Fußball-Bezirksliga Lüneburg

Kein Höler mehr beim FC Hansa Schwanewede

„Endlich wieder ein Höler für den FC Hansa Schwanewede“ – so titelten OSTERHOLZER KREISBLATT und WÜMME-ZEITUNG, als Jan-Moritz Höler zum Fußball-Bezirksligisten wechselte. Nun ist Höler bereits wieder weg.
07.02.2021, 14:37
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Kein Höler mehr beim FC Hansa Schwanewede
Von Dennis Schott

Schwanewede. Ziemlich genau vor einem Jahr schlug das Herz der Fußballromantiker ein wenig schneller. „Endlich wieder ein Höler für den FC Hansa Schwanewede“ – so titelten OSTERHOLZER KREISBLATT und WÜMME-ZEITUNG, als bekannt wurde, dass Jan-Moritz Höler zum Fußball-Bezirksligisten wechselte. Der höherklassig Erfahrene war gekommen, um mit dem Verein, in dem sein Cousin Lucas Höler, der Bundesliga-Profi des SC Freiburg, einst groß geworden war und sein Onkel Ralf Höler im Vorstand tätig ist, den Klassenerhalt zu sichern.

„Das ist natürlich eine tolle Geschichte für uns als Mannschaft und Verein“, sagte der damalige Trainer Andreas Dirks zu der Verpflichtung. Dass sich Jan-Moritz Höler für die Blau-Weißen entscheiden würde, war alles andere als selbstverständlich. Der 25-Jährige hatte nämlich auch ganz andere Angebote vorliegen. Inzwischen hat Jan-Moritz Höler den FC Hansa Schwanewede aber wieder verlassen. Wenige Wochen nach dem verschobenen Saisonstart im September meldete er sich bereits wieder ab. Warum? „Das hat in erster Linie berufliche Gründe“, sagt Höler, der nach seiner Beförderung nun noch eingespannter ist als vorher.

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Auch stellte sich der Fahrtweg letztlich als zu aufwendig dar. Von seinem Wohnort Oberneuland nach Schwanewede sei er deutlich über eine halbe Stunde unterwegs gewesen, sagt Höler, der überdies die U18/U19 des Bremer SV trainiert. Vielleicht wäre er aber geblieben, wenn sich seine sportliche Situation beim FC Hansa anders dargestellt hätte. In der vergangenen, dann abgebrochenen Saison konnte Höler unter Ex-Coach Dirks nur ein Spiel bestreiten, ehe das Corona-Virus wütete. Nach dem Start der aktuellen Saison im September fand sich Jan-Moritz Höler unter Neu-Coach Timo Schneider auf einmal auf der Ersatzbank wieder.

„Ich habe wegen eines Muskelfaserrisses drei Wochen von der Vorbereitung verpasst“, erklärt Höler. Die Nicht-Berücksichtigung für die Startelf begründete Coach Schneider Höler gegenüber mit mangelnder Fitness. „Dabei meine ich, gezeigt zu haben, dass ich der Mannschaft helfen kann“, ruft sich Höler die Auftaktpartie gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck ins Gedächtnis. Er wurde eingewechselt, als der FC Hansa bereits mit 0:3 im Hintertreffen lag, erzielte das 1:3 und legte das 2:3 vor – und saß im darauffolgenden Spiel gegen die TuSG Ritterhude doch nur wieder auf der Bank.

„Wo führt das hin?“, fragte sich Höler seinerzeit. Im Gespräch mit Trainer Timo Schneider traten schließlich die unterschiedlichen Vorstellungen deutlicher zutage. Höler zog daraus die Konsequenz und meldete sich beim Verein ab. Trotz der unverhofft frühen Trennung bleibe nichts zurück, betont Schneider: „Es lief alles sauber ab, menschlich gab es auch nie Probleme.“ Abgesehen davon galt von Anfang an, dass Jan-Moritz Höler jederzeit wieder gehen könne, wenn ihm ein aus seiner Sicht interessantes Angebot vorliegen würde, erklärt Schneider weiter.

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Für die Trennung seien ausschließlich sportliche Gründe verantwortlich. „Ich muss nach System aufstellen. Unser Spiel basiert auf viel Laufen und Kämpfen, Jan-Moritz spielt filigraner, ist der Fechter unter uns“, meint Timo Schneider. Und weiter: „Letztlich kann man es so zusammenfassen, dass wir nicht zueinandergefunden haben und Jan-Moritz andere Erwartungen hatte.“ Großartig thematisieren will auch Höler selbst seinen Abschied aus Schwanewede nicht. Einen Punkt verheimlicht er aber nicht: „Ich habe mich nicht mehr wertgeschätzt gefühlt. Das kann man auch ruhig so schreiben.“

Jan-Moritz Höler hat bereits einen neuen Verein gefunden: den Bremer Bezirksligisten ATSV Sebaldsbrück. „Zehn Minuten von meinem Zuhause entfernt“, nennt der 25-Jährigen einen entscheidenden Vorteil. Und nicht zuletzt reizt ihn die sportliche Perspektive, auch wenn es „nur“ die Bremer Bezirksliga ist. Aber die Gelb-Schwarzen wollen mit aller Macht in die Landesliga und bauen um ihren neuen Trainer Jürgen Damsch ein schlagkräftiges Team auf. „Jürgen kenne ich schon seit meiner Regionalliga-Zeit in der U19 beim SC Weyhe, und er hatte mich schon in den Jahren danach mehrfach gefragt, ob ich nicht unter ihm spielen möchte. Immer wieder habe ich ihn vertröstet, jetzt musste ich zusagen.“

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