Handball

Verjüngungskur bei den „Schwänen“

Landesliga-Handballer holen Ex-Spieler zurück und setzten verstärkt auf Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs
29.07.2020, 16:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik
Verjüngungskur bei den „Schwänen“

Soll den Rückraum torgefährlicher machen: Jan Burgdorf (am Ball), der von der HSG Stuhr zum Landesliga-Klassengefährten HSG Schwanewede/Neuenkirchen II wechselt.

Michael Braunschädel

Schwanewede. Da waren diese beiden Punktspiele in der Corona-Abbruchsaison gegen die HSG Stuhr. Zweimal 60 Minuten, in denen der Stuhrer Jan Burgdorf den Landesliga-Handballern der HSG Schwanewede/Neuenkirchen II insgesamt 15 Würfe ins Netz gepfeffert hatte. Das hatte sofort das Interesse von Schwanewedes Trainers Niko Wachowiak geweckt. „Ich befand mich ohnehin gerade in der Kaderplanung für die nächste Saison und hatte mir gedacht, dass Jan für meinen Rückraum eine große Verstärkung sein könnte“, verriet der „Schwäne“-Coach.

Es folgte Corona-bedingt eine lange Zwangspause, weshalb es zwischen Jan Burgdorf und Niko Wachowiak zwar telefonischen Kontakt gab, das besprochene Testtraining aber noch einige Zeit warten musste. Mittlerweile hat Niko Wachowiak alles gewonnen: Die beiden Spiele gegen das Schlusslicht aus Stuhr sowieso und danach auch die Zusage der Stuhrer Tormaschine. „Mit seiner Dynamik und Wurfkraft gewinnen wir im Angriff noch mehr an Durchschlagskraft hinzu. Außerdem trägt er zur weiteren Stabilisierung der Abwehr bei“, ist Niko Wachowiak überzeugt. Die war in der vergangenen Saison alles andere das Prunkstück der Niedersachsen gewesen. Im Angriff soll der 88-fache Torschütze (aus 16 Spielen) im linken und im rechten Rückraum spielen, so lautet zumindest Wachowiaks Plan. Elf Wochen hat sein Team am Stück trainiert und befindet sich nun in einer zweiwöchigen Pause. Wobei „seine“ Mannschaft nicht ganz korrekt formuliert ist, denn die Oberliga-Reserve arbeitet mit einem Trainerkollektiv. Henning Schomann, der Chefcoach der Ersten, sorgt für die konzeptionelle Anbindung ans Vorzeigeteam des Vereins. Marko Koß und der neue Torwarttrainer Hendrik Schreiner vervollständigen das Trainerquartett. „Wir haben die Aufgaben unter uns sehr gut verteilt, die Rückmeldungen der Spieler sind jedenfalls positiv“, berichtet Niko Wachowiak.

Dass sich die „Schwäne“ rund drei Monate vor dem Saisonstart (Ende Oktober) in einer athletisch guten Verfassung befinden, ist einer der wenigen Vorzüge von Corona. „Ich bin mit der Mannschaft im Ausdauer- und Sprintbereich sehr zufrieden. Dort hat sie sich deutlich weiterentwickelt“, ist Wachowiak überzeugt. Umso früher kann er den Fokus auf die handballspezifischen Fähigkeiten legen und sich um die einstigen Knackpunkte im Spiel kümmern. „Zu 60 Prozent wird es bei uns jetzt vor allem um die Abwehrarbeit und zu 40 Prozent um den Angriff gehen “, gibt Niko Wachowiak die nächsten Schritte preis.

Die Abstimmung ist beim Elftplatzierten der vergangenen Saison aufgrund von einigen Kaderveränderungen ohnehin nötig. „Wir haben unsere Altersstruktur ordentlich nach unten angepasst“, sagt Niko Wachowiak. Tatsächlich besteht der Kader nur noch aus vier Spielern, die 30 Jahre oder älter sind: Dazu zählen Carsten von der Heyde und Majk Skoric, die beide sogar zur Ü35 zählen. Florian Fronz und Steffen Zerjatke zählen ebenfalls zum Kreis der Spieler von 30 Jahren an aufwärts.

Zusätzlich hat die Oberliga-Reserve das „Schwaneweder Gen“ gestärkt und setzt verstärkt auf Akteure, die schon einmal im Klub gespielt haben oder dort sowieso groß geworden sind. Vorwiegend junge Leute. „Das ist die Struktur, die wir haben wollen“, unterstreicht Niko Wachowiak das Vorhaben.

Die Brüder Jerome und Jaime Lippe passen hierbei wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, die dem Team auf Linksaußen beziehungsweise im Rückraum eine zusätzliche Qualität verleihen sollten. Jaime Lippe hatte nach der Zeit beim Jugendbundesligisten HSG Grüppenbühren/Bookholzberg handballerisch pausiert, sein Bruder Jerome berufsbedingt.

Regelmäßig trainieren bei der zweiten Mannschaft auch sechs A-Jugendliche mit, um sie auf das höhere Erwachsenen-Niveau zu hieven. Dazu zählt auch der Schlussmann Dominik Koppenstein, der mit seinen 17 Jahren zwar noch nicht bei den Herren im Punktspielbetrieb mit auflaufen darf. Trotzdem knöpft er den arrivierten Spielern im Training viele Bälle ab. „Ich hoffe, dass Dominik diese Form konservieren kann“, freut sich Henning Schomann über die positive Entwicklung des Youngsters.

Am 3. August geht es für die „Schwäne“ im Training weiter, ihre Saison beginnt in der Landesliga Nord-West am 24./25. Oktober und endet am 4. Juni 2021. Gebildet wird das Team vom Torhütergespann Steffen Spanjer und Fynn Köster, vorwiegend auf Linksaußen sind Fynn Jensen, Jaime Lippe und Nick Ohlandt eingeplant. Mit Florian Fronz, Majk Skoric, Jan Burgdorf (links), Soenke Becker, Carsten von der Heyde, Jerome Lippe (Mitte), Ole Evers und Maik Hanser (Rückraum rechts) verfügt die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II über acht Rückraumspieler, die dort variabel einsetzbar sind. Der Rechtsaußen Fritz van der Linde sowie die beiden Kreisläufer Steffen Zerjatke und Lars Winkel komplettieren zurzeit das Aufgebot.

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