Fußball-Landesliga Lüneburg TuSG Ritterhude bringt 2:0-Führung nicht ins Ziel

Ein Erfolg hätte dem abgeschlagenen Landesliga-Schlusslicht TuSG Ritterhude wahrlich gutgetan. Und es sah nach dem 2:0 so aus, als würde die TuSG tatsächlich siegen - bis die Nachspielzeit anbrach...
27.05.2019, 16:57
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann

Ritterhude. Tobias Jahn tröstete nach dem Abpfiff Hendrik Schulz. In der fünften Minute der Nachspielzeit hatte der Torwart der TuSG Ritterhude einen Ball zu kurz weggefaustet und so Kristopher Kühn noch den 2:2-Ausgleich für den TV Meckelfeld ermöglicht. Damit verpassten die Hausherren nur um Haaresbreite nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel ihren zweiten Saisonsieg im Kellerduell der Landesliga.

Ritterhudes Trainer Torsten Just sah die Schuld für den späten Gegentreffer aber nicht in erster Linie bei Schulz. „Der Ball war so lange in der Luft. Aber niemand fühlte sich für den Torschützen verantwortlich“, ärgerte sich Just. Der ein paar Pfunde zu viel mit sich herumschleppende Kristopher Kühn war im Grunde der einzige Meckelfelder, der wirkliche Torgefahr ausstrahlte. „Deshalb darf uns so etwas wie beim 2:2 natürlich erst recht nicht passieren“, schimpfte Torsten Just. Patrick Brouwer schloss nach elf Minuten eine sehenswerte Kombination über Marcel Meyer und Tobias Böttcher über links zum 1:0 für die Platzherren ab. Dass hinten nichts anbrannte, war nicht zuletzt Niklas Kutz zu verdanken. Der Kapitän stopfte mit enormer Laufarbeit viele Löcher in der Defensive und bewahrte seine Formation nach einer Viertelstunde auch mit einer starken Abwehraktion gegen Marius Wilms in letzter Sekunde vor dem Ausgleich. Die Gäste wollten hier aber ein Foul von Kutz gesehen haben und forderten vehement einen Strafstoß. Da Niklas Kutz aber zu einem sauberen Tackling angesetzt hatte, blieb die Pfeife von Referee Tarek Mgherbi zu Recht stumm. So sah es auch Torsten Just: „Das war kein Elfmeter.“ TV-Trainer Sven Timmermann beschwerte sich so heftig über die vermeintliche Fehlentscheidung, dass er von seiner Bank verbannt wurde.

Aber obwohl in der Szene nach 15 Minuten alles mit rechten Dingen zugegangen war, ließen sich die Hammestädter dadurch aus der Ruhe bringen. Dennoch hätte die Heimelf in den ersten 45 Minuten die Vorentscheidung herbeiführen können. So rettete Kristopher Kühn nach einem Eckball von Janluca Grove gegen Calvin Vrampe auf der Linie (25.). Tobias Böttcher jagte die Kugel zudem 60 Sekunden hiernach aus aussichtsreicher Position drüber. Auf der anderen Seite rasierte Emmanuel Stöver mit einem Kopfball die Querlatte (32.).

Nach dem Seitentausch durfte Julian Deppe, der zuvor als Linksverteidiger aufgelaufen war, auf seine angestammte Position ins Mittelfeld zurückkehren. Mit einem super Reflex verhinderte Hendrik Schulz gegen Kristopher Kühn den Ausgleich (55.). Im Gegenzug markierte „Michel“ Böttcher aus sehr spitzem Winkel auf Zuspiel von Patrick Brouwer das 2:0. Niklas Kutz wusste, bei wem er sich für diesen Spielstand zu bedanken hatte und umarmte Hendrik Schulz. Marcel Meyer verstand kurz darauf die Welt nicht mehr. Nach einer Behandlungspause wollte er gerade wieder das Feld betreten, als er bemerkte, dass Maik Tiganj bereits seinen Platz eingenommen hatte.

Nach einer Stunde probierte es TV-Kicker Chauncy Crabbe freistehend aus drei Metern kurioserweise mit einem Lupfer. Schulz verhinderte das Gegentor, reagierte aber 180 Sekunden später gar nicht. Abwehrmann Ljubisa Panic schloss ein Solo zum 1:2 ab. In der Folgezeit ging es rauf und runter. Während Niklas Kutz am Außennetz scheiterte, zeigte Calvin Vrampe eine tolle Rettungstat in der TuSG-Abwehr. Nach einem Foul an Vrampe musste Silko Frärks vorzeitig mit der Ampelkarte den Rasen verlassen (81.).

Trotz der Unterzahl drängte der Vorletzte den Letzten ordentlich hinten rein. Hendrik Schulz vereitelte mit einer Glanzparade das 2:2 von Kristopher Kühn (83.). „Wir haben uns viel zu weit zurückgezogen“, kritisierte Schulz nach dem Spiel. Dem Schlusslicht ergaben sich aber auch noch Räume zum Kontern. Tobias Böttcher fand jedoch seinen Meister in TV-Schlussmann Dennis Bock. Maik Tiganj feuerte das Leder zudem aus spitzem Winkel vorbei. „Meine Mannschaft hat viel geackert, sich dafür aber nicht belohnt“, bedauerte Just.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+