Handball-Oberliga Nordsee der Männer

„Niederlage ist keine Katastrophe“

In Marco Wilhelms tobten nach der 31:32 (17:18)-Heimniederlage gegen die SG Achim/Baden die Gefühle. Na klar hatte sich der Spielmacher der HSG Schwanewede/Neuenkirchen über sein Comeback gefreut.
12.01.2020, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Schwanewede. In Marco Wilhelms tobten nach der 31:32 (17:18)-Heimniederlage gegen die SG Achim/Baden die Gefühle. Na klar hatte sich der Spielmacher der HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Handball-Oberliga Nordsee der Männer über sein Comeback gefreut. Elf Wochen Zwangspause wegen einer schmerzhaften Knieverletzung waren schließlich nicht von Pappe. „Da ist es schwer, sich das von außerhalb anzusehen“, gestand der 27-Jährige.

Er musste damit gegen die Achimer exakt weitere 22 Minuten und 28 Sekunden klarkommen, ehe ihn Andreas Szwalkiewicz beim 12:14-Rückstand auf’s Feld schickte. Erst auf Halbrechts, direkt vor der Pause wanderte er weiter ans Regiepult. Man merkte es dem „Mister Zuverlässig“ sofort an, dass er auf seinen Einsatz brannte, dass er „die Punkte unbedingt holen wollte.“ Der hauptberufliche Fluglotse führte sein Team nach einer kurzen, verständlicherweise unrunden Herantastphase, auch in die richtige Richtung. Vier Tore, einige Torvorlagen und zwei herausgeholte Zeitstrafen unterstrichen das. „Marcos Leistung war gut“, lobte „Andi“ Szwalkiewicz sofort. Wilhelms selbst tröstete das nur bedingt: „Der Ärger über die Niederlage überwiegt“, gab der Schwarzschopf zu Protokoll.

Enttäuschte Fans

Mit der Enttäuschung stand er nicht alleine da, wie nicht nur der Blick in die Gesichter seiner Mitspieler verriet. Auch die 280 Zuschauer in der Halle waren still, mit Ausnahme der Gäste-Fans. Die waren in den 60 packenden Minuten lauter als die zahlenmäßig weit überlegenen HSG-Fans, sodass der Funke nie auf die Hausherren übersprang.

„Die Niederlage ist keine Katastrophe, aber sie hätte nicht sein müssen“, betonte Andreas Szwalkiewicz. Stimmt! Denn seine Mannschaft leistete sich im Ballvortrag viele Schwächen, auch im Angriff selbst ging die Leistung bei seinen Spielern immer wieder rauf und runter. „Dazu war auch unser Rückzugsverhalten schlecht“, schrieb der HSG-Trainer seinem Team ins Stammbuch. Vor allem aber hatte die „Schwäne“-Deckung mit den zweikampffreudigen Gästen massive Probleme, egal ob in der 3:2:1- oder der 6:0-Formation. Dahinter hat es jeder Torwart schwer, sich auszuzeichnen. „Wir haben überhaupt keinen Zugriff auf den Gegner bekommen“, senkte Szwalkiewicz den Daumen nach unten.

Natürlich hätte den Hausherren der an der Nase operierte Fabian Hartwich vor allem in der Abwehr gut zu Gesicht gestanden. Außerdem hatte Karlo Oroz krankheitsbedingt seit Weihnachten nicht trainiert, Niels Huckschlag war durch eine Knieverletzung gehandicapt und Andrej Kunz musste gar mit einem ausgekugelten Finger an der rechten Hand nach 41 Minuten ins Krankenhaus gefahren werden. „Das soll aber keine Ausrede für die Niederlage sein“, betonte Szwalkiewicz.

Seine Mannschaft hatte ja Chancen genug, um erfolgreich ins neue Jahr zu starten. Vor allem, als sie das Blatt nach dem 21:23-Rückstand mit vier Toren am Stück in Überzahl zum 25:23 wendete (44.). Die SG Achim/Baden schaffte es jedoch immer wieder, dem Aufsteiger gerade in Unterzahl fiese Nadelstiche zu verpassen. 101 Sekunden vor dem Abpfiff bahnte sich die Entscheidung an, als Thorin Helfers nach einem Foul am Achimer Jannis Jacobsen eine Zeitstrafe erhielt und die Gäste per Siebenmeter zum 31:30 trafen. „Der Strafwurf war korrekt“, gab Thorin Helfers zu. „Die Zeitstrafe auch“, ergänzte sein Coach.

Den Hausherren blieb zumindest die Hoffnung auf eine Punkteteilung, als Torben Lemke das Leder in der Abwehr in Unterzahl erkämpfte und Karlo Oroz den Konter zum 31:31 abschloss. Zwei Sekunden vor Schluss wurde diese vom finalen Achimer Treffer zerstört. „Fünfmal hatten wir zu Hause äußerst knapp gewonnen, dieses Mal waren wir nicht an der Reihe“, hakte Andreas Szwalkiewicz die Begegnung sofort wieder ab.

Weitere Informationen

Oberliga Männer

HSG Schwanew./Nk. – SG Achim/Baden 31:32 (17:18)

HSG Schwanewede/Neuenkirchen: Tholen, Planck, Helmke; Paltinat (4), Wilhelms (4/2), Helfers, Huckschlag (2), Goepel (1), Lemke (5), Mechau, Blum (7), Wünsch, Oroz (7/2), Kunz (1)

Siebenmeter: 5/4 - 6/5

Zeitstrafen: 4 -5 ELO

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