„Unsere Vereine“: SG Platjenwerbe

Eine einzigartige Leistung

Jetzt ist endgültig Schluss. Nachdem Michael Buchwald im vergangenen Jahr tatsächlich zum 65. Mal erfolgreich das Deutsche Sportabzeichen absolviert hat, hat der 83-Jährige einen Haken an die Sache gemacht.
10.03.2021, 09:15
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Eine einzigartige Leistung
Von Tobias Dohr
Eine einzigartige Leistung

Michael Buchwald

Christian Kosak

Jetzt ist endgültig Schluss. Nachdem Michael Buchwald im vergangenen Jahr tatsächlich zum 65. Mal erfolgreich das Deutsche Sportabzeichen absolviert hat, hat der 83-Jährige einen Haken an die Sache gemacht. „Das reicht. Die 65 war das Ziel, aber ich merke ja auch, das meine Kräfte langsam schwinden“, sagt Buchwald. Er gehört seit sieben Jahrzehnten sozusagen zum Inventar der SG Platjenwerbe. „Davon fast ein halbes Jahrhundert in der Vorstandsarbeit tätig“, blickt Buchwald zurück auf eine bewegte Vereinsvergangenheit.

Nach einer anderthalbjährigen Flucht fand der gebürtige Breslauer im Sommer 1946 eine neue Heimat in Platjenwerbe. Hier ging er zur Schule, hier trat er schnell dem hiesigen Sportverein bei. Nach zwölf Jahren zog Familie Buchwald zwar ins nahe Bremer Stadtgebiet nach Lesum um, der SG Platjenwerbe blieb man treu. Buchwald und seine 2019 verstorbene Frau Rosemarie bezogen dann 1974 selbst ein Reihenhaus in Lesum, doch die Gruppe Ehepaarturnen gründete er 1981 natürlich bei der SG Platjenwerbe. Und hier soll noch lange nicht Schluss sein, immerhin gibt es in diesem Jahr auch das 40-jährige Bestehen zu feiern: „Wir haben dort eine ganz tolle Kameradschaft, deshalb werde ich das so lange weitermachen, wie es geht.“

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Genau dieser Satz beschreibt laut Buchwald auch den Gesamtverein ganz wunderbar. „Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und das ausgeprägte Miteinander sind schon besonders“, bringt es Buchwald auf den Punkt. Er hat sich in vielen Bereichen für seine SGP engagiert und immer mit angepackt. „Ein Urgestein unseres Vereins“, nennt ihn die Platjenwerber Vereinsvorsitzende Susanne Struckhoff. Buchwald stehe mit seiner Vita stellvertretend für viele Mitglieder. „Solche, die den Verein im wahrsten Sinne des Wortes gelebt hätten. „Sie hatten immer Ideen und kannten jemanden, der jemanden kannte“, bringt es Struckhoff auf den Punkt.

Michael Buchwald selbst würde sich im Leben nicht als Kultfigur bezeichnen. „Da genießt schon eher das Sportabzeichen in meiner Familie Kultstatus“, sagt er. Weil er im Turnabitur um seine sicher geglaubte Zweiernote bangte, absolvierte er auf Anraten seines Sportlehrers Mitte der 1950er-Jahre zum ersten Mal das Sportabzeichen. Die Zwei war gerettet – und seitdem gehört das Sportabzeichen fest zu Michael Buchwalds Leben. Und auch, wenn für ihn jetzt Schluss ist: Sehen wird man ihn auch weiterhin auf dem Platjenwerber Sportplatz. Dann nämlich, wenn seine Kinder und Enkelkinder das Sportabzeichen ablegen.

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