Schwanewede räumt auf Gemeinsam gegen den Müll

In einer gemeinsamen Aktion haben Schüler, Kindergartenkinder und private Gruppen jetzt in Schwanewede viele Tüten Müll gesammelt. Die Kinder waren mit großem Engagement dabei.
25.03.2019, 17:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch

Schwanewede. „Es wird Zeit, etwas Sauberes zu bewirken. Die verlorenen Dinge, die überall verstreut herumliegen, können nicht einfach liegengelassen werden. Diejenigen, die sie weggeschmissen haben, werden sie trotzdem nicht einsammeln, egal wie lange sie dort liegen. Zeit, das zu ändern!“ Mit diesem Appell hatte sich Sandra Schlemminger vor einigen Wochen in E-Mails und Flyern an die Umweltfreunde in der Gemeinde gewandt.

„Schwanewede räumt auf“, heißt die Aktion, zu der sich jetzt Schüler, Kindergartenkinder, aber auch private Gruppen zusammenfanden, um die Gemeinde ein Stück weit sauberer zu machen. Dadurch wurde erstmals eine bereits bestehende Aktion des Bürgervereins Dreienkamp/Kreienmoor erweitert. „Der Bürgerverein unter Leitung von Werner Buggel räumt in seinem Wohngebiet bereits seit 1994 auf. Wir haben uns da quasi drangehängt. Werner Buggel hat unseren eingesammelten Müll zu seinen Containern gefahren, die durften wir mitbenutzen“, erzählt Sandra Schlemminger.

Bereits früh um 8 Uhr begannen Schüler der Dreienkampschule, den Schulhof und die umliegenden Straßen von achtlos weggeworfenem Müll zu säubern. Da am selben Tag ein schon länger terminierter Kinotag anstand, konnten sich die Schüler nach getaner gemeinnütziger Arbeit mit dem Film „Ritter Trenk“ belohnen. „Die ersten Klassen haben den Schulhof gesäubert, die zweiten Klassen den Bereich Langenberger Moor, die dritten Klassen waren im Bereich Dreienkamp und Beethovenstraße und die vierten Klassen in dem kleinen Kükenwald bei der Schule unterwegs“, berichtet Konrektorin Cordula Weichert.

Die Kinder seien sehr engagiert und enthusiastisch gewesen. Jede Klasse wurde mit zwei oder drei Müllsäcken ausgerüstet und von ihrem jeweiligen Lehrer begleitet. „Durch eine solche Aktion wird einem erst der Blick geschärft, was dort überall herumliegt, wo man gerade noch eine halbe Stunde vorher langgegangen ist. Wenn die Erwachsenen es ihnen nicht vormachen, wo soll denn das Umweltbewusstsein bei den Kindern herkommen?“, fragt Cordula Weichert.

Eben habe sie noch mit einem Hausmeister in der Beethovenstraße gesprochen: „Der war resigniert und meinte, die Menschen würden einfach immer wieder ihren Müll auf die Straßen und Grundstücke werfen, da wäre man machtlos“. Vor allem in den Rinnsteinen, aber auch an bestimmten Ecken in Schulnähe, an denen Jugendliche sich treffen, habe besonders viel Müll herumgelegen.

Ein paar Meter weiter ist Anke Buggel mit Kindern des Kindergartens Worpsweder Straße unterwegs. Etliche Flaschen, Zigarettenkippen, Pappbecher, Getränkedosen, Papier, ein toter Vogel, Hundekot – mal in den dafür vorgesehenen Tüten – und sogar ein riesiges Blechschild sind unter den Beutestücken, die die mit Greifzangen ausgerüsteten Kinder in den blauen Mülltüten versenken. „Die Kinder sind ja oft so übereifrig und fassen alles an, auch wenn man ihnen sagt, dass sie es nicht sollen“, erklärt Anke Buggel den Einsatz der Zangen. Ihr Mann ist Vorsitzender des Bürgervereins Dreienkamp/Kreienmoor, der bereits seit zweieinhalb Jahrzehnten die lokale Aufräumaktion in diesem Straßenbereich organisiert.

„Es ist toll, wie sich alle gegenseitig unterstützt haben. Ein Mitglied der DLRG hat Einweghandschuhe spendiert, die Waldschule hat Greifzangen zur Verfügung gestellt“, berichtet Initiatorin Sandra Schlemminger. Eine Klasse der Waldschule habe sogar ein kleines Event aus der Aktion gemacht und sich nach getaner Arbeit mit einem Eis am Markt belohnt. „Am Sonnabend haben sich spontan viele Gruppen aus Erwachsenen und Kindern gegründet. Das waren Leute im Alter fünf bis 75 Jahre und Gruppen von fünf bis zehn Leuten“, hat Sandra Schlemminger registriert. „Ich dachte erst, dass man das alle zwei Jahre machen könnte, aber es lohnt sich, das jedes Jahr zu machen“, findet Schlemminger. Die Gemeinde und viele Bürger würden mit Blick auf Müllvermeidung zwar umsichtig agieren und die Straßen häufig säubern. „Aber viele Leute sind auch unachtsam, und die Gemeinde wächst ja auch ständig, da kommt automatisch immer mehr Müll zusammen“, erläutert die Umweltaktivistin.

Unterstützt wird das Projekt auch vom Abfall-Service Osterholz (Aso). „Wir verleihen Umweltkisten an Schulen. Da drin sind Spiele, Bilderbücher, ein großer Becher mit einer Lupe drauf, CDs zu der Thematik und Bücher mit den Olchis, den kleinen Müllmännchen. Außerdem verschicken wir Aufkleber zu dem Thema “, erzählt Annemarie Lampe von der Aso. Allerdings bestehe eine gewisse Vorlaufzeit beim Verleih der Umweltkisten. Interessenten wenden sich annemarielampe@aso-ohz.de.

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