Kooperation mit Landwirten

120 Kiebitznester geschützt

120 Kiebitznester sowie Gelege weiterer Wiesenvögel haben Mitarbeiter der Biologischen Station Osterholz zusammen mit Landwirten in den vergangenen Monaten in der Osterstader Marsch geschützt.
11.07.2020, 08:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller
120 Kiebitznester geschützt

120 Kiebitznester wurden im Rahmen eines Projektes in der Osterstader Marsch von Mitarbeitern der Biologischen Station in Zusammenarbeit mit Landwirten geschützt.

BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ

Aschwarden. 120 Kiebitznester sowie Gelege weiterer Wiesenvögel haben Mitarbeiter der Biologischen Station (Bios) Osterholz zusammen mit Landwirten in den vergangenen Monaten in der Osterstader Marsch geschützt. Das Projekt zum Schutz bodenbrütender Wiesenvögel war Anfang April gestartet, jetzt hat die Bios Bilanz gezogen.

Auf über 6000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche zwischen Overwarfe im Kreis Cuxhaven und Aschwarden im Kreis Osterholz hatten Bios-Mitarbeiter im Auftrag des Landkreises Cuxhaven und des Landes Niedersachsen die Brutplätze erfasst. Anlass für das Projekt: Durch eine Feldmausplage war die Grasnarbe auf Grünlandflächen zerstört worden, zahlreiche Landwirte stellten Anträge zur Erneuerung ihrer Flächen. Umbruch und Neueinsaat fielen mit dem Beginn der Brutperiode des Kiebitzes und anderer Bodenbrüter zusammen. Das Projekt sollte den Schutz der Gelege sicherstellen.

Die Bios erhielt den Zuschlag für die Durchführung des Projektes. Erfasst wurden laut Projektmanager Jonas Daldrup die Brutbestände von Kiebitz, Großem Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel und Austernfischer. Uferschnepfe und Großer Brachvogel stehen nach Angaben der Bios in Niedersachsen als stark gefährdet auf der Roten Liste, der Kiebitz ist als gefährdet eingestuft. Gab es in Niedersachsen in den 1980er-Jahren noch etwa 91 000 Kiebitz-Brutpaare, sind es heute noch 22 000. „An der Küste und in den binnenländischen Grünlandniederungen Niedersachsens brütet etwas mehr als ein Drittel des bundesweiten Bestanden“, sagt Karsten Schröder. Er leitete das jetzt beendete Projekt in der Osterstader Marsch.

Die Bios-Mitarbeiter erfassten den Brutbestand im Gebiet und sicherten aufgefundene Nester. Die Landwirte der betroffenen Flächen wurden über die jeweiligen Funde informiert, gemeinsam wurden Maßnahmen besprochen. „Auf Grünlandflächen haben wir die Nester mit Stöckern markiert, die Bauern konnten sie bei der Bewirtschaftung umfahren. Auf Weideflächen wurden Körbe über die Nester gesteckt. In einigen wenigen Fällen, in denen sich Nester auf einer Fläche häuften, haben wir mit den Landwirten eine spätere Beweidung der Flächen vereinbaren können“, berichtet Jonas Daldrup.

„Die Landwirte waren sehr aufgeschlossen für das Projekt und sehr motiviert, mitzumachen. Sie haben auch selber Nester gemeldet“, erzählt der Projektmanager. Einige hätten von eigenen Erfahrungen beim Schutz der Wiesenvögel berichtet und davon, dass sie früher deutlich mehr Kiebitze gesehen haben als heute.

Geschützt wurden etwa 120 Kiebitznester. „Damit wurde für eine neue Generation von Kiebitzen eine günstige Ausgangssituation für einen möglichst großen Schlupf- und Bruterfolg geschaffen“, teilt die Bios mit. Zum Ende der Brutzeit der Kiebitzgelege kontrollierten die Mitarbeiter alle Nester auf den erfolgreichen Schlupf der Küken. Geschützt wurden außerdem vier Nester des Großen Brachvogels, drei Austernfischer-Nester und zwei Uferschnepfen-Gelege. „Das ist schon ein toller Erfolg“, kommentiert Projektleiter Karsten Schröder das Ergebnis.

Insgesamt wurden bei der Kartierung in den Wiesen, Weiden und Ackerflächen der Osterstader Marsch über 210 Kiebitz-, 22 Brachvogel- und neun Uferschnepfenpaare registriert. Nicht alle mussten unmittelbar geschützt werden. Auf manchen Flächen ruhte die Bewirtschaftung, andere boten den Wiesenbrütern einen Lebensraum als Ausgleichsfläche. Die Osterstader Marsch biete den Wiesenvögeln mit großräumigem Offenland, geringen Störungen aus Siedlungen, Verkehr und technischen Flächennutzungen sowie mit relativ hohen Wasserständen noch gute Lebensbedingungen, stellt Karsten Schröder fest.

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