Fußball-Bezirksliga Lüneburg

VSK gewinnt Sechs-Tore-Spektakel von Hälfte zwei

Es war ein Bezirksliga-Spiel mit zwei grundverschiedenen Gesichtern. Nach einer zähen ersten Halbzeit ohne Tore ließen der FC Hansa und der VSK in den zweiten 45 Minuten jegliche Zurückhaltung fallen.
26.09.2021, 17:13
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VSK gewinnt Sechs-Tore-Spektakel von Hälfte zwei
Von Tobias Dohr

Schwanewede. Es war ein Bezirksliga-Spiel mit zwei grundverschiedenen Gesichtern. Nach einer umkämpften, zeitweise geradezu zähen ersten Halbzeit ohne Tore ließen die Fußballer des FC Hansa Schwanewede und des VSK Osterholz-Scharmbeck in den zweiten 45 Minuten jegliche Zurückhaltung fallen und bescherten den rund 100 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch mit sechs Toren – und einem ziemlich kuriosen Spielverlauf.

So unterschiedlich die beiden Halbzeiten auch waren, eines stand nach 90 Minuten unumstößlich fest: Der 4:2 (0:0)-Auswärtssieg der Kreisstädter war hochverdient. Das sahen auch beide Trainer so. „Wir müssen das Spiel natürlich viel früher entschieden haben“, sagte VSK-Coach Thorsten Westphal, während sein Gegenüber Timo Schneider festhielt: „Die Jungs haben alles reingeworfen. Wir sind zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen, kassieren dann aber zweimal sofort den nächsten Nackenschlag.“

Die erste Halbzeit war geprägt von einem spielbestimmenden VSK, der aber ganz und gar nicht so stürmisch loslegte, wie es die meisten erwartet hatten. Stattdessen ließen es die Gäste durchaus mal etwas ruhiger im Spielaufbau angehen und gingen auch nicht so früh ins Pressing wie sonst. Die ersten großen Chancen stellten sich dennoch irgendwann ein, allerdings war es zunächst Hansa-Keeper Timo Flathmann, der mit mehreren starken Paraden dieser ersten Hälfte seinen Stempel aufdrückte. So parierte Flathmann gegen Karim Kanafani (20.) und Jan Brinkmann (23., 33.).

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Die einzige Hansa-Chance vergab Jan Münster nach 34 Minuten, profitierte dabei aber von einem Querschläger. Bis hierhin war der Plan der Hansa-Defensive um den bärenstarken und abgeklärt agierenden Innenverteidiger Felix Hoppe voll aufgegangen. Doch nach Wiederanpfiff dauerte es nur zwei Minuten, ehe das Spiel Fahrt aufnahm. Nach schöner Vorarbeit von Dustin Hirsch und dem spielfreudigen Karim Kanafani stand Jan Brinkmann am zweiten Pfosten völlig frei und drückte das Leder zur VSK-Führung über die Linie. Das war der Startschuss zu einer turbulenten zweiten Halbzeit. Nach einem schlimmen Fehlpass von VSK-Kapitän Dennis Knecht verfehlte Jan Münster das Tor nur knapp (56.), im Gegenzug traf Juri Kiekhöfer nach Kanafani-Vorlage den Außenpfosten.

Danach stand wieder Timo Flathmann im Mittelpunkt, als er einen abgefälschten Hirsch-Freistoß stark klärte, ehe der Schütze nach einer unglücklichen Landung nach einem Kopfball unter großen Schmerzen humpelnd das Feld verlassen musste. Und ausgerechnet in der zweiminütigen Unterzahlphase kassierten die Westphal-Schützlinge den Ausgleich. Einen klasse Pass von Mirco Hahnfeld brachte Maurice Banehr in die Mitte, wo Daniel Gaese perfekt stand und zum umjubelten 1:1 vollstreckte (65.). Doch der Jubel währte nur kurz. Denn ausgerechnet der für Hirsch nun ins Spiel gekommene Moritz Helmke traf mit seinem zweiten Ballkontakt zur erneuten VSK-Führung (67.). Und es ging turbulent weiter.

VSK-Innenverteidiger Marlon Raschen klärte einen Ball vor dem heranrauschenden Jan Münster zur Ecke, rasselte danach aber mit dem Hansa-Stürmer zusammen. Zum Entsetzen des VSK entschied der mitunter unglücklich agierende Schiedsrichter Tim Schlenker auf Strafstoß, was in der Tat eine sehr zweifelhafte Entscheidung war. Felix Hoppe war es egal. Der Schwaneweder Abwehrchef vollstreckte sechs Minuten vor dem Ende der Partie sicher zum 2:2 – und schien dem Derby damit eine kaum für möglich gehaltene Pointe zu verpassen. Doch es war immer noch nicht Schluss.

Es dauerte nämlich erneut nur zwei Minuten, bis der VSK zurückschlug. Diesmal war es Juri Kiekhöfer, der sich mit einer Energieleistung durchtankte und zum 3:2 abschloss. Nun war der Hansa-Wille gebrochen. Kiekhöfer und Kanafani ließen danach zwei Hundertprozentige liegen, doch in der 87. Minute war es Hussain Taha, der im Nachsetzen endgültig den Deckel drauf machte. Eine letzte Großchance von Moritz Helmke entschärfte noch einmal Hansa-Keeper Flathmann, dann war Schluss.

„Wir haben gezeigt, dass wir ganz bestimmt kein Fallobst sind“, zeigte sich Hansa-Coach Timo Schneider dennoch zufrieden und schwor sein Team kurz nach Abpfiff bereits auf die nun anstehenden Partien gegen Löhnhorst und Oyten ein, denn: „Da müssen wir punkten.“ Thorsten Westphal wiederum freute sich natürlich über den verdienten Dreier und das alles in allem überzeugende Spiel seiner Mannschaft, beklagte aber auch den nächsten Ausfall eines Leistungsträgers. Dustin Hirsch fuhr noch am selben Abend ins Krankenhaus, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Info

Bezirksliga Lüneburg 3, Staffel 2

FC Schwanewede – VSK Osterholz-Scharmb. 2:4 (0:0)

FC Hansa Schwanewede: Flathmann; Meyer, Feldkamp, Hoppe, Hahnfeld, Sonnenburg, Neumann (80. Gruska), Schulze (51. Lewandowski), Gaese, Banehr (76. Fadera), Münster

VSK Osterholz-Scharmbeck: Stelljes; Schnieders, Knecht, Raschen, Kubin, Melzer, Hirsch (65. Helmke), Taha, Kanafani, Brinkmann, Kiekhöfer (89. Dingil)

Tore: 0:1 Jan Brinkmann (47.), 1:1 Daniel Gaese (65.), 1:2 Moritz Helmke (67.), 2:2 Felix Hoppe (84., Foulelfmeter), 2:3 Juri Kiekhöfer (86.), 2:4 Hussain Taha (88.)

Schiedsrichter: Tim Schlenker (FC Oste/Oldendorf)

Zuschauer: 100

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