RC General Rosenberg Tolle Erfolge trotz Corona

Marena Dankwardt vom RC General Rosenberg schaffte es sich erstmals so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit zu drängen.
15.01.2021, 13:50
Lesedauer: 5 Min
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Von Karsten Hollmann

Das Jahr 2020 hat Sportlerinnen und Sportlern wegen der Corona-Pandemie nicht viele Gelegenheiten geboten, um zu glänzen. Marena Dankwardt vom RC General Rosenberg schaffte es dennoch, sich erstmals so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit zu drängen. Die Springreiterin heimste ihre ersten Platzierungen und sogar Podestplätze in Prüfungen der Klasse M bei den wenigen Turnieren ein.

„Ich war natürlich froh darüber, dass mein eigener Verein mit einigen Late-Entry-Turnieren mir die Möglichkeit geboten hat, mich zu präsentieren“, erklärt die 18-Jährige, die in ganz jungen Jahren bereits eine Leidenschaft für Pferde entwickelte. „Ich fand Pferde schon immer toll“, verrät die in Aumund wohnhafte Reiterin.

Im Alter von neun Jahren saß sie dann erstmals auf einem Pferd und begann dann auch im Schulbetrieb des RC General Rosenberg mit dem Reiten. „Ich wollte aber mehr machen“, berichtet Marena Dankwardt. Auf einer Weihnachtsfeier lernte sie dann den Züchter Dietrich „Didi“ Kusserow kennen. „Der hat meine Eltern dazu überredet, mir ein eigenes Pferd zu kaufen“, teilt Dankwardt mit. Das klappte dann auch prompt, sodass die damalige Schülerin im Alter von 13 Jahren in den Besitz von Pony Pacia kam. Mit Pacia startete Marena Dankwardt aber nur bei kleineren Hausturnieren.

„Ich musste erst einmal üben und war auch noch nicht leistungsmäßig unterwegs“, lässt die Studentin wissen. Erst mit ihrem Pferd Pepper stieg sie richtig ins Turnier-Geschehen ein und absolvierte mit ihrem Hannoveraner Wallach auch bereits die ersten L-Springen.

Gleichzeitig durfte Marena Dankwardt aber auch die jungen Pferde von „Didi“ Kusserow, auf dessen Anlage in Eggestedt mitreiten. „Es hat mir sehr viel Spaß bereitet, Pferde selbst auszubilden und diese bei Turnieren vorzustellen“, betont Dankwardt. Ihr Hobby ist allerdings zeitaufwendig. „Ich verbringe jeden Tag mindestens drei Stunden mit der Reiterei“, informiert der Youngster, der schon darüber nachgedacht hat, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr nach dem Abitur am Gymnasium Vegesack kam in Frage.

„Meine Eltern haben mir aber davon abgeraten“, sagt Marena Dankwardt. Also begann Marena Dankwardt im November des vergangenen Jahres ein Bauingenieurs-Studium an der Hochschule Bremen. „In der Schule fand ich Mathe immer ganz gut. Mich hat auch interessiert, etwas zu bauen und zu gucken, wie es hält“, nennt Dankwardt die Gründe für eine Studienwahl in einer Männerdomäne. Ihre Kommilitonen hat sie wegen der Corona-Pandemie aber noch nicht wirklich kennengelernt.

„Alles findet schließlich nur online statt. So kann man schlecht Lerngruppen bilden“, gibt die Studentin zu bedenken. Vorlesungen in einem Hörsaal würden aus ihrer Sicht ein ganz anderes Gefühl ergeben. Der digitale Unterricht laufe auch nicht immer ganz störungsfrei ab. „Gerade am Anfang ist der Server doch relativ oft abgestürzt. Das ist aber mittlerweile schon besser geworden“, versichert die 18-Jährige.

Der erste Corona-Lockdown im Frühjahr fiel mitten in die Abiturvorbereitungen. „Wir mussten uns deshalb selbst auf das Abi vorbereiten“, so Dankwardt. Die Abi-Klausuren selbst wurden dann aber in den Klassenräumen am Vegesacker Gymnasium geschrieben. „Es herrschte aber keine gute Stimmung an der Schule“, sagt Marena Dankwardt. Sie entschied sich nach bestandenem Abitur nicht nur gegen ein Freiwilliges Soziales Jahr, sondern auch gegen eine Profi-Reiter-Laufbahn. „Ich war einfach neugierig auf mein Studium und wollte gucken, ob ich beides zusammen unter einen Hut bekomme“, erklärt Dankwardt. Es funktioniere bisher auch ganz gut. „Ich mache eben vor und nach dem Reiten etwas fürs Studium“, sagt Marena Dankwardt.

Im Jahre 2018 fuhr Dankwardt mit ihrem ersten selbst ausgebildeten Pferd Sejana K ihren ersten großen Erfolg ein. Sie wurde auf der mittlerweile neun Jahre alten Hannoveraner Stute auf eigenem Geläuf Bremer Landesmeisterin auf der kleinen Spring-Tour.

