Forst Der Kamin wird öfter angemacht

Brennholz für Kamine und Kaminöfen ist derzeit stark gefragt.
23.02.2021, 09:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Brundorf/Landkreis Osterholz. Brennholz für Kamine und Kaminöfen ist derzeit stark gefragt. Nicht nur, weil die Temperaturen bis vor Kurzem es nötig machten, zuhause für wohlige Wärme zu sorgen. Auch das seelische Wohlbefinden wird von vielen Menschen durch knisterndes Holz im Kamin bestätigt. Und während der Corona-Pandemie sind die Menschen mehr zu Hause, setzen auf ein schönes Ambiente und dementsprechend wird auch mehr mit Holz geheizt.

„Wenn Leute sich Brennholz aus dem Wald holen, dann sind es seit der Corona-Pandemie oft eher zehn statt fünf Raummeter“, kann auf Nachfrage auch Heiko Ehing aus seinem Revier Schmidts Kiefern zwischen Brundorf und Garlstedt berichten. Heiko Ehing, Leiter der Revierförsterei Heidhof und Kreisjägermeister in Osterholz-Scharmbeck spricht von Raummetern, wobei ein Raummeter einem Kubikmeter gestapelten Holz mit Zwischenräumen entspricht.

Im Brundorfer Forst kann Holz in bereits liegender Form abgeholt werden, es besteht aber auch die Möglichkeit, aus dem Bestand selbst Bäume zu fällen. „Dazu muss man allerdings einen Kettensägeschein vorweisen“, macht der Revierförster deutlich und erklärt gleich noch das weitere vorgehen: „Wer den Kettensägeschein vorweisen kann, der bekommt die Bäume zugewiesen.“

Für den Revierförster ist dieses Vorgehen im Übrigen sinnvoll. Denn: Wer sein Holz für den Kamin aus dem Brundorfer Forst selbst holen wolle, beteilige sich gleichzeitig aktiv an der Waldpflege. „Ich lasse die Leute besonders an den Waldrändern Bäume fällen, die stark zugewachsen oder feucht geworden sind“, sagt Heiko Ehing und erklärt den dahinter liegenden Sinn: „Denn diese Bereiche sollen wieder möglichst viel Sonne erhalten. Mit der Auflichtung der Waldränder werden wärme- und lichtliebende Arten gefördert und damit die Vielfalt des Waldes.“

Unter den Bäumen, die für den privaten Holzeinschlag zur Verfügung gestellt werden, machen Kiefern und Fichten einen hohen Anteil aus. Obwohl dieses Hölzer laut Heiko Ehing leider für den Kamin nicht sonderlich beliebt sind. Beim Verbrennen von Kiefern- und Fichtenholz entstehe zum einen oft Funkenflug, zu anderem brenne das Holz sehr schnell ab. „Begehrter sind als Kaminholz deshalb Laubhölzer wie Eiche oder Buche, da diese Hölzer langsamer verbrennen und dementsprechend länger die Wärme abgeben“, so Ehing.

Bei leicht gesunkenen Holzpreisen in den vergangenen Jahren, können die Liebhaber eines anheimelnden und wärmenden Feuers im Kamin sich derzeit freuen. Der Preis für einen Raummeter liege derzeit zwischen 15 und 100 Euro, wie der Verband der Holzindustrie mitteilt, wobei bereits getrocknetes und geschnittenes Holz teurer ist. Die Haupteinschlagzeit für Kunden von Brennholz erstreckt sich auch im Bereich Schwanewede bis Anfang März. „Pro Jahr geben wir rund 500 Raummeter Holz an Leute ab“, sagt Heiko Ehing. Der Revierförster hat trotz gestiegener Nachfrage auch Gutes zu berichten: „Engpässe bei der Verfügbarkeit von Brennholz gibt es bisher nicht.“

Info

Zur Sache

Tipps für das Heizen mit Holz

Die Website „Kaminholz-Wissen“ empfiehlt beim Heizen mit Holz auf folgende Dinge zu achten:

1. Brennholz sollte mindestens ein, besser zwei Jahre abgelagert sein. Erst dann ist genügend Feuchtigkeit entwichen, und im Kaminofen wird ein optimales Brennergebnis erreicht.

2. Zu feuchtes Kaminholz brennt schlecht und hat eine schlechte Energieausbeute, zudem belastet es die Umwelt durch die Entstehung schädlicher Gase.

3. Kaminholz sollte bei der Lagerung nie mit Kunststoffplanen abgedeckt werden, die luftundurchlässig sind – dies führt zur Schimmelbildung am Holz. Es sollte immer luftig und mit Abstand zu den Wänden am Haus gestapelt werden. Damit wird eine gute Luftzirkulation und Trocknung des Holzes erreicht.

4. Schlecht getrocknetes Brennholz führt zur Versottung des Kamins. Dabei dringen kondensierte Abgase der Verbrennung wie Schwefel oder Teer in den Kaminstein ein und können zu braunen Flecken und unangenehmen Gerüchen in der Wohnung führen.

5. Bei der Verbrennung sollte auf eine ausreichende Luftzufuhr geachtet werden, da beim Schwelen des Holzes giftige Gase entstehen.

6. Weichholz wie Fichte, Tanne oder Kiefer eignen sich bei der Feuerung im Kaminofen als Brandhilfe für Harthölzer. Bei geringer Sauerstoffzufuhr lassen sich mit ihnen Schwelbrände im Kaminofen vermeiden.

7. Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz dürfen nur unbehandelte Hölzer verbrannt werden - Spanplatten, Möbelteile oder angestrichene Hölzer nicht.

Weitere Informationen finden sich unter http://www.kaminholz-wissen.de/kaminholz-tipps.php.

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