Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3

Oberschelp lässt Löhnhorst jubeln

Der SV Löhnhorst hat das Derby gegen den FC Hansa Schwanewede spät, aber verdient gedreht. Mit 2:1 behielt der Aufsteiger gegen den Nachbarn die Oberhand.
18.10.2020, 21:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann
Oberschelp lässt Löhnhorst jubeln

Jonas Neumann (blaues Trikot) holt für den FC Hansa Schwanewede zu Beginn einen Elfmeter heraus. Trotz der frühen Führung verloren die Gäste das Derby in Löhnhorst aber dennoch.

Tom Wesse

Löhnhorst. Beim 2:1-Siegtor gab es kein Halten mehr. Gefühlt rannte das halbe Dorf Löhnhorst schreiend auf den Platz, um Christoph Oberschelp zu seinem sehenswerten Tor in der 89. Minute zu beglückwünschen. Nach einer Hereingabe von Daniel Cummerow von rechts legte sich Oberschelp schräg in die Luft und versenkte den Ball sehenswert direkt zum 2:1 für den SV Löhnhorst im Lokalderby der Fußball-Bezirksliga 3, Staffel 2, gegen den FC Hansa Schwanewede ins linke Eck.

Die Gastgeber waren von der ersten Minute an das giftigere Team und legten sehr schwungvoll los. „Ich habe wenig Leben in meiner Truppe gesehen“, ärgerte sich FC-Trainer Timo Schneider. Nach acht Minuten jagte Christoph Oberschelp die Kugel unbedrängt über den Hansa-Kasten. Die Schwaneweder Führung kam dann ein wenig aus der „kalten Hose“. Ein SV-Innenverteidiger brachte Jonas Neumann viel zu ungestüm, aber auch ebenso unnötig, an der Strafraumgrenze zu Fall. Referee Hassan Al Sayed blieb praktisch gar nichts anderes übrig, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Felix Hoppe verwandelte den Strafstoß sicher in die von ihm aus gesehen linke Ecke (17.). Drei Minuten hiernach prüfte Daniel Gaese Löhnhorsts Keeper Dennis Brede mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Auf der Gegenseite zwang Daniel Cummerow FC-Torwart Yannick Sachau zu einer Parade (25.).

In der 32. Minute hätte sich Jannik Dargel nach einem Vorstoß von Lars Schmidt auf dem rechen Flügel die Ecke aussuchen können, fand aber seinen Meister in Yannick Sachau. Bei den Hausherren ging insgesamt viel über rechts. Immer wieder zog Christoph Oberschelp dort seinem Widersacher Mirco Hahnfeld davon. Der Aufsteiger kombinierte gefällig, war fußballerisch die bessere Formation, lag aber dennoch zur Pause zurück. „Uns fehlte einfach die letzte Konsequenz und Konzentration vor dem gegnerischen Tor. In dieser Hinsicht vermissen wir unseren am Kreuzband verletzten Torjäger Chriy Hybsz. Der hat da vorne eine andere Überzeugung“, erklärte SV-Coach Torsten Kentel.

Gleich nach dem Wiederbeginn hätte Daniel Gaese für die Vorentscheidung sorgen können. Der Offensivmann scheiterte jedoch nach einem Pass von Phillip Barnat an Dennis Brede. Tobias Lentz erwies sich auf der Gegenseite als wahrer Artist, als er das Spielgerät per Seitfallzieher nach einer Stunde knapp über den Querbalken bugsierte. Der gerade erst 30 Sekunden zuvor eingewechselte Niklas Meyer hätte kurz darauf beinahe das 1:1 für Christoph Oberschelp aufgelegt. Doch Oberschelp kam wieder nicht am aufmerksamen Yannick Sachau vorbei. Meyers Nachschuss mit links landete knapp rechts neben dem Pfosten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause blies der Liganeuling zur großen Schlussoffensive. Diese läutete Lars Schmidt mit einem schönen 20-Meter-Flachschuss ein, den aber auch wieder Sachau entschärfte (78.). Die Konter der Gäste wurden immer spärlicher. Dennoch fand Joker Jan Münster mit einem tollen öffnenden Pass „Barni“ Barnat. Doch Dennis Brede zeigte eine bärenstarke Parade. Christoph Oberschelp machte derweil in der anderen Spielhälfte da weiter, wo er aufgehört hatte: er erzwang in der 85. Minute eine Rettungstat des schier unüberwindlich erscheinenden Yannick Sachau. Doch als der eingewechselte Torben Speckmann eine Minute später den Ball nach einer Freistoßflanke von Lars Schmidt von der rechten Seite mit dem Kopf zum hochverdienten Ausgleich in die Maschen setzte, gab es selbst für Sachau nichts zu halten.

Damit wollten sich die Platzherren aber nicht begnügen und erzwangen auch noch das Siegtor. Beim Gast schienen die Kräfte zu schwinden. Es gab in der Nachspielzeit keine Reaktion mehr. „Das dauert alles viel zu lange“, zeigte sich Phillip Barnat nach einem misslungenem Angriff genervt. Sein Trainer Timo Schneider fand die Leistung seines Teams einfach nur mies: „Wir haben uns schlecht bewegt und nicht ins Spiel gefunden. Der Löhnhorster Sieg war verdient.“ Sein Gegenüber Torsten Kentel habe nie am Erfolg gezweifelt: „Ich hatte trotz des Rückstands nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren würden.“

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