Handball-Oberliga Nordsee der Männer

Aufholjagd fehlt die Krönung

HSG Schwanewede/Neuenkirchen verliert das Spiel eins unter Training Henning Schomann mit 26:29
09.02.2020, 18:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Kowalzik

Schwanewede. Henning Schomanns Einstand bei den Oberliga-Handballern der HSG Schwanewede/Neuenkirchen begann mit einer Niederlage. Zwei Tage hatte der Trainer der „Schwäne“ Zeit gehabt, um sein neues Team auf das Duell der Emotionen bei der SG VTB/Altjührden vorzubereiten. Letztlich zündete es beim Tabellendritten einen Tick zu spät: Die HSG kehrte trotz einer guten Aufholjagd mit einer 26:29 (9:15)- Niederlage von den Friesen zurück.

Die bitterste Situation spielte sich aus Sicht der HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der 56. Minute ab, in der sich Kreisläufer Fabian Hartwich die zweite blaue Karte der Saison abholte. Er traf bei einer Abwehraktion den VTB-Angreifer Jonas Rohde mit der flachen Hand im Gesicht, woraufhin der zu Boden ging. „Dass das Rot ist, ist aus meiner Sicht unstrittig. Die blaue Karte ist zu hart, weil es eine Abwehr mit der flachen Hand war“, nahm Henning Schomann seinen Mann mit der Rückennummer 14 in Schutz. Die Höhe des Strafmaßes obliegt jetzt der spielleitenden Stelle. Das Problem daran ist, dass Hartwich als Wiederholungstäter gilt und er schon zum Saisonbeginn für einen angedeuteten Kopfstoß im Heimspiel gegen den ATSV Habenhausen eine Sechs-Spiele-Sperre aufgebrummt bekommen hatte.

Doppelt ärgerlich war, dass die „Schwäne“ gerade in dieser Phase drauf und dran waren, das Spiel zu kippen. Der Ausgangspunkt war eine offensive 5:1-Deckung, die sich durch einen teilweise sehr weit heraustretenden Halbverteidiger Andrej Kunz schon fast in Richtung 3:2:1-Formation orientierte. Vorneweg machte Torben Lemke den Hausherren das Attackieren mit seinen weit ausgestreckten Armen schwer. Henning Schomann hatte diese Variante bereits nach 20 Spielminuten gewählt, weil sein Team nach dem 4:3-Vorsprung über 4:10 und 5:13 immer klarer ins Hintertreffen geraten war. „Ich wollte Altjührden mehr unter Druck setzen", begründete er seine Taktik.

Nach dem 18:24-Rückstand schien diese Maßnahme endlich zu zünden. Denn während die Friesen einen Strafwurf an den Pfosten knallten, mit einem Konter am HSG-Schlussmann Niklas Planck scheiterten und ihnen zusätzlich auch noch ein Stürmerfoul unterlief, führten Andrej Kunz (2) und Niels Huckschlag (2) ihre Farben bis auf 22:24 an den Drittplatzierten heran (55.). Die anschließende Unterzahl, die durch die blaue Karte entstand, meisterten die „Schwäne“ auch noch gut. Trotzdem kamen sie nicht mehr näher an ihren Rivalen heran. Nach dem 24:26-Anschlusstreffer von Karlo Oroz versuchte die HSG Schwanewede/Neuenkirchen 90 Sekunden vor Schluss, mit einer dreifachen Manndeckung in Ballbesitz zu kommen. Nach dem 25:27 von Andrej Kunz wurde das auf eine komplette offene Feldabwehr ausgeweitet – alles ohne Erfolg.

Henning Schomann hob nach dem Abpfiff vor allem die gute Moral seines Teams hervor. „Die hat auf jeden Fall gestimmt. Wir hatten auch den richtigen Fokus“, sah er seine Spieler nach dem Unruhe-Wechsel des HSG-Trainergespanns Andreas Szwalkiewicz/Dennis Graeve zu Altjührden nicht als übermotiviert an. Die beiden Ex-Coaches hatten sich übrigens – wie versprochen – nicht in der Halle aufgehalten, sondern sich in Rotenburg ihren nächsten Gegner ATSV Habenhausen angesehen.

Auch ohne Anwesenheit ihrer neuen Coaches war die SG VTB/Altjührden gegen die „Schwäne“ hochmotiviert und wollte sich für die vorausgegangenen schwachen Liga-Auftritte unbedingt rehabilitieren. Dadurch wurde dem Publikum ein sehenswertes Spiel geboten. „Die Zuschauer haben sich völlig fair verhalten und für eine gute Stimmung gesorgt. Man hat vom Stress im Vorfeld nichts gemerkt", schloss Henning Schomann, der nun am kommenden Sonnabend, 18 Uhr, Heideschule, mit den "Schwänen" auf den SV Beckdorf trifft.

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