TSV Meyenburg Ein bisschen wie Haaland

Der erneute Aufstiegskampf ist auch ein Verdienst von Goalgetter Paul Ladwig, der mit zehn Treffern fast die Hälfte aller TSV-Tore erzielte.
04.01.2021, 15:13
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Von Karsten Hollmann

Der TSV Meyenburg kämpft nach dem Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz gleich wieder um den nächsten Aufstieg. Mit 18 Punkten aus sieben Spielen weist der Meister der 2. Kreisklasse Osterholz, Staffel B, nur einen Rückstand von drei Zählern auf Spitzenreiter Sportfreunde Heilshorn auf, der auch noch ein Spiel mehr auf dem Konto hat.

Der erneute Aufstiegskampf ist auch ein Verdienst von Goalgetter Paul Ladwig, der mit zehn Treffern fast die Hälfte aller TSV-Tore erzielte. „Paul ist sehr schnell“, weist Meyenburgs Spartenleiter Friedo Hülseberg auf den größten Vorzug des Angreifers hin.

Bereits in der vergangenen Saison hatte der 19-Jährige als A-Junior bei den TSV-Herren ausgeholfen und immerhin sieben Tore zum Aufstieg beigesteuert. Dies bescherte ihm unter anderem auch bereits Angebote vom FC Hambergen und vom FC Hansa Schwanewede aus der Bezirksliga Lüneburg – Ladwig lehnte diese aber ab. „Ich wollte mein erstes Herrenjahr erst einmal in Meyenburg verbringen, um zu schauen, wie ich mich entwickle“, gibt der Youngster zu bedenken.

Der Übergang zu den Herren klappte bislang reibungslos. Paul Ladwig begann seine Laufbahn als Fünfjähriger in der G-Jugend des FC Huchting. „Da war ich immer Verteidiger“, lässt Ladwig wissen.

Nach dem Umzug der Familie aus Bremen nach Meyenburg pausierte Paul Ladwig erst einmal zwei Jahre mit dem Fußball. Sein damaliger Klassenkamerad und Kumpel Sönke Dahmen, der heute beim SV Aschwarden kickt, animierte ihn dazu, wieder mit dem Fußball anzufangen. Dies tat dieser dann auch. Blöd war nur, dass Dahmen als älterer Geburtsjahrgang unter Trainer Marcus Blöthe nicht in die gleiche Mannschaft beim TSV Meyenburg kam. Weil beide dann unterschiedliche Schulen besuchten, trennten sich die Wege der Freunde aber ohnehin.

Auch in der Meyenburger Jugend lief Paul Ladwig erst einmal in der Abwehr auf. Dann half er einmal aus der Not im Angriff aus. „Von da an habe ich dann nur noch vorne gespielt“, informiert der Torjäger. Ladwig ist ein klassischer Mittelstürmer, der nicht so viel nach hinten arbeitet und sich auch nicht selbst Bälle aus dem Mittelfeld holt. „Ich warte auf den Durchsteckpass, damit ich dann im Anschluss die komplette gegnerische Abwehr überlaufen kann“, versichert Paul Ladwig.

Gerne lauert dieser auch auf lange Abschläge seines Torwarts Sascha Seebeck, damit er schließlich mit viel Tempo auf das gegnerische Gehäuse zustreben kann. „Ich bin schnell und habe einen guten Schuss. Alles andere muss bei mir aber noch besser werden“, räumt Paul Ladwig ein.

An manchen Tagen wolle ihm am Ball einfach gar nichts gelingen. „Ich muss auch noch viel ruhiger werden, wenn ich mich länger im Ballbesitz befinde“, zeigt sich der junge Angreifer selbstkritisch.

So sei es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Mitspieler ihn vor allem wegen seiner Tore respektierten. „Wenn ich mal nicht treffe, kommt dann da auch schon einmal die Frage, was denn mit mir los ist“, verrät Paul Ladwig. Dies sporne ihn dann aber umso mehr dazu an, im nächsten Match wieder ins Schwarze zu treffen.

Paul Ladwig ist hingegen kein Fan einer bestimmten Mannschaft und schaut auch nicht so oft im Fernsehen Fußball. „Fußballspielen macht mir Spaß, am Schauen bin ich aber nicht besonders interessiert“, so Ladwig. Dennoch hat es ihm Angreifer Erling Haaland von Borussia Dortmund angetan: „Den finde ich schon ganz cool, weil er genau wie ich schnell ist und einen guten Abschluss hat“, erklärt der 19-Jährige.

