Mal etwas ganz anderes Neuenkirchener Schützen gehen baden

Die „Cold Water Beer Challenge“ beschert den Mitgliedern des Neuenkirchener Schützenvereins ein unerwartetes Bad in Kleidern. Sie beweisen dabei, dass sie auch singen können.
16.09.2018, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch

Entschlossen schreiten die Neuenkirchener Schützenbrüder, neun an der Zahl und mit jeweils einer Flasche Bier in der Hand, durch das Eingangsportal des Freibads. Eine Delegation des Spielmannszugs der Freien Turner Blumenthal spielt das „Trippelbrüderlied“. „Ob der Himmel blau, ob die Wolken hängen grau, zieh'n wir durch die Welt, tippeln wie's uns gefällt“, stimmen Anführer Sven Tittje und seine wagemutige Gefolgschaft an.

In vollem Ornat, samt weißem Hemd, grüner Krawatte und grüner Hose, steigt die ungewöhnliche Truppe nun nach und nach in das Nichtschwimmerbecken des Neuenkirchener Freibads. „Seid ihr alle drin? So liebe Freunde vom Hundesportverein Neuenkirchen, wie ihr seht, gibt’s leider kein 30-Liter Fass Freibier. Wir haben's gewagt! Es ist uns eine Ehre“, spricht der Vorsitzende des Neuenkirchener Schützenvereins in die Kamera. Nachdem die klatschnassen Wagemutigen ihr Bier geleert haben, wird unter dem Gejohle der Zusehenden noch eine Runde bis zum Beckenrand getaucht.

Das ungewöhnliche Spektakel im Neuenkirchener Freibad ist Teil der „Cold Water Beer Challenge“, die nach US-Vorbild derzeit durch das norddeutsche Vereinsleben schwappt. Dabei müssen sich die angesprochenen Vereine der Herausforderung stellen, Bier in einem Zusammenhang mit kaltem Wasser zu trinken. „Wir hatten gar nicht mehr mit einer Nominierung gerechnet, weil die anderen Vereine wie Blumenthal und Farge schon im Juni und Juli dran waren“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Kai Meyer.

Nach Eingang der „Challenge“ trafen sich vier Vereinsmitglieder und beschlossen kurzerhand, bei dem Spaß mitzumachen. „Man hat sechs Tage Zeit, zu antworten, und muss das Ergebnis filmisch festhalten. Als wir im Neuenkirchener Freibad nachfragten, war der Leiter Olaf Kück sofort einverstanden. Nur die Schuhe mussten wir ausziehen“, erzählt Kai Meyer. Eine kurze Choreografie für die mitlaufende Kamera wurde vorab einstudiert: Wer steht an welcher Stelle, was wird gesagt, welche Sprüche werden synchron skandiert? „Das wäre ja ungünstig gewesen, wenn wir alles noch mal hätten machen müssen und unsere Sachen wären dann schon nass gewesen“, erläutert Kai Meyer.

Zur standardisierten Choreografie der Spaßaktion gehörte auch die Eingangssequenz des Videos. „Neuenkirchener Schützen, wir sind nominiert worden zur Cold Water Beer Challenge. Unsere Freunde vom Hundesportverein Neuenkirchen haben uns nominiert. Wir haben die Ehre, folgt mir bitte. Marsch!“, sagt Sven Tittje feierlich, bevor sich der Tross in Richtung Schwimmbecken in Bewegung setzt. Tittjes Ansprachen innerhalb des Beckens wird von seinen Kollegen mit einem mehrfachen „Gut Schuss“ stimmlich unterstützt.

„Das Wasser war schon ein bisschen kalt, an dem Tag war das Wetter nicht ganz so gut. Aber wir sind ja nicht aus Zucker“, erklärt Kai Meyer und lacht. Nach dem anschließenden Duschen und Umziehen in der Umkleide des Freibades habe man noch gemütlich in der Schützenhalle an der Reiterschanze zusammengesessen. „Meine Hose habe ich aber sicherheitshalber nach dem Chlorbad erst mal gewaschen“, gesteht Meyer. Ihrerseits nominiert haben die Neuenkirchener Schützen nach der ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer „Challenge“ nun die Fleischerei Cammann, das Team von Radio Bremen 4 sowie in einer Doppelnominierung die Firmen „Der kleine Putzteufel“ und eine ortsansässige Trockenbaufirma. „Mit den Leuten von Bremen 4 hatten wir vor drei Jahren bei unserem Schützenfest gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Kai Meyer die Nominierung.

Über 2000 'Likes' hatte der auf der Facebookseite des Vereins eingestellte Beitrag bereits nach einem Tag. Auf welche Art und Weise die Verbindung zwischen dem Konsumieren der Hopfenkaltschale und dem nassen Element bei der „Cold Water Beer Challenge“ hergestellt wird, bleibt übrigens der Fantasie der Vereine und Firmen überlassen.

So hatten sich die Mitglieder des Hundesportvereins Neuenkirchen zusammen mit ihren Vierbeinern in einer Pfütze getummelt. Die Teilnehmer der Edeka Filiale Damerow in Aumund und der Firma Witthus Hammer in Blumenthal wiederum bevorzugten es, sich nach dem Genuss des Bieres eine kalte Wasserdusche aus Eimern über den Kopf gießen zu lassen.

Das Video zur Cold Water Beer Challenge kann auf der Facebookseite „Schützenfest Neuenkirchen-Schwanewede“ angesehen werden.

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