Kreisliga-Trainer im Interview

Aschwarden-Coach Sohn: „Wir bieten in fast jedem Spiel ein Torspektakel“

Lieber 5:4 gewinnen als 1:0. So lautet das Motto des SV Aschwarden. Der Kreisligist zählt zu den treffsichersten Mannschaften, hat aber auch bereits viele Tore kassieren müssen.
22.12.2020, 18:27
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Von Reiner Tienken
Aschwarden-Coach Sohn: „Wir bieten in fast jedem Spiel ein Torspektakel“

Gewinnt lieber 5:4 als 1:0: Sven Sohn, Trainer des SV Aschwarden.

Frei

Herr Sohn, wie haben die fünf Neuzugänge einschlagen?

Sven Sohn: Tatsächlich sind es inzwischen sogar sieben Neuzugänge. Aber alles in allem kann man sagen, dass sich alle Neuzugänge sehr gut eingefunden haben und sowohl sportlich als auch menschlich eine echte Verstärkung darstellen.

Der SV Aschwarden kassierte in den sieben Punktspielen der Herbstserie 18 Gegentreffer. Da können Sie mit der Defensivarbeit kaum zufrieden sein, oder?

Wir haben auch 27 Tore geschossen und trotz der Gegentore immer noch ein gutes Torverhältnis, stellen neben Lilienthal und Dannenberg die beste Offensive der Liga. Wir bieten in fast jedem Spiel ein richtiges Torspektakel sowie attraktiven Offensivfußball für die Zuschauer wie zu besten Werder-Zeiten. Da leidet dann halt auch mal die Defensive drunter. Unterm Strich gewinne ich persönlich lieber 5:4 als 1:0.

Mit Luca Heißenbüttel wechselte ein Aktivposten im Sommer zum Bezirksligisten FC Hambergen. Ist Ihrem Team dadurch viel Tempo verloren gegangen?

Wir haben mit Luca sowohl sportlich als auch menschlich einen enorm wertvollen Spieler verloren. Die neuen Spieler bringen auch viel Speed mit, sodass ich daher eigentlich der Meinung bin, dass wir insgesamt sogar an Tempo zugelegt haben. Zudem hat sich mit Noah Ley ein vorhandener Spieler in den letzten zwei Herrenjahren konstant verbessert und erinnert mich von seinen Qualitäten her immer mehr an Luca und seine Entwicklung. Daher trägt er bei mir auch intern den Spitznamen Luca 2.0.

Im Spieleraufgebot tummeln sich mehrere Akteure des starken Jahrgangs 1999. Wie machen sich die Spieler, die 2017/18 für den Verein in der U19 Landesliga kickten, inzwischen im Herrenbereich?

Da ich die meisten Jungs aus diesem Jahrgang ja auch bereits selber seit der U13 trainiere, freut es mich daher umso mehr, dass ich aktuell noch acht davon in unserem Herrenkader zu meinen Schützlingen zählen darf. Insgesamt haben alle auf ihre Weise anhand ihrer Qualitäten eine sehr positive Entwicklung genommen und zählen daher neben diversen anderen Spielern zu den Leistungsträgern in der Mannschaft. Den meisten haben die ersten Herrenjahre sehr gutgetan.

Daniel Bolte dreht als Kapitän an den Stellschrauben auf dem Platz. Wie hat sich der Spielmacher im ersten Saisonabschnitt präsentiert?

Daniel hat sich wieder mehrfach in die Torjägerliste eingetragen und sammelt fleißig Scorerpunkte. Er zeigt konstante und gute Leistungen. Aber nicht nur deswegen ist er für die Mannschaft und mich ein sehr wertvoller Spieler. Er möchte es zwar manchmal nicht hören, aber inzwischen zählt er in unserer jungen Truppe zu den älteren und erfahreneren Akteuren, und genau deswegen ist er genauso wie einige andere Routiniers enorm wichtig für die jungen Spieler, um denen Erfahrung und Routine weiterzugeben. Daniel stellt sich auch ohne groß zu murren in den Dienst der Mannschaft. Zuletzt spielte er mehrfach auf seiner ungeliebten linken Flügelposition.

Thorsten Vethacke stellte seinen Torriecher mit sieben Treffern erneut nachhaltig unter Beweis. Was macht den 33-jährigen Routinier so wichtig für die Mannschaft?

In der letzten Saison hatten wir Todde mehrfach auf der Zehner-Position aufgestellt, da er dort mehr am Spiel teilnimmt. Zumindest war das seine und unsere Intention. Ich selber kenne Todde ja auch schon aus dem Sandkasten. Für mich persönlich war er schon immer ein klassischer Mittelstürmer, weshalb er in dieser Saison wieder dort spielt. Die Torausbeute bestätigt die Entscheidung. Todde ist genauso wie Daniel Bolte extrem mannschaftsdienlich, zuverlässig und trainingsfleißig. Da muss sinnbildlich schon das Bein halb ab sein, damit das Training abgesagt wird. Halt einfach ein super Typ.

Das Gespräch führte Reiner Tienken.

Info

Zur Person

Sven Sohn (35)

belegt mit dem SV Aschwarden einen soliden sechsten Platz. Auffällig dabei: Das Team verfügt mit Lilienthal und Dannenberg über den durchschlagskräftigsten Angriff (27 Tore), kassierte aber auch schon 18 Gegentreffer.

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