Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3

TuSG Ritterhude zeigt Willen, FC Hambergen macht die Fehler

Die TuSG Ritterhude hat im Derby dem FC Hambergen die erste Niederlage beigebracht. Die Hammestädter behielten mit 3:2 die Oberhand.
27.09.2020, 19:19
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Von Timo Flathmann

Ritterhude. Dieser Ritterhuder Sieg war definitiv einer, der über die Einstellung ging. Die TuSG rang den bis dato verlustpunktfreien FC Hambergen im Osterholzer Bezirksliga-Derby mit 3:2 (2:1) nieder und bestach dabei vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das sah auch Ritterhudes Trainer Bastian Haskamp so: „Wir haben als Team geackert, der eine für den anderen“, resümierte er. Zudem profitierten die Ritterhuder von individuellen Fehlern des FC Hambergen, die am Ende ausschlaggebend für das Resultat waren. Dies sprach Julian Gelies, Trainer der Hamberger, auch ganz klar an: „Wenn du in einem Topspiel zwei elementare Fehler machst, wird es ganz schwierig.“

Diese „elementaren Fehler“ leistete sich in erster Linie die Hintermannschaft der „Zebras“. Kevin Müller erzielte mit einem Schlenzer aus knapp 20 Metern, der weder hart, noch wirklich gut platziert war, das 1:0, denn FCH-Keeper Ivo Kiekhöfer rutschte das Leder durch die Torwarthandschuhe, sodass der Ball an den Innenpfosten sprang und von dort aus letztlich ins Tor trudelte (25.). Der zwischenzeitliche Treffer zum 2:1 durch Merten Hellmann (44.) entstand ebenfalls unter Mithilfe der Hamberger: Julian Buhl, der als linker Part einer Dreierkette oftmals unglücklich im Spielaufbau agierte, spielte Kiekhöfer halbhoch und ungenau mit einem Rückpass an, sodass daraus eine Ecke entstand. Der Eckball wurde flach zu Calvin-Luca Vrampe gespielt, der direkt mittig auf das Tor abzog. Kiekhöfer konnte den Ball nicht entscheidend abwehren, sodass TuSG-Abwehrchef Hellmann den Ball über die Linie drückte. Diese zwei Gegentore nannte Gelies nach Schlusspfiff eine „Hypothek“, die einfach zu groß war. „Fehler passieren im Fußball halt. Und als Torwart kommt hinter dir halt nicht mehr viel“, nahm Gelies zudem seinen Keeper in Schutz.

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Zwischenzeitlich hatte jedoch auch Hambergen gezeigt, dass man sie nie abschreiben darf. Tim Denker wurde auf dem rechten Flügel von Jorit Bierwald freigespielt und flankte punktgenau auf den Kopf von Frederik Nagel, der den 1:1-Ausgleich markierte (28.). Ansonsten war es fußballerisch eher eine magere erste Halbzeit. Hambergen wollte das Spiel machen, tat sich im Spielaufbau aber schwer, da die Bälle in die Tiefe oft zu ungenau waren. Ritterhude hingegen machte geschickt per Mittelfeldpressing die Räume eng und profitierte, laut Gelies sogar „ausschließlich“, von Hamberger Fehlern.

Hambergen hatte neben dem 1:1-Ausgleich nur eine nennenswerte Chance, doch Nagel scheiterte per wuchtigem Schuss am stark parierenden Meik Jeschin (14.). Eine zweite Chance wurde den „Zebras“ noch verwehrt, als Keno Liebschner über den linken Flügel durchbrach und von Noah-Leon Hilse im Strafraum gelegt wurde. Dennoch blieb die Pfeife von Schiedsrichter Bilel Bourkhis (TB Uphusen) stumm. „Für mich war es ein klarer Elfmeter. Ich habe mich nach der Situation auch kurz mit dem Schiedsrichter unterhalten, und er meinte, er habe zwar den Kontakt gesehen, es habe ihm aber nicht gereicht“, so Liebschner auf Nachfrage über die strittige Situation (36.). Wohlgemerkt: Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1.

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Die Gelies-Elf biss sich in der zweiten Halbzeit immer mehr die Zähne an den engagierten Ritterhudern aus und agierte vor dem 3:1 durch den quirligen Oguzhan Dalan selbst zahnlos. Der starke Mirco Dressler bediente Dalan, und dieser traf unbedrängt vom linken Strafraumeck per Traumtor in den rechten Winkel (52.). „Da waren wir völlig körperkontaktlos, passiv. Da haben wir keinen Zweikampf gefunden und geführt. Das sollte nicht allzu oft passieren“, gab Gelies zu bedenken. Dressler selbst ließ noch zwei Chancen liegen – jeweils nach Kontern scheiterte er am Pfosten (63.) sowie an Kiekhöfer (72.).

So kam Hambergen durch einen direkt verwandelten Freistoß von Denker noch einmal heran (67.). Ritterhude ließ jedoch kaum noch etwas zu. Hellmann und sein Nebenmann Paul-Erik Pinkawa räumten quasi jeden hohen Ball weg. Außerdem war TuSG-Keeper Jeschin sehr aufmerksam und fing einige Flanken stark ab, sodass sich Haskamp über drei Punkte freuen durfte. „Das ist ein geiles Gefühl“, sagte Haskamp, der die Lauf- und Einsatzbereitschaft seiner Elf hervorhob: „Das haben wir uns vorgenommen und das hat man auch gesehen.“

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