Waldschule Schwanewede Auf dem Weg ins digitale Lernzeitalter

Kultusminister Grant Henrik Tonne hat die Waldschule Schwanewede besucht. Das Lernen mit digitalen Medien, erfuhr der Gast aus Hannover, beschäftigt sowohl Schulleitung und Elternvertreter derzeit besonders.
14.02.2019, 15:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller

Schwanewede. Mit Schreibblock und Kamera stehen Pauline Oehsen, Henrike Stindt und Karen Trappe in der Mensa der Waldschule Schwanewede bereit. In der Mensa der Waldschule warten die drei Gymnasiatinnen zusammen mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern auf Kultusminister Grant Henrik Tonne, der an diesem Donnerstagvormittag die Kooperative Gesamtschule besucht. „Alle Schüler sind per E-Mail von der Schulleitung informiert worden. Wir schreiben einen Artikel für die Homepage unserer Schule, um unseren Mitschülern einen Eindruck von dem zu Besuch geben“, erzählt Henrike.

Da kommt der Gast auch schon, begleitet von Schulleiter Eugen Kolodziej und seiner Stellvertreterin Almut Stindt. Grant Henrik Tonne schüttelt jedem im Raum die Hand, dem Schwaneweder Bürgermeister Harald Stehnken ebenso wie den zwölf Helfern der Schülerfirma „Easy Life“, die Häpppchen vorbereitet haben.

Schulleiter Eugen Kolodziej hatte den Kultusminister im November am Rande einer Podiumsdiskussion in Neuenkirchen zu einem Besuch der Waldschule eingeladen. Im Gespräch und bei einem Rundgang werden dem Gast aus Hannover an diesem Tag einige Schwerpunkte und Aktivitäten der Schule vorgestellt. Ein Thema, das Schulleitung und Elternvertretern am Herzen liegt, ist das Lernen mit digitalen Medien. Die Schule ist derzeit dabei, alle Klassenräume mit großen Bildschirmen für den Unterricht auszustatten. Die Geräte sind nach den Worten des Schulleiters bestellt. Was fehlt, ist nach seinen Worten ein Mitarbeiter, der sich um die digitalen Medien kümmert. „Ein Schulassistent wäre für unsere Schule eine große Hilfestellung“, erfährt der Minister.

Der verweist auf den Digitalpakt, den Bund und Länder seit zwei Jahren schmieden. Er sieht laut Tonne 470 Millionen Euro für Investitionen in die digitale Technik an Schulen in Niedersachsen vor. Zuzüglich eines Eigenanteils des Landes von zehn Prozent stehen laut Tonne insgesamt 520 Millionen Euro bereit. „Ich gehe davon aus, dass es in der kommenden Woche zu einer Einigung mit dem Bund kommt.“ Bundesrat und Bundestag würden im Februar/März über den Digitalpakt entscheiden.

Diskussionsbedarf gibt es nach den Worten des Ministers noch darüber, wie das Geld an die Schulen verteilt werden soll. „Die Vielfältigkeit der Schulen zu berücksichtigen, wird eine Aufgabe der Förderrichtlinie sein.“ Die Überlegung sei, dass es für die Schulen einen Sockelbetrag geben soll. „Das müssen wir noch mit den kommunalen Spitzenverbänden besprechen.“

Die Waldschule ist dabei, ihre Lehrer fit zu machen für das digitale Schulzeitalter. „Im Rahmen des Erasmus-plus-Programms haben wir einen Antrag für eine Lehrerfortbildung mit dem Schwerpunkt Digitalisierung gestellt“, berichtet Almut Stindt. Erasmus plus ist ein EU-Programm, das unter anderem Bildungsprojekte fördert. Das Schwaneweder Projekt sieht laut Stindt einen Austausch mit Partnerschulen in anderen europäischen Ländern vor. „Wir wollen im Rahmen der Fortbildung lernen, wie dort mit der Digitalisierung in der Schule umgegangen wird.“

Das Thema beschäftigt auch den Vorstand des Schulelternrates. Birthe Reinhardt will vom Minister wissen, wann mit einem „prüfungssicheren“ System zur Benutzung etwa von elektronischen Wörterbüchern oder Formelsammlungen zur rechnen ist. Das Ministerium arbeite daran, entsprechende Apps für die Schulen zur Verfügung zu stellen, so Grant Henrik Tonne. Er fügt aber auch hinzu: „Das Lernen mit digitalen Medien wird ein Prozess sein, bei dem sich nicht alles in einem Jahr oder in zwei Jahren umsetzen lässt.“

Zwei Schulprojekte werden dem Minister vorgestellt. In der Mensa sind Stelltafeln einer Ausstellung aufgebaut, die Waldschüler in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte „Baracke Wilhelmine“ über das Schicksal des ehemaligen italienischen Zwangsarbeiters Elio Materassi aus Pontassieve/Toskana erarbeitet haben. Inzwischen gibt es einen Schüleraustausch zwischen der Waldschule mit einer Schule in Pontassieve.

An der Waldschule hat sich eine Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus“ gegründet, berichtet Schülerin Lina Neumann dem Minister. Die AG entwickelt derzeit ein Projekt. Tonne findet lobende Worte und weist darauf hin, dass das Land die regionale Vernetzung von „Schule ohne Rassismus“-Projekten unterstützt. Im neuen Haushalt stünden entsprechende Mittel bereit.

Dass sich die Waldschule auch für den Klimaschutz engagiert, erfährt der Gast aus Hannover am Beispiel des „Grünen Klassenzimmers“. Der Schulförderverein-Vorsitzende Markus Hohnhorst übergibt der Schulleitung in der Mensa einen Spendenscheck über 5000 Euro für das Projekt. Auf dem Schulhof soll ein Lernort im Freien unter Rankpflanzen entstehen. Die Idee wurde bei einem Klimatag an der Schule geboren. Beim anschließenden Rundgang durch die Schule informiert die Schulleitung über den geplanten Aula-Umbau und über das Konzept des eigenverantwortliche Lernens.

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