Handball-Oberliga Nordsee

Schomann geht auf Nummer sicher

Mit dem 2,06 Meter langen Julius Timm einen weiteren Torhüter zur HSG Schwanewede/Neuenkirchen geholt
12.05.2020, 17:53
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Kowalzik
Schomann geht auf Nummer sicher

Der 22-jährige Torhüter Julius Timm wechselt vom Oberliga-Konkurrenten HC Bremen zu den "Schwänen".

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Schwanewede. Es war nur ein Telefonat, nicht einmal eine Stunde lang, schon gab Julius Timm sein Ja-Wort. Der 22-Jährige ist damit nach dem reaktivierten Theo Krüger der zweite Neuzugang im Tor des Handball-Oberligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen. „Unter solch kuriosen Umständen habe ich noch nie einem Verein blind zugesagt“, gesteht der bisherige Schlussmann des Ligakonkurrenten HC Bremen. Aber was ist in Zeiten von Corona auch schon normal?

Julius Timm wirft mit seinen 22 Jahren und der stattlichen Körperlänge von 2,06 Metern einige gewichtige Argumente in die Waagschale. „Er ist physisch das, was ich in meinem Kader noch nicht habe„, stellt Henning Schomann zufrieden fest. Er hatte den gebürtigen Lübecker schon vorher im Fokus gehabt, von dessen Verpflichtung aber zunächst abgesehen. Im HSG-Kasten sind ja auch schon Jan Tholen und Theo Krüger fix, plus Marcus Helmke als eiserne Reserve für den Notfall. Das hätte für die kommende Spielzeit normalerweise ja auch mehr als gereicht. Bis die Hiobsbotschaft von Theo Krüger reinflatterte, dass er sich die Bizepssehne gereizt, vielleicht sogar gerissenen habe. Wenn es gut läuft, dürfe Krüger das malade Körperteil ab Anfang Juli wieder belasten. Sicherheitshalber griff Henning Schomann lieber zum Telefon. „Zwischen Julius und mir hat es sofort „gemenschelt“, skizziert er das Gespräch, „es ist für uns beide eine Win-win-Situation“, ist der HSG-Trainer überzeugt. Der HC Bremen hatte sich nämlich für die kommende Spielzeit auf das Torhüterduo Luca Prieß und Antonio Berdar festgelegt, sodass Julius Timm ohnehin gerade den Markt sondierte.

Dem Neuen wurde das Torhüter-Gen offenbar in die Wiege gelegt, denn sein Vater Erik stand früher unter anderem im sechs Quadratmeter großen Arbeitsbereich des Bundesligisten VfL Bad Schwartau und trainierte seinen Filius zeitweilig selbst. Seine erste Erfahrungen bei den Erwachsenen sammelte Julius Timm bei der HSG Ostsee, mit der er unter der Regie des Ex-Nationalspielers Thomas Knorr auf der Trainerbank von der Landesliga durch die Schleswig-Holstein-Liga bis in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein marschierte.

Durch sein Studium 2017 bei der Polizei in Bremen wechselte er in die Oberliga zum späteren Absteiger TV Neerstedt, danach über den HC Bremen zur HSG Schwanewede/Neuenkirchen. „Ich bin super gespannt und habe richtig Lust auf die neue Saison mit den Jungs“, gibt er zu Protokoll. „Die Zuschauer in Schwanewede sind der Wahnsinn. Ich plane fest damit, die nächsten Jahre in diesem Verein zu verbringen.“

Einen im Team kennt er auch schon: Den HSG-Rückkehrer Jorrit Latacz, der mit ihm zuvor beim HC Bremen spielte. Da Julius Timm sein Studium bald beenden wird und bei der Polizei dann wohl auch Wochenenddienste leisten dürfte, bleiben genug Einsatzzeiten für das komplette Torwarttrio der HSG Schwanewede/Neuenkirchen übrig.

Julius Timm ist nach Jorrit Latacz (HC Bremen Oberliga-Männer), Rune Becker, Cedric Scharnke (beide HC Bremen A-Jugend-Bundesliga), Theo Krüger (reaktiviert), Malte Hamsch (Stuhr) und Christian Schwarze (Habenhausen II) der siebte HSG-Neuzugang für die kommende Saison. Beim Tabellensechsten gebliebenen sind Jan Tholen, Torben Lemke, Marc Blum, Marco Wilhelms, Tim Paltinat, Karlo Oroz, Tizian von Lien, Nils Husen, Torben Pilger, Niklas Mechau und Marcus Helmke (Standby-Torwart). Die Zukunft von Thorin Helfers ist studienbedingt offen. Niels Huckschlag (Fredenbeck), Andrej Kunz (Neerstedt), Nils Goepel (Cloppenburg), Hannes Wünsch (Delmenhorst), Jannis Molzahn (studienbedingt), Fabian Hartwich (pausiert), Niklas Planck und Roberto Cagliani (Ziel unbekannt) haben die „Schwäne“ verlassen.

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