Gewerbepark Neuenkirchen Gemeinde soll Investor werden

Im Schwaneweder Planungsausschuss haben SPD, Grüne und Linke einen Vorschlag zum geplanten Gewerbepark Neuenkirchen gemacht. Die Gemeinde soll das Gelände erwerben.
14.06.2019, 18:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Schwanewede. Den Gewerbepark Neuenkirchen gibt es bislang nur als Idee. Ein Bauleitverfahren ist vor vielen Jahren angeschoben worden, ein Bebauungsplan aber liegt bis heute nicht vor. Seit einiger Zeit ist wieder Bewegung in die Sache gekommen.

Wie berichtet, will ein Landwirt als Investor die Grundstücke des potenziellen Gewerbegebietes südlich der Landesstraße 149 kaufen. Auf einem Teil des Geländes will er einen Kompost- und Schredderplatz für Grünabfälle einrichten, die übrigen Gewerbeflächen möchte er weiter verkaufen. Dafür müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Doch es gibt Widerstand gegen diese Pläne. Vor allem der Ortsrat Neuenkirchen bremst. Wiederholt hat eine Mehrheit im Gremium den Antrag abgeschmettert, das Bauleitverfahren fortzusetzen, zuletzt im März dieses Jahres. Die Ablehnung fiel mit vier gegen drei Stimmen allerdings knapp aus. Eine Befürchtung der Kritiker: Der Kompost- und Schredderplatz könnte in dieser Lage das Ortsbild beeinträchtigen.

Im Planungsausschuss der Gemeinde, wo das Thema am Donnerstag dieser Woche auf der Tagesordnung stand, haben SPD, Grüne und Linke jetzt einen neuen Vorschlag ins Spiel gebracht. Der Schwaneweder Bürgermeister soll mit den privaten Grundstückseigentümern der potenziellen Gewerbepark-Fläche verhandeln. Das Ziel: Die Gemeinde soll das komplette Gelände erwerben und dann einzelne Flächen an interessierte Unternehmen weiterverkaufen.

Auf diesen Lösungsweg sind die drei Fraktionen nach einer Ortsbesichtigung des Planungsausschusses gekommen. Dabei sahen sich die Mitglieder nicht nur das Gelände des geplanten Gewerbeparks an, sondern machten auch einen Abstecher zum benachbarten Gewerbegebiet Steller Heide. „Ein Wildwuchs wie an der Steller Heide wollen wir im geplanten Gewerbepark Neuenkirchen nicht“, sagt Martin Grasekamp (SPD). „Der Gewerbepark soll kontrolliert aufwachsen. Das geht am besten, wenn er von einer Hand geplant wird“, ist der Kommunalpolitiker überzeugt.

Die Gemeinde Schwanewede soll die Entwicklung der Fläche südlich der Landesstraße 149 zwischen Vorbrucher Straße und Reiterschanze steuern. Das schließt laut Martin Grasekamp die Ansiedlung einer Kompost- und Schredderanlage nicht aus, zumindest nicht aus Sicht der SPD-Fraktion. „Wir haben nichts gegen eine solche Anlage. Sie sollte aber eher am Rand als im Zentrum des Gewerbeparks angesiedelt werden.“ Die CDU-Fraktion will über den neuen Vorschlag von SPD, Grünen und Linken allerdings erstmal beraten. Der Fachausschuss einigte sich deshalb darauf, den Antrag der drei Fraktionen bis zur kommenden Sitzung zurückzustellen.

Der geplante Gewerbepark Neuenkirchen hat eine lange Vorgeschichte. Ein erster Entwurf für einen Bebauungsplan wurde im Dezember 2008 im Ortsrat Neuenkirchen vorgestellt. Auf dem Gelände zwischen der L 149 und dem Sportpark Weser Geest war früher der Hundesportverein Neuenkirchen ansässig. Wegen der Pläne für den Gewerbepark musste er weichen, heute hat der Verein an der Straße Am Klint in der Ortschaft sein Domizil. Im Gutachten zur Gewerbeflächenentwicklung im Landkreis Osterholz wird der geplante Gewerbepark-Standort als Fläche mit „Innenentwicklungspotenzial“ bezeichnet, als Ergänzung zu den vorhandenen Gewerbeflächen an der L 149 und dem Gewerbepark Weser Geest.

Einstimmig nahmen die Mitglieder des Planungsausschusses am Donnerstag einen Antrag zur Änderung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet Habichthorster Weg in Eggestedt an. Ein vor Ort ansässiges Garten- und Landschaftsbauunternehmen möchte ein brachliegendes Grundstück am Ende der Hohendinger Straße als Stellfläche für Betriebsgeräte nutzen. Der Ausschuss stimmte zu, die vorhandene Straße soll verlängert werden.

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