Waldschule Schwanewede Amok-Fehlalarm versetzt Schüler in Schwanewede in Angst

Ein technischer Defekt hat in der Waldschule Schwanewede einen Fehlalarm ausgelöst. Aus Angst vor einem Amoklauf verschanzten sich Schüler und Lehrer in den Klassenzimmern. Die Entwarnung kam nach zehn Minuten.
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Von Imke Molkewehrum

Panik an der Waldschule Schwanewede. Am Montagmorgen versetzte ein fälschlich ausgelöster Amok-Alarm die Gesamtschüler und Lehrer in Angst und Schrecken. Sie verschanzten sich in den Klassenräumen. Das Ganze entpuppte sich zum Glück als Fehlalarm, den ein Elektriker bei Wartungsarbeiten ausgelöst hatte. Die stellvertretende Schulleiterin Almut Stindt gab nach rund zehn Minuten Entwarnung. Der psychische Stress hallte bei direkt oder indirekt Beteiligten aber nach.

Via Facebook postete ein aufgebrachter Vater, er habe über eine Voice-Nachricht seiner Tochter hören können, dass die Kinder dreimal per Durchsage dazu aufgefordert worden seien, Türen und Fenster zu verriegeln und sich unter den Tischen zu verstecken. Zudem habe er ein Kind laut schreien hören. Schließlich seien Schüler aus lauter Angst sogar „weinend quer durch Schwanewede gelaufen“. Er habe seine Tochter „total aufgelöst“ eingesammelt. Später postete der Vater, sein Kind läge nun weinend im Bett. Er erwäge einen Schulwechsel.

Umsichtig reagierte ein Vater, der nach eigener Aussage sofort in der Schule angerufen hatte. Anschließend postete er: „Alles okay, habe gerade mit dem Rektor telefoniert. Es gab einen Fehlalarm bei Arbeiten an der Elektronik. Den Kindern geht es prima.“

Im Netz debattierten einige Eltern im Nachhinein nunmehr über mutmaßliche Falschaussagen der Schulleitung. Deshalb meldete sich der besonnene Vater abermals zu Wort: „Innerhalb von drei Minuten konnte eine Antwort nach meinem Telefonat mit dem Direktor hier gepostet werden.“ Einige Kinder hätten sich zwar „stark erschreckt“, andere hätten es mit Humor genommen. „Aber letztendlich hat bestimmt jede einzelne Lehrerin und jeder einzelne Lehrer ein Auge auf das Wohl unserer aller Kinder.“

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Eine Mutter rief ebenfalls zur Umsicht auf. Es mache keinen Sinn, über Facebook irgendwelche Theorien zu entwickeln. Stattdessen gelte es, „die Kids zu beruhigen“ und nachzuhaken, was wirklich los war. Was wirklich los war, weiß die stellvertretende Schulleiterin Almut Stindt, die selbst vor Ort war. „Der Auslöser war ein technischer Defekt bei Arbeiten an der Elektrik. Das kommt aber nicht wieder vor, da diese Fehlerquelle jetzt beseitigt worden ist“, versichert die Lehrkraft.

Im aktuellen Fall sei jedoch um kurz nach acht Uhr tatsächlich dreimal die automatische Durchsage zu hören gewesen, sich in den Räumen einzuschließen. „Die Ansage ist für Gefahrensituationen programmiert“, erläutert Stindt. Der Elektriker habe die automatische Ansage zwar schnellstmöglich gestoppt, aber bis zum Sekretariat einige Minuten gebraucht, um Entwarnung zu geben.

„Ich selbst habe dann etwa acht bis zehn Minuten nach dem Alarm zweimal mit einer Durchsage über den Fehlalarm informiert“, so Stindt. Bis dahin hätten sich alle Lehrkräfte ordnungsgemäß verhalten. Schüler seien von den Gängen und aus der Aula in die Klassenräume geholt worden. Ein Kind sei noch nicht im Gebäude gewesen und habe das Schulgelände schnell verlassen. „Das ist in dem Fall auch in Ordnung“, betont die Pädagogin.

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Sie selbst habe alles abgespult, was sie für einen solchen Fall gelernt habe. „Man muss mit klarem Kopf handeln.“ Nach der Entwarnung hätten die Lehrkräfte mit den Schülern besonnen über die Vorkommnisse gesprochen und sie beruhigt. Der Unterricht habe in der zweiten Schulstunde regulär stattgefunden. Es war der erste Alarm in der Waldschule, die von mehr als 1300 Schülern besucht wird.

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