Handball-Oberliga Nordsee

Ja-Wort von Karlo Oroz

Die HSG Schwanewede/Neuenkirchen kann weiterhin mit ihrem Torjäger planen, er sagte jetzt für die Saison 2020/21 zu. Aber es gibt auch gravierende Veränderungen.
06.03.2020, 15:55
Lesedauer: 4 Min
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Von Olaf Kowalzik
Ja-Wort von Karlo Oroz

Jorrit Latacz (mit Ball, im Spiel des HC Bremen gegen die "Schwäne") ist bald wieder im HSG-Trikot anzutreffen.

Fotos: OLAF KOWALZIK

Schwanewede. Georg Bringmanns Laune war blendend, was die Kaderplanung des Handball-Oberligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen für die kommende Saison betraf. „Gerade hat mir Karlo Oroz für die kommende Spielzeit 20/21 zugesagt, das ist für das Team eine super Sache“, jubelte der Handball-Obmann der HSG. Oroz war von der Konkurrenz bis hinauf in die dritte Liga heiß umworben gewesen, weshalb das erneute Ja-Wort des Torjägers (126 Tore aus 17 Spielen) umso mehr begeistert. „Er ist ein absolutes Trainingsvorbild, von seinem Erfahrungsschatz können die jungen Neuzugänge nur profitieren", sagte Bringmann mit leuchtenden Augen.

Und schon ist das Thema raus, das ihm und dem HSG-Trainer Henning Schomann jüngst haufenweise Zeit raubte. Denn nachdem Andreas Szwalkiewicz die Gespräche mit den Aktiven größtenteils schon geführt, respektive mindestens begonnen hatte, mussten diese nach seinem Wechsel Anfang Februar auf den Trainerstuhl der SG VTB/Altjührden unter anderen Vorzeichen wieder neu geführt werden. Nun stehen mit Niels Huckschlag (zum VfL Fredenbeck), Andrej Kunz (TV Neerstedt), Nils Goepel TV Cloppenburg), Fabian Hartwich (pausiert), Jannis Molzahn (studienbedingt) und Marcus Helmke (hört auf) mindestens sechs Abgänge fest, die Zukunft von Thorin Helfers, Niklas Planck, Hannes Wünsch und Roberto Cagliani ist zurzeit offen – mit eher negativer Tendenz.

Zurzeit 17 Spieler im Kader

Die restlichen zehn Spieler des Teams bleiben, zu denen stoßen mit Jorrit Latacz (HC Bremen), Rune Becker, Cedric Scharnke (beide Bundesliga A-Jugend HC Bremen), Niko Ahrens (TV Neerstedt, Verbandsliga), Theo Krüger (reaktiviert), Christian Schwarze (ATSV Habenhausen II, Verbandsliga) und Malte Hamsch (HSG Stuhr) sieben Neue. Damit umfasst der Kader der Niedersachsen für die Spielzeit 2020/21 derzeit 17 Spieler.

„Es ist eine interessante Mischung aus jungen Talenten und routinierten Spielern, kurzum eine spannende Mannschaft“, ordnet Schomann seinen künftigen Kader ein. „Das Team ist definitiv entwicklungsfähig.„ Trotzdem trifft die sogenannten „Sahneschnitten“ der Abgang ihres Kapitäns Niels Huckschlag zum Ligakonkurrenten VfL Fredenbeck hart. Huckschlag wohnt mit seiner Freundin seit eineinhalb Jahren in Buxtehude und arbeitet seit März dieses Jahres in Hamburg, weshalb ihm das Pendeln zum Training zu viel wurde. „Das ist schmerzhaft, weil sich die HSG auf einem guten Weg befindet. Das schafft sie aber auch ohne mich“, glaubt der Rückraumschütze. „Er ist nach dem Oberliga-Abstieg vorweggegangen und zurzeit super drauf. Ich kann Niels' Gründe absolut verstehen, mit ihm verlieren wir ein Stück Schwaneweder DNA“, bedauert Henning Schomann die Entscheidung.

