Neue Bürgermeisterin in Schanewede

Jantz-Herrmann gewinnt

Christina Jantz-Herrmann (SPD) hat die Stichwahl gegen den parteilosen Dieter von Bistram gewonnen. Sie bekam am Sonntag 60,49 Prozent der Stimmen und ist ab 1. Januar Schwaneweder Bürgermeisterin.
13.12.2020, 21:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller
Jantz-Herrmann gewinnt

Strahlende Siegerin: Christina Jantz-Herrmann hat am Wahlabend vor dem Rathaus erste Gratulationen erhalten.

CARMEN JASPERSEN

Schwanewede. Eine Frau sitzt künftig im Chefsessel im Schwaneweder Rathaus. Christina Jantz-Herrmann wird neue Bürgermeisterin der Gemeinde Schwanewede. Bei der Stichwahl am Sonntag erhielt die SPD-Kandidatin 6276 und damit 60,49 Prozent der Stimmen. Ihr unterlegener Kontrahent, der parteilose Einzelbewerber Dieter von Bistram, kam auf 4099 Stimmen (39,51 Prozent).

Beide Kandidaten verfolgten im Rathaus die Stimmauszählung der Stichwahl, die wie im ersten Durchgang am 22. November wegen der Corona-Pandemie als reine Briefwahl durchgeführt wurde. Mit der Wahl von Christina Jantz-Herrmann bleibt das Rathaus in SPD-Hand. Der Sieg für die 42-Jährige zeichnete sich bereits nach den ersten Schnellmeldungen ab. Im weiteren Verlauf konnte die frühere Bundestagsabgeordnete ihren Vorsprung weiter festigen. Die Verwaltungsfachwirtin wird zum 1. Januar 2021 den bisherigen Amtsinhaber Harald Stehnken ablösen, der nach mehr als 19 Jahren als Bürgermeister zum Jahresende vorzeitig in den Ruhestand geht.

Die Stichwahl war notwendig geworden, weil im ersten Wahlgang am 22. November von den damals angetretenen vier Kandidaten keiner die absolute Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen errang. Christina Jantz-Herrmann hatte im ersten Durchgang mit 49,09 Prozent vorn gelegen, gefolgt von Dieter von Bistram mit 34,40 Prozent. Auf einen Sieg auch bei der Stichwahl habe sie deshalb gehofft, sagt Christina Jantz-Herrmann. Auch weil sie in den vergangenen Wochen Rückenwind aus der Bevölkerung gespürt habe. Dass jetzt eine Sechs vor dem Komma steht, hat sie dann doch überrascht. „Über das Ergebnis jetzt freue ich mich sehr.“ Erste Gratulanten waren neben Noch-Amtsinhaber Harald Stehnken und engen Parteifreunden auch ihr Kontrahent, Dieter von Bistram.

„Ich bin nicht enttäuscht“, sagt der unterlegende Kandidat. Mit seinen rund 40 Prozent sei er „als politischer Grünschnabel voll zufrieden“. Immerhin habe er noch Wähler hinzugewinnen können. Dass Christina Jantz-Herrmann ihren Vorsprung um knapp 20 Prozent habe ausbauen können, sei für ihn nicht überraschend. „Die Tendenz war absehbar“ meinte Dieter von Bistram am Wahlabend. „Ich habe mit meinen in den vergangenen Jahrzehnten erbrachten Leistungen in der Verwaltung der Gemeinde die Wähler überzeugen wollen. Das ist von den Wählern aber nicht so honoriert worden, die haben offenbar eher auf Vorstellungen für die Zukunft abgehoben.“

Beide Kandidaten hatten in den Wochen bis zur Stichwahl noch mal Gas im Wahlkampf gegeben. Christina Jantz-Herrmann ließ ihre großen Wahlplakate und ihren Flyer mit einem Wahlkampf-Slogan und einen Aufruf für die Stichwahl neu gestalten. „Weil es um Schwanewede geht“, war da zu lesen und „Jetzt in die Stichwahl“. Prominente Wahlkampf-Unterstützung bekam die SPD-Kandidatin noch am Freitag aus Hannover. „Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil schickte mir für meinen Wahlkampf in den sozialen Medien ein Video. Darüber habe ich mich sehr gefreut.“

Auch Dieter von Bistram versuchte, die Wähler mit neuen Plakaten mit Hinweis auf die Stichwahl zu mobilisieren. Für von Bistram war es der erste Wahlkampf seines Lebens. Viel Zuspruch habe er erfahren, aber auch böse Überraschungen erlebt. Bei Facebook sah sich der Parteilose, der von der CDU unterstützt wurde, nach eigenen Worten in den Tagen und Wochen vor der Stichwahl Anfeindungen durch einige Nutzer ausgesetzt. Von Bistram spricht von Beschimpfungen, Beleidigungen und Unterstellungen. „Mir ist wegen des Barons in meinen Namen Arroganz vorgeworfen worden.“ Wegen eines Fotos, das ihn nach Aufstellung als Kandidat bei der Gratulation durch den Schwaneweder CDU-Vorsitzenden zeigt, sei ihm Filz unterstellt worden. „Das ist nicht nur eine bösartige Unterstellung, sondern grenzt schon an Verleumdung“, schreibt von Bistram in einem Facebook-Post. Andere hätten kritisiert, dass er beim Haustür-Wahlkampf keine Maske trug. Dazu sagt er: „Ich habe an der Haustür immer die Regelungen der Corona-Verordnung eingehalten.“ Nicht nur persönlich, auch beruflich sei er diskreditiert worden, berichtet der Schwaneweder, der im Rathaus den den Fachbereich Ordnung und Soziales leitet. „Das hat mich maßlos geärgert, ich finde das respektlos.“

Für den Schwaneweder Wahlleiter Jens Bunk und sein Team war es ein arbeitsreicher Tag, der um 13 Uhr mit der Vorbereitung der Briefwahlunterlagen begonnen hatte. Über 10 400 Wahlbriefe waren zu öffnen, zu prüfen, Stimmzettelumschläge zu entnehmen und die in Wahlurne zu tun. Ab 18 Uhr machten sich 64 Wahlhelfer ans Auszählen der Stimmen.

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