„Sejana ist sehr schnell“, stellt die junge Springreiterin fest. Dank der starken Galoppade der Stute könne sie in den Prüfungen stets auf Sieg reiten. Auch ihre Platzierungen in den M-Springen feierte Marena Dankwardt im Jahre 2020 auf Sejana K: „Wir haben uns aneinander gut angepasst und harmonieren prima zusammen.“

Beim Rosenberger Springturnier Ende August des vergangenen Jahres siegte Marena Dankwardt auf Sejana K im L-Springen und belegte zudem Rang sieben im M-Springen. Daher erhielt sie neben Marie Luise Schwantz vom RV Heiligenrode und Rieke Lütjen von der RG Bahrenwinkel als beste Juniorin des Turniers einen Sonderehrenpreis. Sie gewann einen Lehrgang beim erfolgreichen Springreiter Hergen Forkert vom RC Rosenbusch Oberneuland. Auch corona-bedingt konnte dieser Lehrgang bisher noch nicht stattfinden. „Von Hergen kann ich bestimmt noch etwas lernen“, verspricht sich Dankwardt einiges von dem Kurs.

Marena Dankwardt feierte noch einen weiteren großen Erfolg im Jahre 2020. In Verden qualifizierte sie sich im L-Springen auf der Stute Cherry, genannt „Crunch“, für das Hannoveraner Championat. „Weil dieses M-Springen aber am selben Tag stattfand und es furchtbar heiß war, wollte ich Crunch die Anstrengung ersparen“, rechtfertigt die Schwanewederin ihren Verzicht auf eine Teilnahme im Championat.

Auch wenn wenigstens ein paar Turniere im vergangenen Jahr ausgetragen wurden, so war das Jahr 2020 eben nicht mit den Vorjahren zu vergleichen. „Man war ja nur zu den Prüfungen auf den Turnieren. Ich konnte aber keinen Kuchen mit anderen Leuten essen oder mal einen Kaffee mit ihnen trinken. Es gab insgesamt viel weniger Kontakte. Das war sehr schade“, bedauert die 18-Jährige.Derzeit reitet Marena Dankwardt fünf Pferde bei Dietrich Kusserow. Ende des vergangenen Jahres gönnte sie diesen aber eine Turnierpause. „Wir wollten erst im neuen Jahr wieder angreifen“, sagt Dankwardt. Ende Januar wolle sie bei einem der Springturniere des RFV Holle-Wüsting im Rahmen der Urban-ClassX-Serie starten.

Vielleicht wird Marena Dankwardt in diesem Jahr auch ihr erstes S-Springen in Angriff nehmen. „Ich möchte aber erst einmal noch sicherer in den M-Springen werden und auch mal an einem höheren M-Springen, also an einem mit zwei Sternen, teilnehmen“, verrät die Sportlerin.

Marena Dankwardt ist durch und durch Sportlerin. Als Kind war sie bereits Leistungsturnerin bei der SG Aumund-Vegesack und anschließend in Spaden. „Das ließ sich dann aber irgendwann nicht mehr mit der Schule verbinden. Ich hätte noch im Zug aus Bremerhaven gesessen, wenn der Unterricht schon angefangen hätte“, so Dankwardt. Sie ging dann ins Fitnessstudio, das nun aber wegen Corona wieder geschlossen ist.

„Ich schaffe es aber auch nicht mehr neben dem Studium und der Reiterei“, sagt Marena Dankwardt. Mit „Didi“ Kusserow verstehe sie sich sehr gut. „Ich kann auch noch viel von ihm lernen“, versichert Dankwardt. Sie vermisst den Kontakt zu den Klubkolleginnen. „Josephine Seemann sehe ich aber öfter. Mit ihr bin ich gut befreundet“, teilt die junge Springreiterin immerhin mit – sie hoffe nun aber nichtsdestotrotz auf mehr Turniere als im Vorjahr ...

Info

Zur Person

Marena Dankwardt (18)

begann im Alter von neun Jahren mit dem Reiten und ist Mitglied beim RC General Rosenberg. Die Springreiterin feierte im Jahre 2018 mit dem Gewinn des Bremer Landesmeistertitels auf der kleinen Springtour einen ersten großen Erfolg. Im Jahre 2019 bestritt die Bauingenieurs-Studentin ihre ersten M-Springen, ehe sie im vergangenen Jahr auch ihre ersten M-Platzierungen auf Sejana K einheimste. Beim heimischen Turnier Ende August 2020 wurde sie als eine der drei besten Juniorinnen ausgezeichnet und gewann dadurch einen Lehrgang beim erfahrenen Springreiter Hergen Forkert in Oberneuland. In Verden qualifizierte sich die Rosenbergerin im vergangenen Jahr zudem auf Cherry für das Hannoveraner Championat. Dankwardt wohnt in Aumund und reitet die Pferde von Dietrich Kusserow in Eggestedt.

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