Blockade des Lidl-Warenzentrallagers Bauern protestieren gegen Billigpreise

Landwirte aus mehreren Landkreisen protestieren seit Montag vor dem Lidl-Warenzentrallager in Brundorf. Mit einer Schlepper-Blockade fordern sie bessere Preise für ihre Waren und faire Handelspraktiken.
01.12.2020, 16:52
Lesedauer: 1 Min
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Von Gabriela Keller

Brundorf. Landwirte aus den Kreisen Osterholz, Cuxhaven, Rotenburg und Stade blockierten mit rund 60 Schleppern von Montagmittag bis Dienstag gegen 5 Uhr in einer spontan organisierten Demonstration die Zufahrten zum Warenzentrallager von Lidl in Brundorf.

Der Protest der Bauern richtete sich gegen Billigpreise für Lebensmittel in den Supermärkten, außerdem forderten sie faire Handelspraktiken von den großen Handelsketten. Die bisherigen Praktiken des Lebensmittelhandels wie kurzfristige Warenstornierungen oder die Rückgabe nicht verkaufter Ware an die Erzeuger zur Entsorgung auf deren Kosten bedeute für die Landwirte erhebliche wirtschaftliche Schäden, hieß es aus dem Kreis der Demonstranten. Eine von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CSU) initiierte und gesetzlich beschlossene Neuregelung verbiete künftig solche Praktiken. „Als Landwirte begrüßen wir diese Neuregelung sehr.“

Was die Bauern allerdings verärgere, sei die Reaktion der großen Lebensmittel-Ketten. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten Vertreter sich darüber beklagt, dass der Lebensmittelhandel an den Pranger gestellt werde. „Das hat das Fass bei den Landwirten zum Überlaufen gebrachte“, meinte am Montag ein Landwirt. Daher habe es bereits Sonntag eine Spontan-Demonstration in Cloppenburg vor dem dortigen Lidl-Vertriebslager gegeben, sagte er. Ab Montag wurde die Warenauslieferung aus dem Zentrallager in Brundorf mit Schleppern blockiert.

Laut Polizei wurden die Ein- und Ausfahrten auch nach Kooperationsgesprächen zwischen den Landwirten, der Polizei und der Geschäftsführung des Unternehmens nicht frei gegeben. Daher seien die Teilnehmenden, die mit ihren Traktoren die Zufahrten blockierten, gegen 18.30 Uhr von der Versammlung ausgeschlossen, teilte die Polizei mit. Damit der Warenverkehr fließen konnte, sei dann eine Nebenzufahrt freigegeben worden. Die Versammlung wurde von den übrigen Teilnehmenden bis circa 5 Uhr am Dienstagmorgen fortgesetzt.

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