Fußball-Landesliga Lüneburg

Zusammenballung widriger Umstände

Auch aufs Heimspiel gegen Eintracht Lüneburg hat sich Ritterhudes Coach Geils wieder penibel vorbereitet. Er weiß um die Stärken des Gegners, die eigenen Schwächen. Hauptproblem. Die Erkenntnisse umsetzen.
04.10.2018, 17:19
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Müller
Zusammenballung widriger Umstände

TuSG-Angreifer Marcel Meyer (vorn/hier mit Spiel gegen TSV Winsen/Luhe) hat in dieser Saison erst zwei Treffer erzielt.

Tobias Dohr

Ritterhude. Die Sache mit Theorie und Praxis, also das Umsetzen der Vorgaben aus dem Training, das beschäftigt sie bei der TuSG Ritterhude derzeit wohl in besonderem Maße. Vor dem Heimspiel in der Fußball-Landesliga Lüneburg am heutigen Freitagabend (Anpfiff um 20 Uhr) gegen den SV Eintracht Lüneburg hat sich TuSG-Trainer Julian Geils wie immer penibel auf den Gegner vorbereitet. Und so weiß er natürlich auch, dass die Gäste zwar mit weitgehend der gleichen Mannschaft antreten wie in der vergangenen Saison. Allerdings haben sie mit Christopher Hehl einen neuen Coach angeheuert.

An die Eintracht haben die Ritterhuder keine guten Erinnerungen. Zweimal blieben sie in der Serie 2017/2018 ohne ein eigenes Tor, dafür kassierten sie zunächst ein 0:5 und im Rückspiel ein sehr knappes 0:1. „Wobei das 0:5 täuscht. Wie waren in dem Spiel auf Augenhöhe“, relativiert Geils. Gefährlich sei der Gegner aber allemal, weil er viel mit langen Bällen und Diagonalpässen arbeite. „Außerdem treten sie gute Standards“, so der TuSG-Coach. Insofern sei man also auf die bevorstehende Aufgabe bestens eingestellt.

„Wenn’s denn mal so einfach wäre“, entgegnet Julian Geils. Und als Beispiel führt er das Spiel gegen eine andere Lüneburger Mannschaft an, die vom MTV Treubund. „Da habe ich 14 Stunden Video-Analyse betrieben, das Spiel lief dann aber nur 40 Minuten gut für uns.“ Am Ende stand bekanntlich eine 0:4-Heimniederlage.

Die Ritterhuder sind nach acht Spieltagen nicht nur Tabellenletzter – sie haben auch die mit Abstand meisten Gegentreffer (29) gefangen, die zweitwenigsten Tore (9) selbst erzielt. Sturmspitze Marcel Meyer, der vergangene Saison immerhin 15-mal ins Schwarze traf, war erst zweimal erfolgreich. Geils will nicht verhehlen, dass sein schneller Offensivmann derzeit „nicht so gut drauf“ sei. Aber den enttäuschenden Saisonverlauf könne man unmöglich an einer Person festmachen: „Fußball ist schließlich Mannschaftssport.“

Das habe bereits mit einer suboptimalen Saisonvorbereitung begonnen und das habe sich fortgesetzt in den Spielen, in denen seine Mannschaft die Räume nicht so gut bespielt habe. Geils: „Marcel muss teilweise sehr viel arbeiten, wird nicht so wie erforderlich von seinen Mitspielern bedient. Da ist auch die Mannschaft in der Pflicht.“ Freilich müsse ein Offensiver dann aber auch die Chancen, die sich bieten, nutzen. Man habe in allen Belangen eben viel Nachholbedarf. Eine regelrechte Zusammenballung widriger Umstände hätten somit zur anhaltenden Durststrecke der Ritterhuder geführt. Ganze zwei Unentschieden hat die Mannschaft bisher erspielt, auf den ersten Sieg wartet sie immer noch.

Gegen Eintracht Lüneburg werden Phil Knauth (Schulterverletzung) und Hendrik Schulz (privat verhindert) fehlen. Dafür ist Paul Ihongbe nach abgesessener Rot-Sperre wieder dabei und Torwart Tim Korge aus dem Urlaub zurück. Bei einem für die Moral so wichtigen Sieg könnten die TuSG vielleicht die Rote Laterne loswerden. Nur dürfte dann der ebenfalls sieglose Vorletzte TSV Winsen/Luhe nicht punkten.

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