Großtauschtag in Ritterhude

Viele Spezialisten unter den Philatalisten

Beim Großtauschtag der Briefmarkenfreunde Ritterhude wird über rückläufiges Interesse geklagt.
16.10.2018, 17:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Monika Fricke
Viele Spezialisten unter den Philatalisten

Mit Feuereifer haben sich die Briefmarkensammler in Ritterhude auf die Suche nach Schnäppchen begeben.

von Lachner

Ritterhude. Der Großtauschtag der Ritterhuder Briefmarkenfreunde hat wieder Sammler aus der gesamten norddeutschen Region mobilisiert. Manfred Grunow und seine Vereinskollegen richteten diesen Tauschtag für leidenschaftliche Sammler von an den Rändern gezackten Postwertzeichen und allem Drumherum, was mit dem Postverkehr zu tun hat, in der großen Halle des Ritterhuder Hamme-Forums aus. Erstmals war dort auch ein Team von der Briefmarkenstelle in Bethel anwesend, das über die Arbeit von behinderten Menschen informierte.

Weil sich die Veranstalter besonders für die Jugendarbeit im Verein engagieren, stand im Eingangsbereich eine Sammelkiste („Für die Jugendgruppe“). Manfred Grunow fördert nämlich besonders die Jugendarbeit der Briefmarkenfreunde: durch Arbeitsgemeinschaften zur Briefmarkenkunde in der Grundschule Ihlpohl und der Schule am Moormannskamp in Ritterhude. Ab Februar 2019 will der Verein auch am Gymnasium eine Briefmarken-AG anbieten. „Wir Briefmarkenfreunde unterstützen den Unterricht mit Themen zur Heimatkunde und Geschichte“, so Manfred Grunow. Für das kommende Jahr plant er mit Postwertzeichen-Serien das Thema „Leuchttürme an Nord- und Ostsee“ zu behandeln.

Grunow erinnerte im Gespräch an eine besondere Rarität dieses Jahres, die am 11. Februar anlässlich von 25 Jahren Europa-Notruf 112 als kleine rote Marke mit dem Aufdruck der Notrufnummer 112 erschien.

Auf der Suche nach deutschen Briefmarken ab der Reichsgründung 1870/71 stöberte ein Sammler aus Bassen bei Oyten in Sammelalben und Kisten voller kleiner Postwertzeichen, Briefkuverts und Postkarten. Der 50-jährige Briefmarkenfreund stammt aus Leipzig und sammelt besonders Sondermarken aus seiner ehemaligen Heimat, der Messestadt Leipzig.

Oft werde die Sammelleidenschaft vom Vater auf den Sohn übertragen, war zu erfahren. Ob sich das in Zukunft noch fortsetzt, bezweifeln einige Sammler. „Die Jugend hat heute viele andere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung“, meinte ein Briefmarkenfreund aus Bremen. Das bestätigte auch ein Händler: „Das Interesse an der Philatelie ist stark rückläufig.“

Mit einer Tasche voller Briefmarkenalben erschien eine Frau aus Ritterhude beim Tauschtag: „Ich bringe die Sammlungen meines Sohnes“, so die Ritterhuderin. Sie holte sich den Rat der Experten über die Zukunft der Alben und deren Wert.

Die oft nicht mehr ganz jungen, aber mit ungebremster Leidenschaft ihrem Hobby frönenden Philatelisten suchten konzentriert nach besonderen „Schnäppchen“. Die meisten Sammler haben sich spezialisiert auf Länder, Kontinente, Politik sowie Tier- und Sportmotive. Einige sammelten alles bunt durcheinander.

Es ist relativ still im Veranstaltungsraum, und die Sammler lassen sich nur ungern auf Gespräche mit Neugierigen ein. Aus der Gruppe der Ritterhuder Briefmarkenfreunde berichteten Jürgen Hoya und Alfred Nitschke gerne von den Aktivitäten im Verein. Zum Beispiel, dass sich die Mitglieder einmal monatlich (jeweils am ersten Donnerstag eines Monats) zum Tauschtag treffen, immer um 19.30 Uhr im Wohnpark am Dammgut an der Fergersberger Straße. Da seien Gäste immer willkommen.

Auf den nächsten Großtauschtag am 31. März 2019 wiesen die Briefmarkenfreunde schon jetzt mit Handzetteln hin.

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