RC General Rosenberg Immer startbereit

Rosenbergs Katharina Egeling-Oeßel über geplante Turniere und Neuerungen auf der Anlage am Hamfährer Weg
05.04.2021, 13:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Jens Pillnick

Katharina Egeling-Oeßel, die Vorsitzende des RC General Rosenberg, hat mit ihrem Verein in der „Grünen Saison“ einiges vor. „Die Norddeutsche“ sprach mit ihr über die derzeit schwierige Lage im Reitsport und die geplanten Veranstaltungen.

Frau Egeling-Oeßel, wird Ihr Verein wie geplant das Late-Entry-Springturnier am Wochenende 17./18. April austragen?

Katharina Egeling-Oeßel: Wir hoffen zumindest darauf und haben eine entsprechende Genehmigung beim Landkreis Osterholz beantragt. Der Landkreis hat uns allerdings auch nicht gerade Mut gemacht. Dennoch haben wir die leise Hoffnung darauf, dass es klappt. Mit steigenden Corona-Fallzahlen schwindet diese jedoch mit jedem Tag.

Wie sieht es denn mit der Entwicklung beim Pferde-Herpes aus?

Wie es aussieht, haben sich in ganz Deutschland keine weiteren Pferde mit der schlimmen Variante des Herpesvirus infiziert. Es betrifft also nur die Pferde, die an dem Turnier in Valencia teilgenommen haben. Von denen befindet sich derzeit noch eines in Behandlung, dem es aber auch immer besser geht. Nationale Turniere in Deutschland sind auch wieder erlaubt. Das Herpesvirus macht uns also keinen Strich durch die Rechnung.

Werden dann also die zur Eindämmung der Ausbreitung des Herpesvirus bei Pferden getroffenen Maßnahmen wieder aufgehoben?

Die Maßnahmen endeten am 1. April. Wir wollen aber noch ein bisschen vorsichtig bleiben und haben alle Pferdebesitzer aufgefordert, ihre Pferde weiterhin möglichst nicht mit Pferden aus anderen Ställen zusammenzubringen. Es bleibt schließlich etwas Verunsicherung, weil sich bei Zuchtstuten verzögert eine Infizierung zeigen könnte, wenn sie ihr Fohlen verlieren. Deshalb ist nun ein wenig Augenmaß gefragt.

Welche Vorsichtsmaßnahmen würden Sie bei einer Austragung des Springturniers treffen, um eine Verbreitung des Corona-Virus beim Menschen zu verhindern?

Wir haben strenge Regeln. Es wären keine Zuschauer erlaubt. Es gäbe keine Verpflegung und keine Siegerehrungen. Die Reiter dürften maximal eine Begleitperson mitbringen und müssten die Anlage sofort nach ihrem Auftritt wieder verlassen. Wir würden also die Kontakte komplett runterfahren. Das Turnier würde auch ausschließlich im Freien stattfinden. Indoor ginge so etwas gar nicht.

Weshalb liegt Ihnen das Late-Entry-Turnier so am Herzen?

Wir wollen den Reitern etwas bieten. Es ist nicht zuletzt aber auch eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen Geld in dieser schwierigen Zeit in die Kasse zu bringen. Wir planen für das erste Mai-Wochenende übrigens auch noch die Austragung eines Dressurturniers.

Aber mit der Dressur lässt sich doch nicht wirklich Geld verdienen, oder?

Natürlich sind die Einnahmen bei Springturnieren höher, weil es viel mehr Teilnehmer und somit auch mehr Nenngelder gibt. Wir möchten aber alle Reiter mit ins Boot holen und auch die Dressurreiter zufriedenstellen. Auch wenn die Einnahmen bei einem Dressurturnier geringer sind, so haben wir doch bei unserem letzten Dressurturnier im September des vergangenen Jahres am Ende noch ein bisschen Geld verdient.

