Christina Jantz-Herrmann (SPD) im Wahlkampf

Endspurt beim Stimmenfang

Christina Jantz-Herrmann (SPD) tritt am 13. Dezember zur Bürgermeister-Stichwahl in Schwanewede an. Im Wahlkampf-Endspurt setzt sie neben sozialen Medien auf persönliche Kontakte mit den Wählern.
08.12.2020, 07:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Gabriela Keller
Endspurt beim Stimmenfang

Christina Jantz-Herrmann (rechts) beim Wahlkampf-Termin vor einem Supermarkt in Neuenkirchen.

Christian Kosak

Auf dem Parkplatz vor dem NP-Markt in Neuenkirchen gibt es Christina Jantz-Herrmann an diesem Vormittag im Doppelpack. Von einem Plakat lächelt die SPD-Kandidatin für die Bürgermeister-Wahl in Schwanewede Passanten entgegen, gleich daneben steht das Original. Warm eingepackt in eine Jacke in der Parteifarbe Rot verteilt die 42-Jährige Stoffbeutel mit Inhalt: zum Wahlprospekt der Kandidatin gibt's einen Schreibblock und einen Kuli dazu.

Auf den Tragetaschen prangt noch das alte Wahldatum 15. November. „Wir wollten die Stoffbeutel aus Kostengründen nicht extra neu bedrucken lassen“, erzählt Christina Jantz-Herrmann. Wegen der Pandemie verschob die Gemeinde Schwanewede den Wahltermin bekanntlich auf den 22. November und ordnete eine Briefwahl für alle an. Christina Jantz-Herrmann holte damals mit 49,09 Prozent die meisten Stimmen, aber nicht genug. Weil sie die absolute Mehrheit knapp verfehlte, geht es für sie am 13. Dezember in die Stichwahl gegen den Parteilosen Dieter von Bistram, der im ersten Wahlgang als zweitbester Kandidat abschnitt.

Rund 14,7 Prozentpunkte lag Jantz-Herrmann damals vor ihrem Kontrahenten. Für sie ist das aber kein Grund, deshalb auf den letzten Metern bis zur Stichwahl kürzerzutreten. „Es kommt auf jede Stimme an“, sagt sie. Deshalb steht sie an diesem Vormittag bei vier Grad in der Kälte in Neuenkirchen, „um Wähler, die mich im ersten Wahlgang gewählt haben, erneut zu motivieren, aber auch in der Hoffnung, jene für mich zu gewinnen, die damals für die Grünen oder den Parteilosen Thomas Witte stimmten.“

Burkhardt Meilinger nutzt die Gelegenheit, der Kandidatin einige Anliegen vorzutragen. Der Neuenkirchener übergibt Christina Jantz-Herrmann einen kleinen gelben Zettel. Darauf hat er in Stichworten notiert, was er in Neuenkirchen vermisst. „Hier fehlt ein Arzt“, sagt der Bürger. In der Kernortschaft Schwanwede gebe es zwar genug Praxen. „Aber wir kommen wir von Neuenkirchen aus da hin?“, macht er auf ein weiteres Problem aufmerksam. Es fehle eine direkte Busverbindung nach Schwanewede.

Zum Thema Arzt für Neuenkirchen verspricht Jantz-Herrmann, mit der Kassenärztlichen Vereinigung Kontakt aufzunehmen. Das Stichwort Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs greift die Kandidatin auf, an ihren Vorschlag einer Schnellbus-Verbindung von Schwanewede zum Bremer Hauptbahnhof zu erinnern. „Dazu gehört aber auch die Anbindung von Schwanewede nach Neuenkirchen und zur Kreisstadt in Osterholz-Scharmbeck.“

Eine Frau mit einem gefüllten Einkaufswagen kommt vorbei. „Brauchen Sie noch' n Büddel?“, fragt Jantz-Herrmann und hält ihr einen Stoffbeutel entgegen. Die Frau greift zu und schiebt ihren Wagen weiter. Dass nicht jeder Kontakt mit einem Bürger immer in ein Gespräch mündet, nimmt die Kandidatin gelassen. „Mir ist es einfach wichtig, mich zu zeigen und ansprechbar zu sein, falls es Fragen gibt.“

Stichwort Kontakt: Wegen der Corona-Pandemie verzichte sie im Wahlkampf auf traditionelle Hausbesuche, sagt Jantz-Herrmann. „Obwohl ich gerade Besuche an der Haustür immer gerne gemacht habe.“ Anfangs habe es noch Infostände unter anderem auf dem Marktplatz in Schwanewede gegeben, vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen habe sie die aber eingestellt. Traditionelle Wahlkampf-Veranstaltungen sind in Corona-Zeiten nicht möglich.

Um ihre Botschaften trotzdem unter das Volk zu bringen und zu hören, was die Bürger bewegt, nutzt Christina Jantz-Herrmann verstärkt soziale Medien. Dazu gehören auch öffentliche Live-Chats unter anderem mit dem Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte. „Die Resonanz auf die Live-Chats war super.“ Auch über Facebook hätten sich viele Bürger mit ihr ausgetauscht. „Da ging es um Themen wie den ÖPNV, den Ausbau von Radwegen, die Stärkung des Ehrenamtes. Für meinen Vorschlag, Straßenausbaubeiträge abzuschaffen, bekam ich viel Zustimmung.“ Sie könne sich vorstellen, Formate wie Live-Chats auch nach Corona weiter im Wahlkampf zu nutzen, sagt Jantz-Herrmann.

Ganz auf die persönliche Begegnung will die Kandidatin trotz Corona nicht verzichten. Aktionen wie die in Neuenkirchen seien eine gute Möglichkeit. „Die Bürger können hier freiwillig entscheiden, ob sie den Kontakt suchen wollen.“ Gute Erfahrungen habe sie mit ihrem „Zug durch die Gemeinde“ gemacht. Zu Fuß oder mit dem Rad sei sie bewusst in Schwanewede unterwegs, auf dem Wochenmarkt oder beim Einkaufen in den Märkten. „Dabei sprechen mich viele Menschen an.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+