Ein richtiges Idol, dem er nacheifert, habe er aber ansonsten nicht. Neben dem Fußball hat Ladwig mit dem Motorrad-Cross noch eine weitere sportliche Leidenschaft. „Mein Vater Olaf Ladwig hat mir eine Yamaha mit 50 Kubikzentimetern geschenkt, als ich gerade einmal vier Jahre alt war“, teilt der Sportler mit. Damit sei er dann im immer im eigenen Garten der Familie in Huchting umhergefahren. Heute befährt Ladwig mit seiner Honda GRF 250 die Bahnen in Wildeshausen und Hoope. In Wettbewerben ist er aber noch nicht angetreten. „Ich müsste auch zu viel Zeit investieren, um gut in dem Sport zu sein“, so Ladwig.

Das Abwägen im Hinblick auf das Aufwand-Nutzen-Verhältnis spielte bei Paul Ladwig auch im Fußball schon einmal eine große Rolle. Dieser hatte in der A-Jugend das Angebot, sich dem Regionalligisten JFV Bremerhaven anzuschließen. Ladwig absolvierte auch ein Probetraining in der Seestadt. „Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass es nicht passt. Ich hätte viel Zeit für einen ungewissen Ausgang investieren müssen“, sagt Paul Ladwig. Dieser glaubt auch nicht mehr daran, dass er in seine, Leben noch einmal professionell Fußball spielen wird. „In der Kreis- oder in der Bezirksliga möchte ich aber schon noch einmal kicken“, informiert der Metallbauer. Aber auch in dieser Hinsicht wolle er dann am liebsten für einen Verein in der Nähe auflaufen, am besten für den TSV Meyenburg, um nicht zu viel Zeit für die An- und Abfahrt zu verlieren.

Paul Ladwig peilt mit dem TSV Meyenburg den Aufstieg in die Kreisliga an. „Auch meine Teamkollegen haben dieses Ziel. Nur wenn es nicht klappt, könnte ich mir einen Wechsel zu einem anderen Verein vorstellen“, sagt Ladwig. Er genieße aber den starken Zusammenhalt beim Liganeuling.

„Wir haben eine gute Mannschaft, in der es viel Spaß macht, Fußball zu spielen. Und der Spaß steht bei mir an erster Stelle“, betont der Goalgetter. Dieser verfolgt aber neben dem Aufstieg dennoch ein ehrgeiziges persönliches Ziel. „Ich habe vor der Saison mal ganz großspurig 30 Tore angekündigt“, verrät der Knipser. Da er aber wegen des zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie eher davon ausgeht, dass in dieser Serie nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden kann, halbiert er kurzerhand seine anvisierten Treffer. Dann bräuchte er nur noch fünf Treffer aus neun verbleibenden Begegnungen. „Also bin ich nicht weit weg von meinem Ziel“, sagt Ladwig.

Bereits seit dreieinhalb Jahren ist Paul Ladwig mit Melissa Neumann liiert. Die Volleyballerin der VG Meyenburg/Schwanewede schaute ihrem Freund häufig bei den Meyenburger A-Junioren zu. „Da war sie nicht alleine am Spielfeldrand, weil viele ihrer Freundinnen auch mit meinen Freunden zu tun hatten“, berichtet Ladwig. Inzwischen schaue Neumann aber nur noch selten mal mit ihrem Vater vorbei. Auf eine Karriere als Leichtathlet wegen der starken Geschwindigkeit verzichtet Paul Ladwig lieber.

„Ich habe zwar schon ein paar Mal darüber nachgedacht. Doch ich denke, mir wäre es zu langweilig, einfach nur geradeaus zu laufen“, so Ladwig. Im Fußball wird es klassenmäßig wohl für Paul Ladwig über kurz oder lang noch ein wenig höher gehen. „Wenn er sich nicht weiterentwickelt, könnte Paul jedoch bei zwei oder drei Klassen höher an seine Grenzen stoßen“, vermutet Friedo Hülseberg, der den Stürmer möglichst noch lange in den eigenen Reihen sehen möchte.

Info

Zur Person

Paul Ladwig (19)

tat seine ersten Schritte im Fußball im Alter von fünf Jahren beim FC Huchting. Er wuchs dann aber nach einem Umzug der Familie nach Meyenburg weitestgehend in der Jugend des TSV Meyenburg auf. In der vergangenen Saison gab der Maschinenbauer sein Debüt in der Meyenburger Herrenmannschaft in der 2. Kreisklasse Osterholz. Seit dieser Spielzeit gehört der Youngster fest zum Herrenteam des Vereins und zählt mit zehn Saisontoren zu den besten Torschützen aller Mannschaften in der 1. Kreisklasse Osterholz. Der Goalgetter ist mit der Volleyballerin der VG Meyenburg/Schwanewede, Melissa Neumann, zusammen und wohnt in Meyenburg.

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