Handball-Verbandsliga der Männer

„Schwäne“ können es auch ohne Backe

Das Schild neben ihrer Kabine versprach der HSG Schwanewede/Neuenkirchen nichts Gutes: „Harz-Verbot" stand dort in großen Lettern. Trotzdem gewann der Tabellenführer bei der HSG Barnstorf/Diepholz II mit 27:25.
17.02.2019, 19:55
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Olaf Kowalzik
„Schwäne“ können es auch ohne Backe

Tim Paltinat (HSG Schwanewede/Neuenkirchen) erzielt im siegreichen Auswärtsspiel einen wichtigen Treffer.

Olaf Kowalzik

Schwanewede. Das Schild neben ihrer Kabine versprach den Verbandsliga-Handballern der HSG Schwanewede/Neuenkirchen nichts Gutes: „Harz-Verbot" stand dort in großen Lettern unübersehbar auf rotem Grund. Eine schlimme Botschaft für diejenigen Spieler, für die genau dieses Klebemittel an den Fingern das Lebenselixier für präzise Abschlüsse und pfiffige Trickwürfe ist.

Was soll's? Auch solche Spiele gehören zum Ligabetrieb unweigerlich mit dazu, und das meisterten die „Schwäne“ mit ihrem 27:25 (15:13)-Auswärtssieg über die HSG Barnstorf/Diepholz II gut. Prompt folgte der Schwaneweder Konter via soziale Medien: Wir können auch ohne Backe", posaunte es der Spitzenreiter stolz in die digitale Welt. Mission erfüllt hieß es also nach 60 spannenden Minuten, die den Oberliga-Absteiger den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Rückkehr in die vierte Liga unternehmen ließ. Seinen Trainer Andreas Szwalkiewicz erfüllte die Art und Weise in der der Diepholzer Mühlenkamphalle mit Stolz. „Bei dem interessanten Spielverlauf am Ende die Oberhand zu behalten, verdient den größten Respekt. Das zeigt, wie intakt die Mannschaft ist“, dozierte er zufrieden.

Starker Niels Huckschlag

Dazu gehörte der gut haltende Torwart René Steffens ebenso wie Niels Huckschlag, der vorne in die Zweikämpfe ging, fünf seiner sechs Strafwürfe erfolgreich in den gegnerischen Maschen versenkte und in der Abwehr die organisatorische Rolle übernahm. „Hucki war bei uns das Mentalitäts-Monster", lobte Szwalkiewicz. Zumal Huckschlag auf dem Spielfeld ja auch die Mitspieler immer wieder aufbaute und auf die richtigen Positionen schickte. Wichtige Deckungs-Stabilisatoren waren des Weiteren Thorin Helfers und Marc Blum. Denn während der junge Helfers Barnstorfs Linkshänder Matthias Andreßen auf fünf Tore drückte, hielt Blum den erfahrenen Barnstorfer Rechtsaußen Nils Mosel (vier Tore) erfolgreich in Schach. Vor ihm war das zwei anderen Mitspielern nicht gelungen.

Langweilig war der Auftritt der Gäste bei der Oberliga-Reserve wahrlich nicht. Da konnten die „Schwäne“ auch noch so hoch führen, es war für sie in den 60 Spielminuten nie ein Ruhekissen. Der Start war jedoch schon einmal vom Allerfeinsten, denn als Marc Blum nach gut 13 Minuten zum 8:1 für den Spitzenreiter einnetzte, da schien alles seinen geregelten Gang zu gehen. Der Glanz verblich jedoch allmählich, da die erfahrenen Hausherren ihren Stiefel unbeirrt weiter herunter spielten und die „Schwäne" ihrerseits ein wenig die Linie und Disziplin verloren.

„Immer wenn das geschah, wurde es knapp„, konstatierte „Andi“ Szwalkiewicz. Will heißen, dass in seiner Abwehr die Laufbereitschaft und im Angriff die Treffergenauigkeit nachließ. Dadurch schmolz der Schwaneweder Vorsprung über 8:5 (17.) und 13:12 (28.) peu à peu dahin, bis die HSG Barnstorf/Diepholz II das Blatt beim 18:17 sogar zum ersten und einzigen Mal in der Partie zu ihren Gunsten wenden konnte (37.).

Die „Schwäne" behielten jedoch die Nerven und setzten sich über 20:18 (Niels Huckschlag/40.) durch Tim Paltinat auf 26:21 ab (50.). Als die Hausherren später mit einer offenen Manndeckung alles in die Waagschale warfen, wurde es für das Szwalkiewicz-Team beim 27:25 noch einmal eng. Es überstand die finalen 57 Sekunden beim heimstarken Fünften schadlos und feierte danach das 15. ungeschlagene Spiel in Folge.

Weitere Informationen

Verbandsliga Männer

HSG Barnstorf/D. II - HSG Schwanewede/N. 25:27 (13:15)

HSG Schwanewede/Neuenkirchen: Steffens, Helmke; M. Ahrens (1), Paltinat (6), Helfers (1), Huckschlag (9/5), Hartwich (1), Molzahn, N. Ahrens, Mechau, Blum (2), Oroz (7), Pilger

Siebenmeter: 3/3 – 7/5

Zeitstrafen: 3 – 2 ELO

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+