Können Sie sich angesichts der vielen Rückschläge und Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie überhaupt noch motivieren, ihr Ehrenamt fortzusetzen?

Ja, auf jeden Fall. Genau wie meine Klubkollegen bin ich voller Tatendrang. Alle sind hoch motiviert. Wir haben unsere Plätze richtig gut hinbekommen und können es nun kaum erwarten loszulegen.

Wie sehen Ihre Planungen für das Große Sommerturnier am letzten August-Wochenende mit den Bremer Landesmeisterschaften aus?

Wir planen es ganz normal so wie immer und gehen erst einmal davon aus, dass es auch tatsächlich in dieser Form stattfinden kann. Etwas anderes bleibt uns auch gar nicht übrig.

Können Sie sich auch eine abgespeckte Version des Augustturniers ohne Bremer Landestitelkämpfe vorstellen?

Wenn es irgendwie geht, wollen wir auch wieder die Bremer Landesmeisterschaften ausrichten. Unter bestimmten Umständen wird es aber die Frage geben, ob der Bremer Pferdesportverband es überhaupt möchte. Rein vorsorglich haben wir uns aber auch schon mal einen Zusatztermin gesichert. Vielleicht müssen wir die Veranstaltung auch ein wenig entzerren und sie an zwei Wochenenden durchführen. Dafür haben wir auch das zweitletzte Wochenende im August reserviert.

Wäre als Alternative für das Augustturnier auch eine Late-Entry-Turnierserie ähnlich wie im vergangenen Jahr denkbar?

Ja, das wäre denkbar. In dieser schwierigen Zeit muss man einfach spontan sein. Wir sind immer so startbereit, dass wir kurzfristig jederzeit ein Turnier veranstalten können. Wir möchten aber auf der anderen Seite auch niemanden in seiner Gesundheit gefährden. Deshalb müssen wir die weitere Corona-Entwicklung erst einmal abwarten.

Sehnen Sie sich schon nach einer etwas sorgloseren Zeit, wenn das Schlimmste im Rahmen der Corona-Pandemie überstanden ist?

Ja, auf jeden Fall. Genau wie viele andere sehne ich mich bereits danach, wieder mit anderen Leuten zusammenkommen und feiern zu können. Wir haben ja auch noch die Idee einer Zeltparty auf unserer Anlage als Ersatz für den ausgefallenen Jubiläumsball im Januar.

Sie sind Ärztin. Werden Sie sich auch an den Impfungen gegen das Corona-Virus beteiligen?

Ich bin Narkose- und Notärztin. Die Impfungen sollen aber in Praxen von Allgemeinmedizinern vorgenommen werden. Da die Allgemeinmediziner aber nur wenige Impfdosen bekommen werden und das meiste Impfen weiterhin in den Impfzentren stattfinden wird, habe ich mich auch registrieren lassen. Wenn der Bedarf vorhanden ist, werde ich also auch Impfungen vornehmen. Es wäre schön, wenn wir mit vielen Impfungen endlich aus der derzeitigen Situation herauskommen.

Haben Sie denn überhaupt noch genügend Sponsoren für die Prüfungen im Rahmen des Late-Entry-Springturniers im April gefunden, wenngleich keine Zuschauer erlaubt sind?

Wir erhalten nach wie vor ganz viel Unterstützung. Die Bereitschaft, trotz der schwierigen Lage Prüfungen zu sponsern, ist nach wie vor groß. Wir freuen uns auch sehr darüber, dass uns so viele Unterstützer weiterhin die Treue halten.

Beklagen Sie während der Corona-Zeit viele Vereinsaustritte?

Nein, auch unsere Mitglieder bleiben uns treu. Auch hier sind viele bereit, uns tatkräftig zu unterstützen. Anders könnten wir auch die geplanten Turniere gar nicht auf die Beine stellen. Wir haben es sogar geschafft, unsere Jahreshauptversammlung als Präsenz-Veranstaltung vor Ort abzuhalten.

