Im Ortsrat vorgestellt

Neuer Entwurf für Baugebiet in Löhnhorst

Auf einem Acker in Löhnhorst soll gebaut werden. Vor drei Jahren schon hat das Thema den Ortsrat beschäftigt. Damals gab es Widerstand. Nun liegt ein neuer Entwurf auf dem Tisch.
22.04.2021, 05:00
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Von Gabriela Keller
Neuer Entwurf für Baugebiet in Löhnhorst

Auf diesem Maisacker zwischen Hammersbecker Weg und Hauptstraße in Löhnhorst soll ein Baugebiet entstehen.

Christian Kosak

Löhnhorst. Auf einem Maisacker in Löhnhorst soll gebaut werden. Vor drei Jahren schon hat das Thema den Ortsrat beschäftigt, jetzt steht es erneut zur Diskussion. Diesmal liegt ein anderer Entwurf als damals auf dem Tisch.

Es geht um eine geplante Baufläche hinter dem Dorfgemeinschaftshaus zwischen Hauptstraße und Hammersbecker Weg. Zur Vorgeschichte: 2018 stellte die Grundstückseigentümerin einen Antrag für einen Bebauungsplan. Der damalige Entwurf sah rund 30 Baugrundstücke vor. Das Neubaugebiet im Landschaftsschutzgebiet Bremer Schweiz sollte sich als langer Streifen hinter der vorhandenen Bebauung am Hammersbecker Weg ziehen, außerdem war ein Wohn- und Geschäftshaus an der Hauptstraße geplant. Der Ortsrat war für die Planung, Widerstand gab es bei Anwohnern und Naturschützern. Der Planungsausschuss der Gemeinde sprach sich am 13. September 2018 gegen die geplante Bebauung aus. Der Verwaltungsausschuss hingegen beschloss am 24. September 2018, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Inzwischen hat die Grundstückseigentümerin einen Investor mit ins Boot geholt und der Gemeinde ein neues Konzept vorgelegt. Das von der Kommune beauftragte Bremer Fachbüro Instara hat nun einen Bebauungsplan-Entwurf erarbeitet. Dagmar Renneke von Instara stellte ihn am Dienstag im Ortsrat vor. Eine eher quadratische Baufläche ist jetzt geplant. Die Bebauungsrenze an der Hammersbecker Straße endet in Höhe Hausnummer 11, dafür zieht sich das Gelände nun länger an der Hauptstraße. 19 Grundstücke für eingeschossige Einzel- und Doppelhäuser mit maximal 38 Wohneinheiten sind geplant und zwei Grundstücke für zweigeschossige Mietwohnungen mit jeweils sechs Wohnungen. Die Mehrfamilienhäuser sollen an der Hauptstraße entstehen. Maximal 30 Prozent der Grundstücksflächen für die Einzel- und Doppelhäuser dürfen durch Bebauung versiegelt werden, maximal 40 Prozent der Flächen für die Mietblöcke.

Das 2,27 Hektar große Plangebiet umfasst ein allgemeines Wohngebiet, in dem auch Handels- und Dienstleistungseinrichtungen zulässig sind, sowie eine Fläche für Gemeinbedarf, etwa für die Ansiedlung einer Kita. Erschlossen werden soll das Baugebiet über eine zentrale Zufahrt von der Hauptstraße und eine Ringstraße innerhalb des Geländes. Damit gebaut werden kann, muss die Fläche aus dem Landschaftsschutz genommen werden. Mit der Planung soll die Eigenentwicklung der Ortschaft gefördert werden, erläuterte Renneke. Auf dem Maisacker sollen in erster Linie Löhnhorster bauen. Das geplante 1,73 Hektar große allgemeine Wohngebiet entspricht laut Renneke dem rechnerisch ermittelten Flächenbedarf für eine Eigenentwicklung der Ortschaft. „Die Planung ist an diesem Standort vertretbar.“

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Der Ortsrat sah das etwas anders. „In meinen Augen ist das Baugebiet zu groß“, meinte Hinrich Bavendamm (CDU). Auch die Grundflächenzahl von 0,3 für Einzel- und Doppelhäuser war ihm zu hoch. 0,25 seien in Löhnhorst üblich. Bavendamm bezweifelte, dass das Baugebiet tatsächlich der Eigenentwicklung Löhnhorsts dient. „Den Großteil der Grundstücke werden nicht Löhnhorster Bürger sondern Auswärtige kaufen“, glaubt er. Mit dem Investor könnte vertraglich vereinbart werden, dass Grundstücke vorrangig an Löhnhorster verkauft werden sollen, wies Renneke auf eine Möglichkeit hin.

Bedenken gegen die Größe des Baugebietes äußerte die SPD – auch vor dem Hintergrund, dass mit dem Wohnpark Löhnhorst ganz in der Nähe ein weiteres neues Baugebiet in den Startlöchern steht. 25 Grundstücke sind dort geplant. Dazu nun noch die 21 Grundstücke an Hammersbecker Weg und Hauptstraße. „Für Löhnhorst wäre das eine ganze Menge an Bebauung“, meinte Martina Becker. Ähnlich äußerte sich ihr Fraktionskollege Michael Jürgens.

Kritik gab an den Mehrfamilienhäusern. Eine Firsthöhe von zwölf Metern sei für Löhnhorster Verhältnisse „zu massiv“, sagte der neue Ortsbürgermeister Ulrich Ruback (SPD). Mit dieser Meinung stand er nicht allein. Er sehe aber auch die Chancen durch das neue Baugebiet, so Ruback. Der Ortsmittelpunkt könne aufgewertet werden. Dazu, dass ein Stück Landschaftsschutz aufgegeben werden müsste, meinte er: „Wenn hier Büsche, Hecken und Gärten entstehen – hat das nicht einen höheren ökologischen Wert als eine reine Ackerfläche?“

Der Planentwurf soll nun entsprechend der vorgetragenen Bedenken überarbeitet, die neue Version dann dem Ortsrat vorgestellt werden.

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