Handball

Die Alten machen Platz für die Jungen

Nach einer desaströsen vergangenen Saison mit ausschließlich Niederlagen will die HSG Schwanewede/Neuenkirchen III jetzt zumindest vier Teams hinter sich zu lassen, um in der Bremenliga zu bleiben.
09.08.2020, 14:26
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Die Alten machen Platz für die Jungen

Der routinierte Holger Langer bekommt es bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen aus beruflichen Gründen nicht mehr hin, in der zweiten Mannschaft, die in der Landesliga spielt, aufzulaufen.

JASPERSEN

Die HSG Schwanewede/Neuenkirchen III möchte künftig nicht mehr der Prügelknabe der Handball-Bremenliga der Männer sein. „Wir werden in der nächsten Saison mit einem mutigen und sehr jungen Kader starten“, kündigt Spielertrainer René Tants an.

In der vergangenen Spielzeit verloren die „Schwäne“ alle 14 Saisonpartien, konnten aber wegen des Rückzugs der MSG VSK/LeMa, dem Zusammenschluss aus VSK Osterholz-Scharmbeck und der HSG Lesum/St. Magnus, aus der Bremenliga nicht absteigen.

Spätestens der coronabedingte vorzeitige Saisonabbruch hätte das dritte HSG-Team dann aber ohnehin gerettet. Die Schwaneweder müssen aber ein paar Abgänge verkraften. Verlassen wird das Team Dirk Voller, der aus privaten Gründen keine Zeit mehr für den Mannschaftssport hat.

„Wir bedauern aber vor allem den Verlust von Rene Wischhusen, der nach seiner Verletzung kein Sport mehr machen darf und damit seine Laufbahn beendet“, sagt Tants. Helge Rohdenburg hängt seine Stiefel zudem aus beruflichen und Altersgründen an den Nagel.

Selbiges gilt für den Routinier Matthias Blendermann, der in der jüngsten Vergangenheit in der Not immer für die „Schwäne“ da war. „Diese Spieler möchten jetzt den Jüngeren eine Chance geben, sich zu beweisen, obwohl die jungen Spieler immer von den Alten lernen konnten“, sagt René Tants.

Dem stehen aber auch einige Neuzugänge gegenüber. Henning Siemer wechselt jetzt fest in den Kader der „Dritten“, nachdem dieser in der vergangenen Saison in der A-Jugend aktiv war und bereits parallel bei den Erwachsenen ausgeholfen hatte. „Henning soll unsere Lücke in der Rückraum-Mitte schließen. Er hat ein sehr gutes Auge und kann seine Mitspieler in Szene setzen“, stellt Tants fest.

Dieser freut sich, mit Holger Langer einen Spieler mit viel Erfahrung dazuzubekommen. Der Stiefvater von Pascal und Steven Hinrichs bekommt es aus beruflichen Gründen nicht mehr hin, in der zweiten Mannschaft in der Landesliga aufzulaufen. Außerdem stoßen die A-Jugendlichen Malte Krudop, Sebastian Feldmann, Tim Schneider und Michel Gröger fest zum Kader der dritten HSG-Formation.

„Sie schaffen es zeitlich nicht, im Leistungskader der A-Jugend zu spielen“, informiert Tants. In dieser Hinsicht ist es Glück für das Bremenliga-Team, dass es zu wenige Spieler gab, um eine zweite A-Junioren-Formation aufzubieten. „Die betreffenden Spieler haben sich mittlerweile sehr gut bei uns eingebracht und können uns weiterhelfen“, versichert René Tants.

Simon Hütten, der sich bereits seit einigen Jahren im HSG-III-Kader befindet, soll René Tants in Zukunft als Co-Trainer unterstützen, beziehungsweise entlasten. „Simon kann mich vertreten, wenn ich beruflich oder wegen meiner anderen Mannschaft verhindert bin“, lässt Tants wissen. Dieser werde in der kommenden Saison schließlich auch noch die weibliche A-Jugend der HSG trainieren.

„Diese Mannschaft versuche ich gerade, in die Landesliga zu bringen“, teilt René Tants mit. Da ihm der Handball gerade extremen Spaß bereite, habe er diese Aufgabe einfach noch mit übernommen. „In der dritten Herrenmannschaft bin ich jetzt als Spielertrainer der Älteste mit meinen 39 Jahren“, lässt Tants wissen. „Unser Ziel ist es, nicht abzusteigen und möglichst vier Mannschaften hinter uns zu lassen“, erklärt Tants.

Die neue Saison beginnt am 23. Oktober. Viele Veränderungen hat es in der Bremenliga nicht gegeben. Den Meister der vergangenen Saison, SV Grambke-Oslebshausen II, der in die Landesklasse aufsteigt, ersetzt die HSG Delmenhorst III, die souverän den Meistertitel in der Stadtliga A feierte und dabei die TuSG Ritterhude und den TSV Farge-Rekum auf die Plätze zwei und drei verwies.

Die HSG Lesum/St. Magnus hatte durch den vorzeitigen Rückzug aus der Landesklasse bereits vor der Saison einen Startplatz in der Bremenliga sicher und ersetzt die MSG VSK/LeMa, die ursprünglich als Reserveteam für die Lesumer gedacht war. Es dürfte also nicht unbedingt leichter für die HSG Schwanewede/Neuenkirchen III werden, den Abstieg zu verhindern.

In der abgelaufenen Serie kassierte das Team um Malte Dörjes mit 533 Gegentreffern in 14 Begegnungen mit Abstand die meisten Treffer der gesamten Liga. Hier gilt es für die „Schwäne“ deshalb, den Hebel für eine erfolgreiche Spielzeit anzusetzen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+