Wie ist Ihnen dies denn gelungen?

Wir haben die Veranstaltung in der Reithalle mit viel Frischluft und ausreichend Abstand abgehalten. Jeder musste dabei seine eigene Sitzgelegenheit mitbringen.

Gab es personelle Veränderungen im Hinblick auf den Vorstand?

Ja. So haben wir beispielsweise Susanne Beinert-Hoffmann nach 22 Jahren als Schatzmeisterin verabschiedet. Das ist wirklich eine gigantisch lange Zeit. Katja Marquard stellte zudem ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung. Beide bleiben uns aber auch in Zukunft erhalten. Sie wollen nur nicht mehr in vorderster Front wirken. Neuer zweiter Vorsitzender ist nun Kristian Göbel, dessen Frau Kathrin Göbel den Posten der Schatzmeisterin übernommen hat. Darüber freuen wir uns sehr.

Ein großer Teil Ihrer Amtszeit als Vereinsvorsitzende wurde nun bereits durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. Hätten Sie sich Ihre Einstiegsjahre nicht ganz anders vorgestellt?

Ja, sicherlich. Es ist frustrierend. Man fühlt sich ein bisschen ausgebremst. Aber es ist auch eine sehr aufregende Zeit mit vielen Herausforderungen. So etwas schweißt die Mitglieder in einem Verein auch noch einmal zusätzlich zusammen. Wir haben auch schon viel getan und die Aufgaben gut bewältigt.

Was gibt es Neues auf Ihrer Anlage?

Der Rasen unseres neuen Hauptplatzes ist gut angewachsen. Dafür haben wir auch schon sehr viel Lob bekommen. Wir haben zudem einen Brunnen gebohrt und verfügen nun über eine neue Bewässerungsanlage. Es sind jetzt daher optimale Bedingungen vorzufinden. Deshalb wäre es natürlich sehr schön, wenn wir diese den Reitern in diesem Jahr präsentieren könnten.

Wie sieht es mit dem Sandplatz aus, der im vergangenen Jahr als Alternative für den Rasenplatz für das Springen diente?

Den werden wir noch einmal vergrößern. Diesen können wir nun auch viel besser bewässern, wenn es wieder einen trockenen Sommer geben sollte. In meinen drei Jahren als Vorsitzende hatten wir auf jeden Fall immer mit einer großen Trockenheit zu kämpfen.

Wie ist es um die Geländestrecke hinter dem Hauptlatz bestellt?

Dort arbeiten wir nun auch mit Sand. Wir planen für das Gelände auch noch neue Hindernisse und lassen uns in dieser Hinsicht von Joachim Palmer beraten und unterstützen, der ein großes Vielseitigkeitsgelände in Tarmstedt besitzt und dort auch Turniere veranstaltet. So können wir unseren Vielseitigkeitsreitern noch mehr bieten. Langfristig möchten wir auch Geländeturniere veranstalten. Noch ist dies aber Zukunftsmusik.

Das Gespräch führte Karsten Hollmann

Info

Zur Person

Katharina Egeling-Oeßel (46) fungiert seit etwas mehr als zwei Jahren als Vorsitzende des RC General Rosenberg aus Schwanewede. Aber auch schon davor war sie für einige Jahre im Vorstand des Klubs im Einsatz. Die Narkose- und Notärztin ist bereits seit 15 Jahren mit dem Orthopäden André Oeßel verheiratet. Die beiden Kinder Philipp und Franziska sind ebenfalls Mitglied bei den Rosenbergern, Franziska Oeßel bei den Vielseitigkeits-, Philipp Oeßel bei den Springreitern. Vor 15 Jahren war Katharina Oeßel, die eine eigene Arztpraxis in Lesum mit einem Zweisitz in der Bremer Innenstadt besitzt, dem RC General Rosenberg beigetreten. Sie reitet aber bereits seit ihrem vierten Lebensjahr, vornehmlich in der Dressur. KH

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