FC Hansa Schwanewede

Höler in vierfacher Manndeckung - Höler trifft!

Wie hätte der letzte Fußball-Spieltag der Saison werden können? Das fragt sich an diesem Wochenende die Sportredaktion. Bezirksligist Schwanewede schafft dabei den Klassenerhalt mit Hilfe eines Profis...
06.06.2020, 18:37
Lesedauer: 2 Min
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Höler in vierfacher Manndeckung - Höler trifft!
Von Tobias Dohr

Landkreis Osterholz. Was wäre gewesen, wenn...? Diese Frage treibt Tausende Amateurfußballer an diesem Wochenende wohl ganz besonders um. Denn an diesem Sonnabend wäre in den allermeisten Amateurligen Niedersachsens der letzte Spieltag ausgetragen worden. Tränen der Freude und der Trauer wären geflossen, ebenso wie der Meistersekt. Wie immer hätte der Sport ganz besondere Geschichten geschrieben, einige Legenden wären sicherlich ebenfalls entstanden. Wie das eben an einem letzten Spieltag so ist, wenn sich eine komplette Saison entscheidet. Die Sportredaktion hat ein paar dieser Geschichten aufgeschrieben – wie sie hätten passieren können. Oder anders gesagt: Wir skizzieren den letzten Fußball-Spieltag in Ober-, Landes- und Bezirksliga nach – wie wir ihn auch ganz gerne mal aufgeschrieben hätten. Nämlich mit einem Augenzwinkern.

FC Hansa Schwanewede – 1. FC Rot-Weiß Achim 1:0 (0:0): Was für ein Drehbuch ist das denn bitteschön? Da treffen am letzten Bezirksliga-Spieltag die abstiegsbedrohten punkt- und torgleichen Teams aus Schwanewede und Achim aufeinander und spielen in einem waschechten Finale den letzten Nichtabstiegsplatz aus. Und als wäre das nicht genug, hat Profi Lucas Höler, der mit dem SC Freiburg die Bundesliga-Saison sensationell auf einem Europa-League-Platz beendet hat, sein Kommen und Unterstützung für seinen Heimatverein angekündigt. Diese Konstellation zieht gleich mal 800 Zuschauer an, was zur Folge hat, dass die die große Höler-Autogrammstunde in der Halbzeitpause fast 30 Minuten länger dauert als geplant. Nicht nur Hunderte Kinder stellen sich in der Autogrammschlange an, auch der eine oder andere Spieler aus Achim wird dort gesichtet – sodass die zweite Halbzeit erst mit rund 45-minütiger Verspätung angepfiffen werden kann.

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Die Schwaneweder können allerdings keinen Nutzen daraus ziehen. Das entscheidende Tor will einfach nicht fallen. Wütend werfen die „Hanseaten“ alles nach vorne, doch die Wende gelingt erst, als Lucas Höler (der mittlerweile ein altes Hansa-Trikot seines Vaters übergestreift hat) in der 85. Minute von der Haupttribüne langsam Richtung Achimer Tor schlendert. Als er schließlich direkt auf Höhe des Fünfmeterraums – außerhalb des Feldes – stehen bleibt, sind die Achimer Spieler derart verwirrt, dass sie bei der letzten Ecke des Spiels Lucas Höler in vierfache Manndeckung nehmen. Diesen Raum in der Abwehr nutzt wiederum Cousin Moritz Höler und trifft zum 1:0-Siegtreffer. Auf der ausgelassenen Nichtabstiegsparty ruft Lucas Höler um kurz vor zwei Uhr nachts aus einer spontanen Laune heraus seinen Freiburger Trainer Christian Streich an und verkündet seinen sofortigen Wechsel zum FC Hansa Schwanewede.

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