Rhythmische Sportgymnastik:

Der Schlussstrich

RSG-Ikone Tanja Mollenhauer legt ihre Ämter beim SV Grün-Weiß Beckedorf und auf Landesebene nieder
08.06.2020, 15:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Lange
Der Schlussstrich

Die Zeiten, in denen Tanja Mollenhauer ihre RSG-Utensilien für das Training oder den Wettkampf packte, sind vorbei. Gedanklich hatte sich die Spartenleiterin, Trainerin und stellvertretene Landesfachwartin schon länger mit dem Ausscheiden befasst, jetzt zog sie den Schlussstrich.

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Beckedorf. Wer Tanja Mollenhauer kennt, der verbindet vor allem eines mit ihr: die Rhythmische Sportgymnastik. Jetzt hat die langjährige Spartenleiterin und Trainerin des SV Grün-Weiß Beckedorf ihren Rücktritt erklärt. Die 44-Jährige legt außerdem ihr Amt als stellvertretende Landesfachwartin für das RSG-Wettkampfwesen im Niedersächsischen Turnerbund nieder.

„Das war mit die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber sie ist in den letzten Jahren mehr und mehr gereift. Meine Gründe sind ausschließlich privater Natur. Ich habe immer alles für den Sport gegeben und viele Dinge im privaten Bereich vernachlässigt. Jetzt bin ich einfach müde und möchte ein wenig mehr Zeit für mich haben“, erklärte die Blumenthalerin. Sich von der – wie sie es selbst nennt – „Droge RSG“ zu entwöhnen, funktioniere allerdings nur mit einem klaren Schnitt: „RSG geht für mich nur ganz oder gar nicht.“

Ihre Schützlinge beim SV Grün-Weiß Beckedorf bis zum jetzigen Schlussstrich für den Sport zu begeistern, das war der Wunsch der Blumenthalerin. Das sei ihr hoffentlich gelungen, glaubt die Trainerin. Und die Gymnastinnen persönlich über ihren Ausstieg zu informieren, sei ihr ein weiteres wichtiges Anliegen gewesen. Beim jüngst durchgeführten ersten Training unter Corona-Bestimmungen in der Halle an der Wiesenstraße war es dann so weit. Nach sich zog der verkündete Ausstieg von Tanja Mollenhauer auch eine Entscheidung, die Beckedorfs erfolgreichste Gymnastin, Luisa Ibanez, jetzt fällte. „Luisa hat angekündigt, ihre Einzelkarriere zu beenden und nur noch in der Gruppe anzutreten. Zu dieser Gymnastin hat Tanja Mollenhauer eine ganz besondere Beziehung“, ließ Alexandra Mesic durchblicken.

Der Trainerinnenstab der Beckedorfer RSG-Abteilung war bereits länger über das geplante Ausscheiden der langjährigen Weggefährtin informiert. „Tanjas Rücktritt ist für unsere Sparte und die gesamte Rhythmische Sportgymnastik in Niedersachsen ein herber Verlust. Aber ich wünsche ihr, dass sie die gewonnene Zeit für viele schöne Aktivitäten nutzen wird“, sagte SVB-Trainerin Alexandra Mesic. Mit ihr hatte Tanja Mollenhauer 1988 die RSG-Sparte im SV Grün-Weiß Beckedorf gegründet.

Die Liebe zur Rhythmischen Sportgymnastik entflammte bei Tanja Mollenhauer mit neun Jahren als Sportlerin beim Blumenthaler TV. Dort engagierte sie sich bereits als Jugendliche als Helferin im Trainingsbetrieb. Noch während ihrer aktiven Laufbahn absolvierte sie die Ausbildung zur Übungsleiterin und übernahm ihre erste eigene Gruppe. „Neben der Tätigkeit als Abteilungsleiterin in Beckedorf, war ich lange Zeit Kreis- und Bezirksfachwartin und habe diese Posten, als ich in den Landesfachausschuss des NTB gewählt wurde, abgegeben“, berichtet Tanja Mollenhauer.

Gern denkt die Blumenthalerin an all das, was bislang ein wichtiger Teil ihres Lebens war: Wettkämpfe in Norwegen, Italien, Dänemark und den Niederlanden, bei denen sie mit den Beckedorfer Gymnastinnen angetreten ist, oder an sportliche Erfolge auf nationaler Ebene. „Vor allem aber an die vielen tollen Momente im Training, wenn ein Element zum ersten Mal klappt, man gemeinsam eine harte Wettkampfvorbereitung durchsteht, mit einer neuen Musik und neuen Übung startet oder einfach, wenn man gemeinsam gelacht hat“, erzählte sie.

Beim SV Grün-Weiß Beckedorf stehen nun Veränderungen an. Die für das Training Hauptverantwortlichen Alexandra Mesic, Laura Eggers und Melissa Prütz werden die Aufgaben neu verteilen müssen. Durch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie sei das im Moment zu schultern. Das Wichtigste habe man telefonisch besprochen. „Wie es konkret weiterlaufen soll, wollen wir im Sommer entscheiden“, berichtete Alexandra Mesic. „Ich bin froh, dass die verbleibenden Trainerinnen zugesagt haben, meine bisherigen Aufgaben unter sich aufzuteilen und somit die Abteilung, die mir auch weiter sehr am Herzen liegt, am Laufen zu halten“, sagte Tanja Mollenhauer.

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