Viel los im Schwaneweder Zentrum

Andrang beim Weihnachtsmarkt

Auf dem Schwaneweder Weihnachtsmarkt ging es an diesem Wochenende für Besucher nur langsam von Stand zu Stand. Die Resonanz war so groß, dass manche Anbieter mit dem Warennachschub nicht nachkamen.
22.12.2019, 16:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniela Schilling
Andrang beim Weihnachtsmarkt

Viel los auf dem Schwaneweder Marktplatz – sogar mehr als im Vorjahr, sagen zumindest manche Händler und Besucher.

Christian Kosak

Schwanewede. Es ist Samstagabend, 18 Uhr. Der Marktplatz Schwanewede ist voll. Menschengruppen stehen dicht an dicht vor den Glühweinständen. Ein ähnliches Bild am Kinderkarussell, wo die Besucher versuchen, im Gedränge ihre Schmalzkuchen und Schokoladencrêpes zu essen. Es ist eine Szenerie, wie man sie eher vom Bremer Weihnachtsmarkt kennt. Manche Besucher fragen sich, wo die ganze Leute herkommen. Andere sagen, dass es im Vorjahr nicht so einen Auflauf gegeben hat. Es geht nur langsam über den Schwaneweder Weihnachtsmarkt – und nicht ohne Körperkontakt.

Reger Betrieb herrscht auch vor dem Stand des Schwaneweder Interessens-Clubs. Der Zusammenschluss aus elf Geschäftsleuten verkauft wie in jedem Jahr Rosmarinkartoffeln, Scampispieße und Weißwein mit Honig. Der Erlös wird für karitative Zwecke gespendet. Die Aktion ist die Haupteinnahmequelle der Gruppe, und wie es scheint, wird das Sparschwein dieses Mal besonders voll.

„Wir haben schon den Eindruck, dass dieses Jahr deutlich mehr los ist“, sagt Reinhard Krügerke vom Interessens-Club. Rund 200 Scampispieße und 300 Kilo Kartoffeln hätten sie pro Tag einkalkuliert. „Am Freitag waren die Spieße um 19 Uhr ausverkauft – und die Kartoffeln um 17.30 Uhr“, berichtet der Geschäftsmann. Wer vor dem Tresen steht, muss sich mitunter einen Platz erkämpfen.

Es gibt auch ruhige Ecken auf dem Weihnachtsmarkt. Wer sich ein wenig von dessen Zentrum mit Glühweinständen, Karussell und Imbissbuden entfernt, hat wieder mehr Platz. In diesem Ring rund um den Mittelpunkt des Marktplatzes stehen Kunsthandwerker und andere Anbieter, die selbst gemachte Waren anbieten. Schmuck zum Beispiel und Lederwaren, Spielzeug sowie Süßigkeiten.

Unter den Anbietern sind auch Susanne und Rainer Marondel vom Atelier Kammikatze. Die Lesumer sind in diesem Jahr bereits zum fünften Mal dabei und verkaufen selbst gestrickte Socken, Handschuhe, Tücher und Stulpen aus Wolle. Alles entsteht in Heimarbeit, denn Stricken ist Susanne Marondels Hobby. Ihr Mann hilft beim Verkauf.

Beide freuen sich über die gute Resonanz und die allgemein gute Stimmung. „Es ist immer schön hier, und wir kommen in jedem Jahr gerne wieder“, sagt Rainer Marondel. „Man hat den Eindruck, dass alle Schwaneweder vor den Feiertagen noch einmal zusammenkommen, um gemeinsam die Adventszeit im Ortskern zu genießen."

Alte Bekannte treffen und Freunde wiedersehen, die bereits vor Jahren weggezogen sind – das war auch der Anlass für Pauline Dreibholz, Nadine Gottschalk und Marvin Steinert, auf den Schwaneweder Marktplatz zu pilgern. „Eigentlich bin ich eher eine Weihnachtsmarktkritikerin, da es mir dort immer zu voll ist“, sagt Dreibholz, die inzwischen in Berlin lebt.

Sie ist auf Heimatbesuch in Schwanewede und macht deshalb eine Ausnahme. Ebenso wie Nadine Gottschalk, die mehrere Jahre in Stuttgart lebte und nun ihren Lebensmittelpunkt in Lesum hat. Beide Frauen halten sich etwas abseits von der Menge. Trotzdem dauert es nur wenige Minuten, bis sie die ersten Bekannten treffen. „Lange nicht gesehen! Wie geht es dir?“ – Fragen, die man an diesem Abend an jeder Ecke hört.

Zwischen den Menschen, die meist dicke Jacken und Pudelmützen tragen, sieht man auch immer wieder solche in der Einsatzkleidung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Es sind die Mitglieder der Ortsgruppe Schwanewede, die Tombolalose verkaufen. Den Gewinn kann man sich am großen Zelt, ganz am Rande des Marktes abholen.

Zahlreiche Geschäftsleute der Umgebung haben Preise gespendet. Der Hauptgewinn ist ein Platz in einem Schwimmkursus. „Und das ist wirklich ein attraktiver Preis, denn wir haben normalerweise eine Wartezeit von anderthalb Jahren“, erklärt Vorsitzender Nils Neubauer. Das eingenommene Geld soll für die Jugendarbeit verwendet werden.

Damit auch viel zusammenkommt, haben sich die Lebensretter ein mehrstufiges System ausgedacht: Lose verkaufen, die Besucher damit zum Zelt lotsen und ihnen dort dann noch selbst gebackene Waffeln und Kekse verkaufen. Natürlich gegen eine Spende. Ein Konzept, das aufgeht und durchgehend Menschen an den Stand bringt.

„Heute war viel los und auch deutlich früher als gestern“, sagt Jasmin Holm. Die Vorsitzende der Jugendgruppe ist mit insgesamt zwanzig anderen Mitgliedern in der Menge unterwegs und backt Waffeln am Stand. Ab und an müssen sie und ihre Mitstreiter auch mal Blessuren verarzten, aber das halte sich in Grenzen, meint Vorsitzender Nils Neubauer. „Eigentlich sind wir der klassische Familienstand“. Noch am Abend kommen viele Eltern mit Kindern, um sich eine Portion Waffeln bei den Lebensrettern zu gönnen.

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