Gemeindehaus in Schwanewede Gemeindehaus bleibt auf Heiligem Hügel

Die St. Johannes-Gemeinde hält am sogenannten Heiligen Hügel als Standort für ein zukünftig kleineres Gemeindehaus fest. Ein Büro soll Teilabriss und Umbau planen, die Alternative ist ein Neubau.
13.03.2020, 06:37
Lesedauer: 4 Min
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Von Gabriela Keller

Schwanewede. Die evangelische Kirchengemeinde St. Johannes hält am Heiligen Hügel als Standort für ein Gemeindehaus fest. Überlegungen für einen kleineren Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Militärpfarrhauses an der Ostlandstraße/Ecke Danziger Straße sind vom Tisch. „Der Kirchenvorstand hat sich eindeutig für den Erhalt des Standortes an der Ostlandstraße 36 ausgesprochen“, sagt der Kirchenvorstandsvorsitzende Pastor Andreas Otten. So, wie es heute auf dem Heiligen Hügel steht, ist das Gemeindehaus gemessen an der Zahl der Gemeindemitglieder aber zu groß (wir berichteten). Ob Teilabriss mit Umbau oder ein kleinerer Neubau – die Frage ist noch offen.

Andreas Otten und seine Stellvertreterin im Kirchenvorstand, Birgit Haensgen, erklären, warum der Kirchenvorstand am Heiligen Hügel als Standort für ein zukünftig kleineres Gemeindehaus festhält. „In Gesprächen mit den Gruppen, die das Haus nutzen, haben wir festgestellt, dass es eine große Verbundenheit mit dem vorhandenen Standort gibt“, sagt Otten. Hinzu kommt laut Haensgen: „Das Grundstück des ehemaligen Militärpfarrhauses ist zu klein, die Lage an der Straße ungünstig gerade auch mit Blick auf die Kinder- und Jugendarbeit.“

390 statt 790 Quadratmeter

Die Kirchengemeinde muss auf dem Heiligen Hügel enger zusammenrücken. Derzeit stehen im Christophorus-Haus rund 790 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, zukünftig dürfen es nach einer Vorgabe der Landeskirche nur etwa 390 Quadratmeter sein. Neben einem Teilabriss oder Neubau war ursprünglich als weitere Alternative eine Mitnutzung des bestehenden Gebäudes durch die Gemeinde Schwanewede im Gespräch. Bei einem Treffen zwischen Vertretern des Kirchenvorstandes und den Ratsfraktionen kam laut Otten die Idee auf, im Seitenflügel einen Kindergarten einzurichten.

Nach einer Begehung mit Vertretern der Gemeindeverwaltung sei die Idee fallen gelassen worden. „Es wären zu viele Umbaumaßnahmen notwendig gewesen“, sagt Andreas Otten. Jens Bunk, Leiter des Fachbereichs Personal und Bildung im Rathaus, bestätigt: „Aufgrund des Alters des Gebäudes hätte die Herrichtung der Räumlichkeiten für eine Nutzung als Kindergarten einen extrem hohen baulichen Aufwand erfordert.“

Aus Sicht des Kirchenvorstandes ist eine Sanierung des Gemeindehauses in Kooperation mit der Kommune damit keine Option mehr. „Die Alternative ist gestorben“, sagt Andreas Otten. Bleiben der Teilabriss mit Sanierung oder ein Neubau in kleinerer Form. Dabei geht es laut Otten auch um die Frage, ob die Kirchengemeinde zukünftig das gesamte Grundstück auf dem Heiligen Hügel braucht. Nach seinen Angaben sind es 5200 Quadratmeter. Der Kirchenvorstand hat eine städtebauliche Analyse in Auftrag gegeben. „Möglichkeiten der Bebauung auf dem Grundstück sollen dargestellt werden“, erläutert Otten. Es gehe darum, den Flächenbedarf für das Gemeindehaus, das Außengelände und Parkplätze zu klären. „Fläche, die wir als Kirchengemeinde zukünftig nicht brauchen, könnte verkauft werden.“

Wie das künftige Gemeindehaus aussehen wird, ob um- oder neu gebaut wird, das soll jetzt geprüft werden. Ein Architekturbüro aus Nienburg wird laut Otten zunächst eine Planung und eine Kostenanalyse für einen Teilabriss mit Umgestaltung und Sanierung des Gemeindehauses erstellen. Die Überlegung der Kirchengemeinde: ein Teil des Seitenflügels soll weg. Eine noch vom alten Bauausschuss entwickelte Ideenskizze sah vor, dass der große Versammlungsraum und der ehemalige Büchereiraum weichen. „Wir hätten dann aber immer noch deutlich über 400 Quadratmeter Fläche. Da müsste noch weiter reduziert werden“, meint Otten.

Drei Häuser werden besichtigt

Bei der Planung eines Um- oder Neubaus will der Kirchenvorstand die Nutzer des Hauses einbeziehen. Vor allem Kinder- und Jugendgruppen sowie Seniorengruppen nutzen laut Andreas Otten das Gemeindehaus, sie wurden nach ihren Wünschen gefragt. „Die Jugendlichen wünschen sich einen eigenen Raum“, sagt Birgit Haesgen. Platz für 20 bis 25 Kinder sollte dort sein. Ebenfalls auf der Wunschliste: ein Kreativraum sowie ein barrierefreier Raum für die Seniorengruppen mit Platz für bis zu 50 Personen.

„Ein großer Wunsch der Gemeinde ist es, den Saal zu erhalten“, weiß Andreas Otten. Auch der Kirchenvorstand sieht nach seinen Worten dafür Bedarf. „Bei einem Umbau würde der Saal in veränderter Form erhalten bleiben“, sagt Otten. Birgit Haensgen wird deutlicher: „Der Saal wird kleiner werden.“ Der Bühnenbereich könnte wegfallen und auch der durch eine Faltwand abgetrennte Konfirmandenraum. „Außerdem müsste der Saal künftig teilbar sein, damit zwei Gruppen ihn gleichzeitig nutzen können“, meint Andreas Otten. Der Wunsch: eine mobile schallgedämmte Trennwand.

In Leeste haben der Kirchenvorstand und die Mitglieder des Arbeitskreises „Zukunft des Gemeindehauses“ so etwas gesehen. Dort hat die örtliche Kirchengemeinde ein neues, kleineres Gemeindehaus mit einem Saal gebaut. „Mit 400 Quadratmetern ist das Gebäude vergleichbar mit der Fläche, die uns in Zukunft zur Verfügung steht“, sagt Andreas Otten. Zwei weitere kleinere Gemeindehäuser besichtigten die Schwaneweder in Blender/Kreis Verden und Westen/Kreis Dörverden. „In allen drei Häusern gibt es offene Küchen, die von Gruppen genutzt werden können“, berichtet Birgit Haensgen.

Eine Frage war den Schwaneweder Gemeindevertretern nach ihren Worten bei den Besichtigungen wichtig: „Wir wollten wissen, ob sich die Verkleinerung der Gemeindehäuser nachteilig auf die Gemeindearbeit auswirkt. Das ist überall verneint worden. Manches müsse zeitlich jetzt anders organisiert werden, hieß es.“

Die St.-Johannes-Gemeinde will in den kommenden Monaten zunächst die Ergebnisse der angeschobenen Untersuchungen abwarten. „Wir hoffen, dass die Prüfungen bis zu den Sommerferien abgeschlossen sind, um dann entscheiden zu können, ob wir um- oder neu bauen“, sagt Andreas Otten. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes kündigt auch eine öffentliche Veranstaltung an, in der die Ergebnisse den Gemeindemitgliedern vorgestellt werden.

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