FC Hansa Schwanewede

Herausfordernder Amtsantritt für Timo Schneider

Seit Mittwoch ist Timo Schneider offiziell Trainer des FC Hansa. Am 14. Juli lädt der neue Coach sein Team zu einer ersten Besprechung ein, zwei Tage später soll das „erste, ganz lockere Training stattfinden“.
03.07.2020, 09:25
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Herausfordernder Amtsantritt für Timo Schneider
Von Dennis Schott
Herausfordernder Amtsantritt für Timo Schneider

Daniel Gaese (links), der sich zur Winterpause in die eigene Reserve zurückgezogen hat, zählt nun wieder zum Kader des Bezirksligisten FC Hansa Schwanewede.

Tobias Dohr

Schwanewede. Die Hängepartie ist nicht vorbei. Noch immer wissen die Fußball-Klubs nicht genau, wann ein ordentlicher Spielbetrieb wieder möglich sein wird. Zumindest aber herrscht ein bisschen Klarheit, seit der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) am vergangenen Wochenende die Saison 2019/2020 offiziell ohne Ab-, dafür mit Aufsteigern für beendet erklärt hat. Der Bezirksligist FC Hansa Schwanewede begrüßt diese Entscheidung, nicht nur, weil er selbst abstiegsgefährdet war und nun den Klassenerhalt sicher hat, sondern auch, weil der Wechsel auf der Trainerposition nun wie geplant vollzogen werden kann.

Seit Mittwoch ist Timo Schneider offiziell Trainer des FC Hansa. Er tritt die Nachfolge von Andreas Dirks an, der angesichts einer anfangs angedachten Verlängerung der Spielzeit über den Sommer hinaus befürchten musste, länger als geplant in Amt und Würden bleiben zu müssen. Für Timo Schneider hätte sich aber so oder so nichts daran geändert, dass er zum 1. Juli seine erste Trainerstation im Herrenbereich angetreten hätte – ob mit oder ohne seinen Vorgänger. „Wäre die Saison verlängert worden und Andreas hätte nicht mittendrin aufhören wollen, dann hätten wir das gemeinsam gemacht, denke ich. Da hätten wir eine Lösung gefunden. Ich selbst hätte mir allerdings nur schwer vorstellen können, noch ein halbes Jahr zu warten“, erklärt Timo Schneider.

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Sei es drum, das Trainerzepter konnte ja wie geplant an ihn weitergereicht werden, wenngleich die Umstände Corona-bedingt weiterhin herausfordernd bleiben. Derzeit ruht der Ball beim Bezirksligisten komplett, ehe es erst Mitte des Monats langsam losgehen soll. Am 14. Juli lädt der neue Coach sein Team zu einer ersten Besprechung ein, zwei Tage später soll das „erste, ganz lockere Training stattfinden“. Er sieht es als ungemein wichtig an, dass „die Jungs wieder langsam in Tritt kommen“. Ihn treibt nämlich zugleich auch ein wenig die Sorge um, dass bei seinen Spielern nach dieser langen Pause etwas die Lust verloren gegangen sein könnte. Dass sie sagen, ihnen hätte der Fußball gar nicht so sehr gefehlt. „Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir wieder etwas machen“, sagt Timo Schneider. Sein Plan ist, zum Ende des Monats wieder etwas intensiver zu trainieren (Schneider: „Natürlich unter Berücksichtigung der Auflagen“), damit sein Team für einen eventuellen Start gewappnet ist. Wann auch immer dieser sein wird. „Ich kann verstehen, wenn man fragt: Worauf trainieren wir eigentlich hin? Aber wir wollen nicht komplett unvorbereitet sein, wenn es irgendwann wieder losgehen soll“, meint er.

Die Pause hat der neue Hansa-Coach genutzt, um die Kaderplanung voranzutreiben. Schließlich musste er einige Abgänge kompensieren. So schloss sich Dominic Ponty dem Ligakonkurrenten FC Hambergen an. Jendrik Seebeck hört ganz auf, um sich voll und ganz als Jugendtrainer beim Blumenthaler SV einbringen zu können. Und während es Nick Stellmann zum Osterholzer Kreisligisten SV Aschwarden zieht, steht Niels Abend aufgrund seines Studiums in Oldenburg allenfalls als Stand-by-Spieler zur Verfügung.

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Dem gegenüber stehen aber auch jede Menge Zugänge, vornehmlich aus den eigenen Reihen. Mit Daniel Gaese, Andre Ziegenbein und Mirco Hahnfeld schließt sich ein Trio aus der eigenen Reserve dem Bezirksliga-Team an. Wobei zumindest die beiden Erstgenannten wahrlich keine Unbekannten sind, spielten sie doch bis zur Winterpause für die Erste. Neben Veton Maliqi, der von der eigenen 3. Herren kommt, schließen sich noch Jan Münster von den A-Junioren des TSV Meyenburg und der reaktivierte Rene Bösenberg dem Bezirksligisten an. Zudem hat der FC Hansa in Markus Schobert einen neuen Torwarttrainer.

Und auch diese Personalien sind nicht zu verachten: Schließlich können Shaban Shabanaj und Jan-Moritz Höler zumindest als „halbe Neuzugänge“, so Schneider, umschrieben werden, stießen sie doch erst im Winter zum Team hinzu und konnten bis zur Corona-Pause nur ein Pflichtspiel bestreiten. Ihre Zusagen stuft der neue Trainer als ziemlich wichtig ein. „Beide haben direkt zugesagt und meinten, dass sie nicht nur für ein halbes Jahr gekommen sind.“

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Zur Sache

Auch Bezirksliga vor einer Zweiteilung?

Es ist in diesen Tagen die Mutter aller Fragen: Wann geht es weiter, wann wird ein Spielbetrieb wieder möglich sein? „Ich glaube, dass uns diese Corona-Krise noch länger begleiten wird“, sagt Timo Schneider. An einen Saisonbeginn Anfang September, wie es vereinzelt kolportiert wird, glaubt er weniger, den Spätherbst hält er für wahrscheinlicher. Klar jedoch ist auch: Je länger sich der Saisonstart nach hinten verschiebt, desto schwieriger wird es sein, alle Partien im Rahmenspielplan unterbringen zu können. Die Regionalliga Nord wurde bereits zweigeteilt, ebenso wird es aller Voraussicht nach in der Oberliga Niedersachsen kommen. Und in der Bezirksliga 3 Lüneburg? Dort werden zur kommenden Saison sogar 21 Mannschaften antreten, also mehr als in der Ober- und Landesliga. Deshalb steht auch hier eine Zweiteilung im Raum. Timo Schneider hat davon gehört und würde dies begrüßen, weil „40 Pflichtspiele in einer verkürzten Saison mega brutal“ wären. Ihm stellt sich nur die Frage, wie man die Liga einteilen sollte. Nach Kreisen, sprich Osterholz und Verden, oder anders? Würde sie nach Kreisen eingeteilt, käme die Bezirksliga dann auch nur einer „besseren Kreisliga“ gleich. Darüber hinaus gelte es noch zu klären, in welchem Modus gespielt werden würde.

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