Auch der bevorstehende Wechsel von Nils Goepel zum TV Cloppenburg muss erst einmal aufgefangen werden, was vor allem für die Abwehr gilt. „Dass ich mit Cloppenburg vielleicht die Chance habe, in der dritten Liga zu spielen, reizt mich“, sagt der 1,97 Meter-Mann. „Das war jetzt Cloppenburgs dritte Anfrage an mich und ich denke, dass ich dort noch eine Entwicklung nehmen kann“, ergänzt er. Vor dem Hintergrund, dass sich Thorin Helfers für ein Studium in Buxtehude beworben hat und von dort aus eine Fahrt zum Training wie bei Huckschlag nicht mehr realisierbar wäre, hatte die HSG am Kreis eine Baustelle zu beackern.

Die schließt sie größtenteils mit Jorrit Latacz, der nach knapp zweieinhalb Jahren beim Oberligisten HC Bremen zu den „Schwänen" zurückkehrt. Seine Visitenkarte im jüngsten Aufeinandertreffen in Form von sechs Treffern gegen seinen neuen Klub und einer hervorragenden Deckungsarbeit hätte besser nicht sein können. „Ich freue mich auf meine alte und neue Heimat, zumal ich mich mit Henning super verstehe“, gibt Latacz zu Protokoll. Sein neuer Coach freut sich freilich auch und spricht von einem „intelligenten Deckungsspieler mit körperlicher Präsenz, der uns auch im Angriff schmerzhaft gezeigt hat, wie gut er sich weiterentwickelt hat.“

In den Gesprächen mit Hannes Wünsch, Roberto Cagliani und Niklas Planck gibt es dagegen laut Georg Bringmann momentan kein Vorankommen. „Bei mir läuft es wahrscheinlich leider auf eine Trennung hinaus“, lässt der zuletzt mehrfach überragend haltende Schlussmann Niklas Planck durchblicken. Unterdessen wirkt es bei den „Schwänen" in puncto Neuzugänge wie eine große Rückrufaktion, da wie Latacz alle Akteure in ihre sportliche Heimat zurückkehren. Von der Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen sind dies mit dem Linksaußen Rune Becker und dem Allrounder Cedric Scharnke zwei gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die wie Niko Ahrens (Rückraumspieler beim Verbandsligisten TV Neerstedt) das hohe Tempo des Teams locker mitgehen können.

Linkshänder Christian Schwarze vom Verbandsligisten ATSV Habenhausen II muss noch in Oberliga-Form gebracht und Malte Hamsch nach einem überstandenen Kreuzbandriss erst wieder ans Team herangeführt werden. Das gilt für den Spielmacher Tizian von Lien nach seiner im vergangenen Jahr erfolgten Schulteroperation nicht. „Ich nehme mir aktuell noch alle Zeit, um dann nach einer guten Vorbereitung in der kommenden Saison zu spielen“, verrät der Ex-Elsflether.

Weitere Informationen

Zugänge: Jorrit Latacz (HC Bremen, Oberliga), Rune Becker, Cedric Scharnke (beide HC Bremen, Bundesliga A-Jugend), Niko Ahrens (TV Neerstedt, Verbandsliga), Theo Krüger (reaktiviert), Christian Schwarze (ATSV Habenhausen II, Verbandsliga) und Malte Hamsch (HSG Stuhr, Landesliga)

Abgänge: Niels Huckschlag (zum VfL Fredenbeck, Oberliga), Andrej Kunz (TV Neerstedt, Verbandsliga), Nils Goepel TV Cloppenburg, Oberliga), Fabian Hartwich (pausiert), Jannis Molzahn (studienbedingt) und Marcus Helmke (hört auf)

Offene Zukunft: Thorin Helfers, Niklas Planck, Hannes Wünsch, Roberto Cagliani

Zugesagt aus aktuellem Kader: Torben Lemke, Marc Blum, Marco Wilhelms, Tim Paltinat, Karlo Oroz, Jan Tholen, Tizian von Lien, Nils Husen, Torben Pilger, Niklas Mechau ELO

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