„Unsere Vereine“: SG Platjenwerbe

Eine für alle, alle für die SGP

Unter der Ägide von Abteilungsvorstand Sabrina Tietjen hat sich bei der SGP eine Sparte entwickelt, die über eine ziemlich einzigartige Struktur verfügt - es geht um die Rhythmische Sportgymnastik.
10.03.2021, 09:12
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Eine für alle, alle für die SGP
Von Tobias Dohr
Eine für alle, alle für die SGP

Gemeinsam sind sie stark: Die RSG-Trainerinnen, hier bei einem Auftritt beim Platjenwerber Nikolausturnen.

Tobias Dohr

Neulich war wieder einer dieser Tage, an dem viele Menschen in Platjenwerbe und umzu einfach nur beeindruckt waren. Genauer gesagt waren es die Eltern derjenigen Mädchen, die bei der SG Platjenwerbe derzeit ein ziemlich kontinuierliches Online-Training machen. Das RSG-Trainerteam um Caterina Czalnik hatte für den zusätzlichen Anreiz einen sogenannten Athletiktest angesetzt und durchgeführt.

Jener Samstagmorgen begann so für Caterina Czalnik und ihre Trainerkolleginnen Dana Czalnik, Leandra Ahlers und Laura Harders schon um 9 Uhr morgens. Es folgten fast drei Stunden Online-Prüfungen und danach eine Siegerehrung. Und als wäre das nicht schon genug geopferte Freizeit, setzten sich die Trainerinnen danach noch ins Auto und verteilten bis in den späten Nachmittag die Urkunden für jede einzelne Teilnehmerin. Am Ende stand praktisch der gesamte Sonnabend im Zeichen der RSG. Und das ist durchaus Normalität bei der SG Platjenwerbe.

Lesen Sie auch

Unter der Ägide von Abteilungsvorstand Sabrina Tietjen hat sich bei der SGP eine Sparte entwickelt, die über eine ziemlich einzigartige Struktur verfügt. Los ging es im Jahr 2000. Tietjen, die selbst als junges Mädchen beim Blumenthaler TV und in Beckedorf turnte, ihre Laufbahn aber früh beendete, wollte gerne etwas eigenes auf die Beine stellen. Über ihre Mutter bestand der Kontakt zur SG Platjenwerbe, und so gründete sie mit 16 Jahren eine eigene RSG-Sparte.

„Wir haben mit eineinhalb Stunden pro Woche angefangen und hatten ganz schnell 40 Kinder zusammen“, erinnert sich Sabrina Tietjen an die Anfänge. Die Rhythmische Sportgymnastik traf damals den Nerv der Zeit und so erfreute sich das neue Angebot riesiger Beliebtheit. Gemeinsam mit Freundin Anna Baumgart betreute Sabrina Tietjen relativ schnell vier verschiedene Gruppen, war zudem noch als Kampfrichterin aktiv. „Das war damals schon eine echte Herausforderung“, sagt die 37-Jährige. Doch wie es in Platjenwerbe in fast allen Sparten üblich ist, wurden die etwas älteren Mädchen ziemlich schnell in die Trainingsarbeit mit eingebunden. Die 18-Jährigen halfen bei den 13-Jährigen, die wiederum bei den Sechsjährigen erste Erfahrungen als Co-Trainerinnen sammelten.

Lesen Sie auch

Entstanden ist so eine Gemeinschaft, in der alle Verantwortung für die Gruppe übernehmen – und deshalb auch einen Sonnabend vor dem Laptop und im Auto nicht als vergeudete Zeit empfinden. Ganz im Gegenteil. Bei der SG Platjenwerbe haben sie diesen Weg, diese direkte Einbeziehung der jungen Menschen, schon lange als charakteristisches Merkmal des Vereinslebens auserkoren. „Wer mitmachen möchte, bekommt eine Jugendleiter-Ausbildung und beispielsweise auch schon sehr früh eine eigene Email-Adresse von der SG Platjenwerbe“, sagt die erste Vorsitzende des Vereins, Susanne Struckhoff. „Nur so fühlt man sich als Vierzehnjährige dann auch wirklich ernstgenommen.“

Bei der Rhythmischen Sportgymnastik gehören zusätzlich zu den bereits erwähnten Trainerinnen mit Celine Grützmacher und Julia Harders noch zwei weitere junge Frauen zum Team dazu. Natürlich haben auch sie als kleine Mädchen schon in Platjenwerbe geturnt. Und gemeinsam in diesem verschworenen Team fällt es dann auch leichter, gewisse Hürden zu meistern. „Wir haben gerade in der Anfangszeit eine echte Odyssee durch die Hallen mitgemacht“, erinnert sich Sabrina Tietjen. Ganz egal ob Tennishalle, Kasernenhalle ohne Schwingboden oder eine Schützenhalle – die RSG-Gruppen der SGP mussten aufgrund der schwierigen Platz- und Hallensituation in Platjenwerbe immer nehmen, was sie kriegen konnten. „Eine Zeit lang sind wir sogar Samstags immer von der einen Halle in die andere gegangen, um die Zeiten ausnutzen zu können“, erinnert sich Tietjen. Am Ende aber hat das die Gruppe nur noch enger zusammengeschweißt. Und das wiederum hat auch eine Wirkung auf die beteiligten Familien, die sehen, wie sehr die Kinder und Jugendlichen sich engagieren.

„Ich weiß nicht, wie oft der Lkw der Firma Ahlers schon für unsere RSG-Mädels im Einsatz war“, sagt Susanne Struckhoff lachend. Und Sabrina Tietjen ergänzt: „Es war schon immer eine Stärke dieses Vereins, alle Kräfte zu bündeln.“ Was dabei herauskommen kann, ist ganz besonders an der RSG-Sparte der SG Platjenwerbe zu erkennen.

Info

Zur Sache

App kurz vor der Fertigstellung, Homepage im neuen Gewand

Wann haben die Kreisliga-Fußballer der 1. Herren ihr nächstes Heimspiel? Wann findet der beliebte Sieben-Meilen-Lauf statt? Wann steigt das nächste Familiensportfest des Vereins? Um all diese Fragen zentral und für alle Mitglieder auf einfachste Art abrufbar zu machen, veröffentlicht die SG Platjenwerbe zeitnah eine eigene App. Diese wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erstellt, der für alle Vereine in Deutschland die Möglichkeit anbietet, eine eigene Vereins-App zu programmieren. Die Klubs beteiligen sich an den Kosten mit einer monatlichen Gebühr, haben dafür aber mit der technischen Programmierung praktisch nichts zu tun. „Für uns ist es wirklich eine klasse Möglichkeit, alle Mitglieder schnell zu erreichen“, erklärt die SGP-Vorsitzende Susanne Struckhoff. Wer sich die Platjenwerber App aufs Handy oder Tablet installiert, kann sämtlich Vordrucke herunterladen, aber auch Push-Nachrichten bekommen. Auch Fotogalerien, Online-Konferenzen oder Live-Ticker sind grundsätzlich möglich. Und die SG Platjenwerbe hat sich noch in einem anderen Bereich neu aufgestellt: So wurde neben der App Anfang März auch der Homepage in komplett neuem Gewand ein Relaunch verpasst (www.sgplatjenwerbe.de). Reinklicken lohnt sich auf jeden Fall.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+