Nikolaikirche Aschwarden-Bruch Das lange Warten auf die Sanierung

Die Nikolaikirche in Aschwarden-Bruch ist seit Längerem ein Sanierungsfall. Doch mit den Arbeiten am Gebäude geht es nach wie vor nicht voran.
27.01.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller

Aschwarden-Bruch. Das Geld für den Abriss steht bereit. Doch wann die Sakristei der Nikolaikirche in Aschwarden-Bruch dem Erdboden gleichgemacht wird, ist weiter offen. Die Planungen für den Abriss des Anbaus, der wie berichtet immer mehr wegsackt, verzögern sich. Das gilt auch für die geplante Sanierung des Kirchenschiffes des denkmalgeschützten Gotteshauses.

Laut Annegret Kursawsky vom Bauausschuss des Kirchenvorstandes sollte ursprünglich vergangenen Oktober bei einem Treffen mit Vertretern des zuständigen Ingenieurbüros und des Amtes für Bau und Kunstpflege ein Zeitplan für den Abriss der Sakristei festgelegt werden. „Wegen der Corona-Pandemie war das Treffen verschoben worden, einen neuen Termin gibt es noch nicht“, sagt Kursawsky.

Was die Sache zusätzlich kompliziert: Beim Amt für Bau- und Kunstpflege in Verden, das der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover untersteht, haben sich die Zuständigkeiten verändert. War bislang die Außenstelle Bremerhaven in Sachen Abriss und Sanierung Ansprechpartnerin für die Kirchengemeinde Aschwarden-Bruch, ist es jetzt die Zentrale in Verden.

Die Kirchengemeinde Aschwarden-Bruch gehört zum Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. „Wir haben den Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck vor einem Monat übernommen“, bestätigt der Verdener Amtsleiter Christian Baus auf Nachfrage. Zum geplanten Sanierungsobjekt Nikolaikirche seien „noch nicht alle Informationen umfänglich übertragen“, so Baus.

Was der Amtsleiter sagen kann: Für den Abriss der Sakristei samt notwendiger anschließender Fassadenerneuerung am Kirchenschiff hat die Landeskirche in Hannover rund 95.000 Euro genehmigt. Wenn der Abriss erfolgen soll, dazu kann Baus noch nichts sagen. Auch nicht dazu, wann die geplante Sanierung des Kirchenschiffes beginnen soll.

Wie berichtet, haben sich an der Fassade, den Innenwänden des Altarraumes und des Kirchenschiffes Risse gebildet. Die Holzdecke und die Deckenbalken im Altarraum sind von einem Pilz, dem Haussporling, befallen. Eigentlich sollte die Kirche schon 2019 zur Baustelle werden, so sah es die ursprüngliche Planung vor. 800.000 Euro waren seinerzeit allein für die Sanierung des Kirchenschiffes veranschlagt. Dann kam das Problem mit der Sakristei dazu. Am Ende standen laut Kursawsky insgesamt 900.000 Euro unterm Strich. Der Landeskirche sei das zu viel gewesen. Für die Restaurierung des Kirchenschiffes mussten Prioritäten gesetzt werden.

"Wir sollen als Gemeinde angeben, welche Maßnahme wir für vordringlich halten", sagt die Aschwardener Kirchenvorsteherin. Im November 2020 gab es dazu nach ihren Worten einen Ortstermin mit einem Vertreter des Amtes für Bau- und Kunstpflege, der kam damals noch aus Bremerhaven. Man sei übereingekommen, dass eine Sanierung im Altarraum am dringlichsten ist und die Restaurierungsarbeiten deshalb hier starten sollen. "Die Deckenbalken sind vom Pilz zerfressen und morsch, die Holzleisten-Konstruktion darunter löst sich stellenweise schon und droht herunterzufallen", schildert Annegret Kursawsky das Problem." Betroffen sei vor allem die Ostseite des Altarraumes.

Für die Arbeiten sollte nach ihren Worten ein neuer Antrag vom Amt für Bau- und Kunstpflege bei der Landeskirche gestellt werden. Ob der Antrag schon gestellt ist, weiß Annegret Kursawsky nicht. Zum Amt in Verden habe sie noch keinen Kontakt gehabt. Der Verdener Amtschef Christian Baus weiß es auf Nachfrage auch nicht. Eine Rückfrage seinerseits bei der bis vor Kurzem noch zuständigen Außenstelle in Bremerhaven habe keine Klärung gebracht. Die Mitarbeiterin, die dort den Sanierungsfall Nikolaikirche zuletzt betreute, sei erkrankt.

Bei der Kirchengemeinde Aschwarden-Bruch bedauert man die Entwicklung, würde lieber heute als morgen mit der Sanierung starten „Das zieht sich alles in die Länge, ich bin sehr unzufrieden mit der ganzen Sache“, sagt Annegret Kursawsky vom Bauausschuss.

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