die TuSG Ritterhude verlassen würde. Genau wie Marcel Meyer folgt auch Böttcher seinem früheren TuSG-Coach in die Landesliga.
06.04.2020, 21:04
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Auch Böttcher wechselt von Ritterhude nach Harsefeld
Von Dennis Schott

Ritterhude. War ja klar, werden sich einige jetzt denken. War ja klar, dass nun auch Tobias Böttcher die TuSG Ritterhude verlassen würde. Nachdem bereits Mitte Januar bekannt gegeben worden war, dass Marcel Meyer in der kommenden Saison zum TuS Harsefeld wechselt, war es für nicht wenige nur eine Frage der Zeit, wann sich der nächste Ritterhuder Leistungsträger in Richtung Harsefeld verabschieden würde. Der Fußball-Landesligist hat in jüngster Zeit nämlich nicht nur deshalb an Reiz gewonnen, weil er eine Spielklasse höher als die TuSG angesiedelt ist, sondern weil dort künftig Ritterhudes Ex-Coach Julian Geils das Sagen haben wird. Und der hat bekanntlich noch einen guten Draht zu seinen Ex-Spielern.

Ja, meint Julian Geils, den einen oder anderen mag der Wechsel von Tobias Böttcher, der wegen seiner strohblonden Haare eigentlich nur „Michel“ genannt wird, nicht sonderlich überraschen. In Wirklichkeit sei es aber ganz anders abgelaufen, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, so der Ritterhuder Ex-Coach weiter. „Die Initiative ging nicht von mir aus“, beteuert Julian Geils. Bereits weit vor seiner Zusage beim TuS Harsefeld habe der Verein Kontakt zu Tobias Böttcher aufgenommen.

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„Ich wurde schon vor über einem Jahr von Alexander Martens, dem Sportlichen Leiter, angesprochen, ob ich Interesse hätte“, bestätigt „Michel“ Böttcher. Schon damals reizte ihn die Vorstellung, wieder auf Landesliga-Niveau zu spielen, „aber aufgrund eines Praktikums hätte ich drei Wochen der Vorbereitung verpasst. Außerdem war es unsere erste Saison nach dem Abstieg, da wollte ich nicht einfach gehen. Deswegen hatte ich mich noch dagegen entschieden“, so der 23-Jährige weiter.

Jetzt also die Zusage. „Wenn man weiß, wer bei dem neuen Verein Trainer ist, kann das die Entscheidung vielleicht erleichtern“, sagt Böttchers Ex- und Bald-wieder-Coach Julian Geils, und ergänzt: „Doch das muss es nicht.“ Im Fall von Tobias Böttcher spielte die gemeinsame Vergangenheit angeblich keine ausschließliche Rolle. „Mein Schritt zum TuS Harsefeld hat nichts mit Julian Geils oder Marcel Marcel zu tun“, wird der 23-Jährige sehr deutlich und gibt gleichermaßen zu bedenken, dass es für ihn kein Vorteil sein muss, unter seinem Ex-Coach anzuheuern.

„Ich kenne Julian und er kennt mich. Und ich weiß: Wenn ich meine Leistung nicht bringe, spiele ich nicht“, erzählt Tobias Böttcher. Und Julian Geils könne ihn vor allem in der Anfangszeit vermutlich besser einschätzen als viele seiner baldigen Teamkameraden, erzählt „Michel“ weiter. Abgesehen davon: „Ich habe im Februar ein Probetraining unter dem jetzigen Coach gemacht, das richtig gut war. Ich hätte mir auch vorstellen können zu wechseln, wenn der alte Trainer noch weitergemacht hätte.“ Ex-Coach hin, Ex-Coach her.

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Bei der TuSG Ritterhude reagiert man derweil gefasst auf den nun zweiten Weggang eines Leistungsträgers. Man musste es ja befürchten. „Ist so“, sagt TuSG-Coach Bastian Haskamp. Kann man nicht ändern. Er kann die Beweggründe von Tobias Böttcher aber auch nachvollziehen. „Die sportliche Perspektive ist halt eine andere als bei uns. Und da kann ich jeden Amateursportler verstehen, der sich für die bessere Alternative entscheidet“, sagt Haskamp. Er sei dabei sogar recht früh von den Wechselabsichten seines Schützlings informiert worden. Versuche, den schnellen Flügelspieler zu halten, gab es freilich, aber letztlich überwog bei Tobias Böttcher doch die Lust auf die Landesliga.

Zehn Jahre spielt der TuS Harsefeld nun bereits auf Landesliga-Niveau, derzeit belegt das Team den dritten Platz. „Michel“ jedenfalls ist froh, dass seine Entscheidung „pro Harsefeld“ bei der TuSG so gut aufgenommen worden sei. „Mir fällt der Wechsel auch ziemlich schwer. Ritterhude war meine erste Station als Herren-Spieler. Wir sind auf- und abgestiegen, das schweißt zusammen. Deswegen bin ich auch froh, dass bisher alle gesagt haben, dass ich jederzeit gerne wiederkommen kann“, meint der 23-Jährige.

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Eine Sache sei allerdings ziemlich unglücklich gelaufen, meint Tobias Böttcher. Dass er die Mannschaftskollegen über seinen nahenden Abschied nicht persönlich informieren konnte. „Die Corona-Krise ist dazwischengekommen“, begründet der Noch-Ritterhuder. Aber wenn es irgendwann wieder losgehen sollte mit Fußball, soll die Wiedergutmachung schnell folgen. „Ich werde wohl eine Kiste Bier ausgeben müssen. Das mache ich aber auch gerne.“

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