Handball

Beruhigt in die Herbstferien

HSG Schwanewede/Neuenkirchen hat nach dem 28:26 bei der SG Achim/Baden maximale 4:0 Punkte auf dem Konto
11.10.2020, 18:58
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Kowalzik
Beruhigt in die Herbstferien

"Schwäne"-Schlussmann Jannis Nowitzki überstand gegen den Oberligisten SG Achim/Baden auch diese brenzlige Situation.

Samuel Czerniak

Schwanewede. Die Oberliga-Handballer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen können beruhigt in die Herbstferien gehen. Ihr 28:26 (13:12)-Erfolg bei der SG Achim/Baden bescherte ihnen zum Saisonauftakt 4:0 Punkte. Es ist ein „kleiner Bilderbuchstart„ resümierte der HSG-Trainer Henning Schomann zufrieden. Ganz so einfach wie beim 40:28-Husarenritt über die Hunte-Aue Löwen verlief die Auswärts-Premiere für die „Schwäne“ aber nicht. „Achim war eine harte Nuss“, stellte Schomann fest.

Schuld daran waren die Gäste größtenteils selbst, denn während sich ihre Trefferquote im Angriff bei 70 Prozent bewegte, waren die zehn technischen Fehler sowie acht Pass- und Fangfehler entschieden zu viel. Ein Kampfspiel war die Folge, in dem das Schomann-Team ab dem 4:3 von Tim Paltinat bis zur Pause durchweg vorne lag.

Vier Treffer waren es gar, als der Linksaußen Karlo Oroz zum 10:6 für seine Farben einnetzte, und Marc Blum das 11:7 sowie das 12:8 nachlegte (23.). „Wir hätten weiter davonziehen müssen, haben dabei aber überpaced", kritisierte der HSG-Coach. Seine Mannschaft lag deshalb zum Seitenwechsel nur mit 13:12 in Front. Die „Schwäne“ mussten allerdings auch mit einigen Widrigkeiten kämpfen. Allen voran fehlte ihnen ihr Kreisläufer Jorrit Latacz, den sie sicherheitshalber aus dem Verkehr gezogen hatten. Denn ihr Rückkehrer hatte unter der Woche die Nachricht bekommen, dass eine Person in seinem Umfeld Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte.

Latacz hatte sich da zum Glück nicht bei den sogenannten „Sahneschnitten“ aufgehalten. Sie hätten ihn gegen Achim/Baden sogar einsetzen können, da das Testergebnis von Latacz‘ Kontaktperson bis zum Spiel nicht vorlag. „Wir sind aber auf Nummer sicher gegangen„, sagte Henning Schomann. Die Gesundheit aller gehe schließlich vor. „Wir wollen uns auch gegenüber unserem Gegner sauber verhalten“, betonte er. Die Rolle von Jorrit Latacz in der Abwehr übernahm Niklas Mechau, der „im Innenblock brachial stark gestanden hat“, wie es der HSG-Trainer formulierte. Im Angriff war das Fehlen des etatmäßigen Kreisläufers aber nicht aufzuwiegen.

Außerdem mussten die Gäste wegstecken, dass ihr Spielmacher Marco Wilhelms aus privaten Gründen fehlte und ihr Rechtsaußen Tim Paltinat aufgrund von Fußproblemen stark gehandicapt ins Match gegangen war. „Meine Mannschaft hat trotz alledem eine Performance abgeliefert, auf die ich stolz bin", lobte Henning Schomann.

Vorrangig zu erwähnen wäre wieder einmal der elffache Torschütze Karlo Oroz. „Er ist einfach eine Maschine und spielt auf einem phänomenalen Level“, stellte der Schwaneweder Trainer fest. 51 Minuten fegte der Linksaußen über den Platz und erzielte den alles entscheidenden Treffer zum 28:25 fast aus dem Nullwinkel.

Gleich neben ihm präsentierte sich Marc Blum in absoluter Topform. Der halblinke Angreifer musste zwar anfangs einiges von der Achimer Abwehr einstecken, dafür revanchierte er sich mit acht Treffern. Bei nur zwei Fehlwürfen war das für einen Rückraumspieler eine ausgezeichnete Bilanz. Genug gelobt. Aufgrund der hohen technischen Fehlerquote hüben wie drüben entsprach das Spiel nicht immer den gewohnten Oberliga-Standards. Und obwohl die Gäste nach der Pause nur dreimal ein Unentschieden zuließen, blieb die Begegnung bis zum Schluss spannend. Nach dem 21:21 (45.) traf Tim Paltinat für die „Schwäne" zum 22:21. Danach parierte der frisch ins HSG-Tor gewechselte Jannis Nowitzki einen Achimer Siebenmeter, Karlo Oroz erhöhte auf 23:21 (48.).

Kurios war der tückische Aufsetzer von Torben Pilger aus 15 Metern Torentfernung zum 24:22, mit dem er den SG-Schlussmann Martin Dybol bei drohendem Zeitspiel überlistete (51.). „Meine Mannschaft hat gesehen, dass sie trotz aller Widrigkeiten gewinnen kann. Bei uns entwickelt sich etwas richtig Gutes“, ist Henning Schomann überzeugt.

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