Fußball-Bezirksliga

Willkommen in der Bezirksliga, SV Löhnhorst!

Die ersten fünf Spiele sind rum, die ersten Unterschiede hat Aufsteiger SV Löhnhorst bereits ausgemacht. So herausfordernd die Bezirksliga auch ist, so wohl fühlen sich die Löhnhorster in der neuen Klasse.
09.10.2020, 16:31
Lesedauer: 3 Min
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Willkommen in der Bezirksliga, SV Löhnhorst!
Von Dennis Schott
Willkommen in der Bezirksliga, SV Löhnhorst!

Der SV Löhnhorst, hier mit Chris Meißner und Jannik Dargel (v.l.), schlägt sich in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg bislang wacker, hofft nun aber auf mehr Punkte.

Tobias Dohr

Löhnhorst. Das letztes Mal fühlte sich Torsten Kentel einmal mehr bestätigt. Da spielte der von ihm trainierte SV Löhnhorst gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck die „beste erste halbe Stunde der bisherigen Saison“, konnte mit der Chance zum 3:0 vorzeitig alles klar machen – und verlor am Ende doch mit 2:4. Das sei eben der Unterschied zwischen Bezirks- und Kreisliga, sagt Kentel. Kleinigkeiten könnten den Unterschied ausmachen. „Machen wir das 3:0, gewinnen wir wahrscheinlich. Dabei kann ich der Mannschaft gar keinen großen Vorwurf machen, weil sie ein gutes Spiel gemacht hat. Wir sind einfach an der unglaublichen Effektivität des VSK gescheitert“, erklärt Torsten Kentel. Man könnte auch sagen: Willkommen in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg!

Völlig unvorbereitet trifft den Löhnhorster Coach diese Erkenntnis allerdings nicht. Dass es für den Aufsteiger keine einfache Saison werden würde, stand bereits fest, ehe der Ball wieder offiziell rollen durfte. Aufsteiger haben es in den seltensten Fällen leicht. Aber auf den SV Löhnhorst trifft das vielleicht noch ein bisschen mehr zu, weil er zu dieser Spielzeit in Sphären vordrang, in die es der Verein seit Bestehen nicht geschafft hatte vorzudringen. Das erste Mal Bezirksliga fühlt sich für den SV Löhnhorst dabei nicht einmal schlecht an. Trotz der bislang eher mageren Ausbeute von vier Punkten zieht Trainer Torsten Kentel nach den ersten fünf Partien ein positives Fazit.

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Als Maßstab dient auch das zurückliegende Spiel der Löhnhorster gegen den VSK. Am Ende standen diesmal sogar vier Gegentore zu Buche, so viele hatten die Schwarz-Weiß zuvor nicht einstecken müssen. Doch stand am Ende ebenfalls im Protokoll, dass sich der SV Löhnhorst einmal mehr teuer verkauft hatte – auch weil er inzwischen dazugelernt hat. „Ich weiß nicht, ob es an der Bezirksliga gelegen hat oder einfach der Tatsache geschuldet war, dass wir nach der langen Pause unser erstes Spiel wieder gemacht haben. Aber die Fehler, die wir uns zum Auftakt gegen Pennigbüttel erlaubt haben, sind uns danach nicht mehr unterlaufen“, ruft sich Kentel die 1:3-Niederlage ins Gedächtnis.

„Da haben wir alle drei Gegentore selbst aufgelegt.“ Aber abgesehen vom Ergebnis blieb für Coach Kentel die Erkenntnis, „absolut nicht chancenlos gewesen“ zu sein. Das sei der Aufsteiger in keinem Spiel gewesen, versichert Kentel. „Gegen Fischerhude (Endstand 1:2, Anm. d. Red.) haben wir unser schwächstes Spiel gemacht, hatten aber selbst da noch die Chance zum 2:2, auch wenn mir das fast unangenehm gewesen wäre, wenn wir noch einen Punkt mitgenommen hätte. Fischerhude war an dem Tag einfach besser.“

Warum es bislang insgesamt nur zu vier Punkten (Kentel: "Das ist definitiv zu wenig) gereicht hat, wenn der SV Löhnhorst eigentlich doch ganz ordentlich gespielt habe? "Das ist halt Bezirksliga", erwidert Kentel. Da spiele neben dem wesentlich höheren Tempo auch die individuelle Klasse eine Rolle, erklärt Löhnhorst Trainer weiter und führt als Beispiel erneut das VSK-Spiel an. "Der VSK hatte halt einen Juri Kiekhöfer", so Kentel. Von dem zeigte sich der Löhnhorster Coach nachhaltig beeindruckt. "Für mich der beste Stürmer, den ich bislang gesehen habe. Und wenn so einer einen guten Tag erwischt, wird es schwer", meint Kentel. Das Löhnhorster Pendant wäre eigentlich Chris Hybsz, doch zog sich der Goalgetter vor Kurzem einen Kreuzbandriss zu und fällt mehrere Monate aus. Und trotzdem: "Ich behaupte, dass wir in zehn Spielen gegen den VSK nicht öfter als fünf Mal verlieren würden."

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Der SV Löhnhorst fühlt sich in jedem Fall angekommen in der Bezirksliga. „Ich bin auch guter Dinge, dass wir uns bald belohnen werden. Uns muss aber jedes Mal bewusst sein: Wenn wir als Team keine gute Leistung abliefern, verlieren wir“, meint Torsten Kentel. Er selbst weiß, dass seine Mannschaft nun kontinuierlich punkten muss, will es sich eine gute Ausgangsposition im Kampf für den Klassenerhalt verschaffen. So langsam gerät der Aufsteiger trotz der guten Auftritte unter Zugzwang. „Mit Ritterhude steht uns da ein schwerer Brocken bevor, gar keine Frage. Da werden wir nicht so viele Chancen bekommen, müssen dann vor allem effektiv sein“, meint er. Kentel weiß, wie es kommen kann, wenn die Punkte ausbleiben, obwohl man nicht die unbedingt schlechtere Mannschaft ist. Auch in diesem Punkt spielt der VSK Osterholz-Scharmbeck eine (mahnende) Rolle, fanden die Grün-Weißen im Verlauf der vergangenen Saison doch keinen Ausweg aus ihrer Negativspirale, obwohl sie sich vorwiegend auf Augenhöhe befanden. „Der Start war okay. Es war ja für uns auch relativ unklar, wo wir stehen und wie stark die Liga ist. Aber nach den ersten fünf Spielen können wir definitiv behaupten, dass wir mithalten können. Das wird sich auch in der Tabelle irgendwann niederschlagen, da bin ich mir sicher“, meint Kentel.

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