Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3

FC Hansa Schwanewede: Vier Abgänge, noch mehr Fragezeichen

Der FC Hansa Schwanewede hat in der Winterpause mehrere Leistungsträger verloren, zum Teil aus nicht bekannten Gründen. Trainer Andreas Dirks bestätigte, dass es hinter den Kulissen ordentlich rumorte.
09.01.2020, 12:23
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FC Hansa Schwanewede: Vier Abgänge, noch mehr Fragezeichen
Von Dennis Schott
FC Hansa Schwanewede: Vier Abgänge, noch mehr Fragezeichen

Erlebte eine bittere Winterpause: Andreas Dirks, Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Hansa Schwanewede, muss gleich den Abgang mehrerer Leistungsträger verkraften.

Hans-Henning Hasselberg

Schwanewede. Es ist gar nicht so lange her, da schien die Welt beim FC Hansa Schwanewede noch mehr als in Ordnung zu sein. Erst Ende November gab der Fußball-Bezirksligist die Verpflichtung von Jan-Moritz Höler bekannt – und war mehr als stolz, einen solchen Hochkaräter an Land gezogen zu haben. Der Cousin des Bundesliga-Profis Lucas Höler vom SC Freiburg, der vom Landesligisten TSV Ottersberg kommt, zuvor in der Bremen-Liga unter anderem für den Bremer SV und Brinkumer SV gespielt hat, nun aber (zumindest vorerst) für die Schwaneweder auflaufen will, verfügt über höherklassige Erfahrung und stellt damit ganz klar den Königstransfer des Aufsteigers dar. So weit, so gut.

Doch die so heile Hansa-Welt bekam danach ziemlich schnell die ersten Risse. Und jetzt, nur knapp sechs Wochen später, ist von der Aufbruchstimmung, die der Höler-Transfer versprach, nicht viel übrig geblieben. Den FC Hansa verließen in der Winterpause nämlich vier Spieler, beziehungsweise gehören sie dem Kader nicht mehr an. Davon drei absolute Leistungsträger. So zählt Oguzhan Dalan unter anderem nicht mehr zum Kader des Aufsteigers. Was Trainer Andreas Dirks in jedem Fall bedauert, zugleich aber nicht sonderlich überrascht. „Es war von vornherein klar, dass er geht, wenn ihm ein höherklassiges Angebot vorliegt“, erklärt Dirks. Die scheint nun der Fall zu sein. Wahrscheinlich, so die Information unserer Redaktion, wird er sich dem Landesligisten TSV Ottersberg anschließen. Ebenfalls wird André Ziegenbein die Blauhemden verlassen. „Er sucht eine neue Herausforderung“, sagt Andreas Dirks zu seinem nun ehemaligen Schützling. So weit, so verständlich.

Die Abgänge von Kevin Müller und Daniel Gaese überraschen indes sehr, handelt es sich doch bei beiden um Akteure, die den zuletzt so positiven Weg des Vereins nachhaltig geprägt haben. Müller absolvierte bereits Anfang November beim 3:3 gegen den SV Komet Pennigbüttel sein letztes Spiel für die Mannschaft, die eine solide Saison spielt und den ersten Nicht-Abstiegsplatz bekleidet. Dass sich Müller zur Winterpause nun dem Ligarivalen TuSG Ritterhude angeschlossen, also inmitten der Saison nach der lang ersehnten Bezirksliga-Rückkehr, kommt absolut unerwartet. Ebenso der Rückzug von Daniel Gaese in die eigene Zweitvertretung. Vornehmlich aus beruflichen Gründen, wie es heißt. „Manchmal gibt es Sachen, die kann man einfach nicht voraussehen“, hält sich Andreas Dirks ob dieser gravierenden Schwächungen aber ziemlich bedeckt. Er nennt keine Gründe, wie es dazu gekommen ist, sondern spricht von einer „Verkettung blöder Umstände“, verneint aber nicht, dass es in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen ordentlich rumort habe. So weit, so unklar.

Fest steht, dass den Aufsteiger diese vier Abgänge hart treffen. „Für uns ist das eine absolute Katastrophe, uns geht viel Qualität verloren“, bestätigt Dirks mit Blick auf die Einsätze und erzielten Tore der abwanderungswilligen Spieler. In Daniel Gaese etwa verlieren die Schwaneweder ihren absoluten Goalgetter. Umso mehr nimmt der Schwaneweder Übungsleiter nun das Kollektiv in die Pflicht. Gezwungenermaßen, denn die Suche nach Zugängen gestaltet sich schwierig. „Es ist ja nicht ganz leicht, in der Winterpause etwas zu finden“, gibt der Hansa-Coach zu bedenken. Gänzlich untätig war er allerdings nicht. So stößt Jerome Schröder von der TSV Farge Rekum neu hinzu und kompensiert so den Abgang von Keeper Dustin Josweg in die eigene Zweitvertretung. Ebenso in die eigene „Zwoote“ verabschiedet hat sich Michael Scholz, dafür wurde James Saah Josiah hochgezogen, der bereits einige Einsätze bekommen und gegen den TSV Bassen getroffen hat. „Wir werden halt versuchen müssen, mit den Leuten, die da sind, den Klassenerhalt zu schaffen. Eins zu eins werden wir unsere Abgänge nicht kompensieren können. Ich hoffe deshalb stark auf unseren mannschaftlichen Zusammenhalt“, meint Andreas Dirks. Nach turbulenten Wochen ist ihm aber vor allem eines wichtig: Dass wieder Ruhe in die Mannschaft einkehrt. So weit, so die Hoffnung.

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