Handball-Oberliga der Männer Derby-Niederlage gut verdaut

Die Beine von Tim Paltinat schmerzten beim Heimsieg über die TSG Hatten-Sandkrug. „Ich habe vom Training unter der Woche einen ganz schönen Muskelkater gehabt“, plauderte der „Schwäne“-Akteur.
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Von Olaf Kowalzik

Schwanewede. Die Beine von Tim Paltinat brannten und schmerzten beim 26:24 (13:11)-Heimsieg über die TSG Hatten-Sandkrug höllisch. „Ich habe vom Training unter der Woche einen ganz schönen Muskelkater gehabt, wie auch meine Mitspieler“, plauderte der Rechtsaußen der HSG Schwanewede/Neuenkirchen vergnügt.

Ja und? Man sah es ihm beim fünften Saisonsieg in der Handball-Oberliga überhaupt nicht an. Der große Blonde setzte den Gästen sieben Würfe bei nur acht Versuchen ins Netz, damit lieferte der Linkshänder damit ein fast perfektes Spiel ab. „Da hab‘ ich mir den Frust über die Niederlage von der Vorwoche beim HC Bremen weggespielt„, erklärte „Palle“ Paltinat seinen Sahnetag.

Jaja, das verlorene Derby beim HC Bremen hatte beim Oberliga-Novizen in der Tat für einen längeren Nachhall gesorgt. Das bekam das Team schon unter der Woche im Training zu spüren, in dem der HSG-Coach Andreas Szwalkiewicz die Zügel gewaltig angezogen hatte. Blöd nur, dass sein Gegenüber Hauke Rickels genau dasselbe im Sinn hatte, weil sich dessen Mannschaft von der HSG Delmenhorst eine satte Backpfeife abgeholt hatte (26:33).

Am Ende der 60 spannenden Spielminuten durfte sich „Andi" Szwalkiewicz über zwei verdiente Zähler auf der Habenseite freuen, mit denen seine „Schwäne“ ihre Saison-Auftaktbilanz auf starke 10:4 Punkte schraubten. Das wurde tags drauf beim Frühschoppen im Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt ausgelassen gefeiert. Für diesen Montag gab's trainingsfrei gleich mit dazu.

Nichtsdestotrotz sollte man die Kirche im Dorf lassen, denn ein überragender Erfolg war das 26:24 gegen den Zehnten nämlich nicht. „Meine Mannschaft hat aber deutlich weniger Fehler als in der Vorwoche gemacht und das Spiel mit einer durchweg positiven Stimmung bestritten", war der HSG-Trainer dennoch zufrieden. Der Ausgangspunkt für den Sieg war die Abwehr, in der der Innenblock erneut den entscheidenden Unterschied ausmachte. Er kaufte dem Hatter-Rückraum den Schneid ab und ließ auch dem auch dem TSG-Kreisläufer nur wenig Raum. Außerdem präsentierte sich der Schlussmann Niklas Planck in einer starken Verfassung.

Deshalb ließen die Hausherren nach dem 3:0-Blitzstart auch nur fünfmal in der gesamten Partie ein Unentschieden zu, das letzte Mal beim 15:15 (35.). Trotz der gefühlten Überlegenheit kam die HSG Schwanewede/Neuenkirchen nie so richtig vom Fleck weg, weil ihr im Angriff immer wieder Fehler unterliefen. „Es war eben mehr ein kampfbetontes Spiel“, sagte Andreas Szwalkiewicz, „und es war daher mehr verkrampft als schön anzusehen.“ Er und der Schwaneweder Anhang konnten es in der „Heidehölle“ verschmerzen, weil der Gastgeber die Nase eigentlich immer den wichtigen moralischen Finger breit vorne hatte. Und die „Schwäne“ verkrafteten die zwischenzeitlichen 20-minütigen Ausfälle von Karlo Oroz und Niels Huckschlag, die nach Zweikämpfen jeweils mit Oberschenkelproblemen ausgefallen waren und danach wieder die Zähne zusammenbissen.

Am Ende war es das Tandem Niels Huckschlag und „Palle„ Paltinat, das die Gäste auf die Bretter schickte. Fünf Minuten vor Schluss netzte Niels Huckschlag zum 24:22 ein, knapp drei Minuten vor dem Abpfiff langte Tim Paltinat zu (25:23). Als die TSG nach ihrem anschließenden Ballverlust die Deckung öffnete, übernahm „Hucki“ Huckschlag erneut die Verantwortung und erhöhte auf den alles entscheidenden 26:23-Vorsprung.

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